AfD in Stadthalle

Doppelt so viele Demonstranten wie Zuhörer

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Babenhausen - Politisch agitiert wird am Dienstagabend sowohl im kleinen Saal der Stadthalle als auch auf dem Parkplatz davor. Von Norman Körtge 

Während auf den Stühlen etwa 60 an der Wahlkampfveranstaltung der AfD Interessierte Platz genommen haben, steht bereits eine Stunde vor Beginn etwa die doppelte Anzahl an Demonstranten vor der Halle.
„Niemand braucht euch“, „Kein Raum für Nazis“, „Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ und „Keiner mag euch“ steht auf den Plakaten, die die zirka 120 Protestler im eingezäunten Bereich vor der Halle in die Höhe halten. Dazu werden Fahnen von der SPD, Linken und den Grünen geschwenkt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund und das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus in Darmstadt-Dieburg“ hatte zu der Kundgebung aufgerufen. Vor allem gegen Gastredner Petr Bystron, bayerischer AfD-Landesvorsitzender, richtete sich der Protest. „Bystron gehört zu den radikalsten Hetzern in der AfD gegen Muslime und Geflüchtete“, so Hülya Lehr, die zusammen mit Tim Dreyer die Demonstration für das Bündnis organisiert hatten. Dreyer warnte in seiner Ansprache davor, dass die Aussagen von führenden AfD-Politikern nicht salonfähig werden dürften und ein bloßes Ignorieren der falsche Weg sei.

Zu den Demonstranten gesellte sich auch Bürgermeister Joachim Knoke (SPD). Als Verwaltungschef könne er einer zur Bundestagswahl zugelassenen Partei die Veranstaltung in der Stadthalle nicht verweigern, sagte er. Aber: „Ich kann als Privatperson in friedlichem Protest demokratisch demonstrieren“, machte er keinen Hehl, daraus, dass ihm die politischen Inhalte der AfD zuwider sind.

Neben Bystron nutzten vor allem die AfD-Direktkandidaten Robert Rankl (Wahlkreis 187) und Frank Karnbach (Wahlkreis 186) die Veranstaltung, um für sich zu werben. Letzterer sagte danach, dass diese „ein voller Erfolg“ gewesen sei. Vor allem deshalb, weil viele an der Politik der AfD Interessierte gekommen seien. Dass es nicht mehr waren, erklärte Karnbach damit, dass viele sich nicht trauen würden und auch Angst vor der Antifa hätten.

Bilder: OB-Wahl in Offenbach

AfD-Darmstadt-Dieburg-Kreisverbandssprecher Kay Salawa bezeichnete in seiner Begrüßung dann Menschen als Anti-Demokraten, die Wahlplakate der AfD zerstörten. Dies sei „wie die Bücherverbrennung, nur ohne Flammen“. Positiv: Die Polizei hatte im Nachgang nichts zu berichten.

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