Eichwaldschul-Sanierung:

Die Geduld ist am Ende

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Auf die sanierungsbedürftige Eichwaldschule in Schaafheim gehen auch knapp drei Dutzend Kinder und Jugendliche aus Babenhausen. Demnächst sollen Rodungsarbeiten stattfinden, um Platz für ein Gebäude in Modulbauweise zu schaffen. -   Foto: p Auf die sanierungsbedürftige Eichwaldschule in Schaafheim gehen auch knapp drei Dutzend Kinder und Jugendliche aus Babenhausen. Demnächst sollen Rodungsarbeiten stattfinden, um Platz für ein Gebäude in Modulbauweise zu schaffen.

Schaafheim - Die beiden Standorte der Eichwaldschule – eine Grund-, Haupt- und Realschule mit Förderstufe – gelten als dringend sanierungsbedürftig. Bei Eltern- und Gemeindevertretern wächst der Unmut. Von Norman Körtge 

Jetzt gehen die Eltern auf die Barrikaden – und vom Landkreis gibt es Neuigkeiten. „Die Sanierung der Eichwaldschule muss beginnen!“ steht in roter Schrift über den in vielen Geschäften und im Rathaus ausliegenden Unterschriftenlisten. Dazu in Versalien gedruckt: „JETZT“.

In Schaafheim wächst bei Eltern und Schülern der Unmut über den Schulträger – den Landkreis Darmstadt-Dieburg, namentlich Ersten Kreisbeigeordneten und Schuldezernenten Christel Fleischmann. „Seit zehn Jahren werden wir vom Landkreis hingehalten. Abgeschlossene Planungen verworfen. Neue Planungen angestoßen. Zeitpläne immer wieder verschoben. Passiert ist nichts. Damit muss nun Schluss sein. Die Sanierung muss jetzt kommen“, so Schulelternbeirätin Tatjana Krapp in einer Stellungnahme.

Die in den 1970er Jahren erbaute Eichwaldschule an der Langstädter Straße – dort werden mehr als 300 Haupt- und Realschüler, auch aus Babenhausen, unterrichtet – sei in einem beklagenswerten baulichen Zustand und das nicht erst mit dem seit Anfang des Schuljahres entdeckten Schimmelbefall im ersten Obergeschoss des Hauptgebäudes, berichtet der Elternbeirat: „Die Klassenzimmer sind abgenutzt und strahlen einen 70er-Jahre-Charme aus. Nicht unbedingt ein Ort, der in unsere Lernwelt 2017 passt.“ Unterstützung erhält der Schulelternbeirat dabei aus der Kommunalpolitik: „Dass die Schaafheimer Schüler, Eltern und Lehrerschaft und letztendlich auch wir als Gemeinde immer wieder seit Jahren vertröstet werden, bedauere ich sehr. Zuletzt wurde den Gemeindevertretern 2015 eine Planung vorgestellt, welche jedoch abermals verworfen wurde“, berichtet Daniel Rauschenberger, Vorsitzender der Gemeindevertretung.

Auf Initiative von Rauschenberger kamen vor wenigen Tagen erstmals Vertreter der Schulgemeinde, der Kommunalpolitik und des Gewerbevereins zu einem Runden Tisch zusammen. Das Ziel: den Landkreis als Schulträger schnellstens zur Sanierung zu drängen. Der Schimmelbefall wurde zwar beseitigt und Container als Ausweichquartier aufgestellt, jedoch bleibt die Befürchtung, hinsichtlich der Sanierung abermals vertröstet zu werden. „Gebraucht wird ein wirkliches Sanierungskonzept mit einem konkreten Zeit- und Finanzierungsplan“, fordert der Elternbeirat.

Einen solchen Plan liefert gestern auf Anfrage die Kreispressestelle. Demnach steht unter anderem fest, dass der wilhelminische Backsteinbau an der Lindenstraße, wo derzeit noch die etwa 200 Grundschüler untergebracht sind, aufgegeben wird. Außerdem sei die „Leistungsphase 0“, in der die Schulleitung gemeinsam mit den Planern auf Basis der Schulbauleitlinien des Landkreises ein Raumkonzept für die Schule erarbeitet, abgeschlossen.

In den Sommer-/Herbstferien 2018 wird demnach an der Langstädter Straße ein Gebäude in Modulbauweise errichtet, in das die Klassen dann umziehen können bis das Hauptgebäude grundhaft saniert worden ist. Entsprechende Bauanträge für das Modulbaugebäude werden derzeit vorbereitet, heißt es aus der Kreisverwaltung. Als Vorbereitung für das Baufeld werde in den nächsten Tagen außerdem ein Rodungsantrag beziehungsweise ein Antrag auf Herausnahme aus dem Waldverbund bei der Unteren Naturschutzbehörde gestellt, sodass die Bäume bis zum Anfang der Setz- und Brutzeit am 28. Februar 2018 gerodet werden können.

Das Modulbaugebäude werde nach erfolgter Sanierung des Hauptgebäudes weiterhin als Klassenraumtrakt zur Verfügung stehen, heißt es von Seiten des Kreises. Im Endausbau sollen im Hauptgebäude die Klassen eins bis sechs und die Mensa mit Ganztagsbereich untergebracht werden. Zum Teil wird hierfür der Bestand noch erweitert. Die Klassen sieben bis zehn werden dann im Modulbaugebäude untergebracht sein.

Zugleich wehrt sich der Landkreis gegen den Vorwurf, dass er die Sanierung immer wieder verschoben habe. Damit Fördermittel ausgeschöpft werden können, mussten eigentlich später geplante Maßnahmen vorgezogen werden. Auch die zunächst in Angriff genommene, dann wieder aufgegebene Planung für eine Integrierten Gesamtschule in Schaafheim führte zu Verzögerungen.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben die Mitglieder des Runden Tischs nun eine Unterschriftenaktion gestartet. Außerdem ist für Mittwoch, 6. Dezember, eine Demonstration für eine schnelle Umsetzung der Sanierung der Eichwaldschule geplant.

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