Verein BurgerMobil in Babenhausen hat ein neues Fahrzeug

Ein Auto mit Chauffeur

Mit dem Peugeot-Kastenwagen, dem neuen Auto im BuergerMobil-Fuhrpark, ist der Hergershäuser Achim Knick bereits nach Frankreich gereist. Die E-Bikes hatte er auf den vorhanden Heck-Fahrradträger transportiert.
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Mit dem Peugeot-Kastenwagen, dem neuen Auto im BuergerMobil-Fuhrpark, ist der Hergershäuser Achim Knick bereits nach Frankreich gereist. Die E-Bikes hatte er auf den vorhanden Heck-Fahrradträger transportiert.

Babenhausen – Eine Woche war der Neue jetzt in Frankreich, genauer gesagt: in Salins-les-Bains. Zwei E-Bikes hat er ohne zu murren getragen und zweimal rund 480 Kilometer zickenfrei überwunden. Die Rede ist vom neuen BuergerMobil des gleichnamigen Vereins in Babenhausen, einem Peugeot Partner Kastenwagen – dem zweiten Vereinsfahrzeug im Bunde. Bevor er nun der Bevölkerung von Kernstadt und Ortsteilen für Fahrdienste und Carsharing zur Verfügung steht, hat Vereinsgründer Achim Knick ihn zur Jungfernfahrt in einen Kurzurlaub mitgenommen.

Und exakt für solche Touren will er ihn – quasi ab sofort – auch an andere verleihen.

Bislang war das so nicht der Fall: Das von der Entega bis Mitte 2020 zur Verfügung gestellte E-Auto Mitsubishi Electric Vehicle und der im Oktober 2019 neu gekaufte Ford Fiesta wurden eher für kürzere Strecken genutzt. Beispielsweise von Leuten, die im Alltag kein eigenes Auto brauchen, aber dennoch gern ab und an mal einen fahrbaren Untersatz für Tagesausflüge hätten. Oder eben von nicht mehr selbst fahrwilligen Menschen, die eines der Autos samt Chauffeur – einem von insgesamt fünf Ehrenamtlichen – benötigen. Seit Anfang des Jahres war häufig das Reinheimer Impfzentrum das auserkorene Ziel. Und wie vor Corona: Supermärkte, Arztpraxen oder Bankbesuche. Edeka Stolzenberger hat sogar extra einen BuergerMobil-Parkplatz ausgeschildert.

Diese Fahrdienste sind jetzt – zusätzlich zum Ford Fiesta – natürlich auch mit dem Neuen möglich; meist am Donnerstag jeder Woche zu einer von drei variabel festlegbaren Zeiten. Die angefahrenen Orte in der Umgebung richten sich nach den Teilnehmern. Abgeholt wird jeder daheim, in ökologisch-ökonomischer Reihenfolge. „Je nachdem, wie viele mitfahren, dauert eine Tour eineinhalb Stunden“, meint Knick, der oft selbst als Lenker solch eines gemeinnützigen Sammeltaxis fungiert – gemeinnützig deswegen, weil die Mitfahrgelegenheit bis auf einen Kostenbeitrag von zwei Euro kostenlos ist. Individuelle Termine sind machbar, so Knick. Solange es sich einer der Chauffeure zeitlich einrichten könne.

Mitglied werden

Um eines der beiden aktuellen BuergerMobil-Autos Ford oder Peugeot auszuleihen, muss man für drei Euro Mitglied im Monat werden. 19 Cent pro Kilometer (inklusive Kraftstoff) sowie 95 Cent pro angefangene Stunde zwischen 7 und 23 Uhr addieren sich dazu. Nachts sind die Kosten nur bei 25 Cent die Stunde.
Möchte man mit einem der Fahrzeuge wie Knick in den Kurzurlaub, können günstige Pauschalpreise verhandelt werden. Jeder der Wagen hat eine Anhängerkupplung. Für den Peugeot gibt es einen Heck-Fahrradträger. Ein Anhänger mit Plane, der als Gesamtgewicht 750 Kilogramm stemmen kann, steht für Mitglieder gegen kleines Entgelt ebenso bereit.
Kontakt für Fahrdienste und Carsharing oder auch für weitere ehrenamtliche Chauffeure: Achim Knick, Telefon 01515 4333380, oder E-Mail an buergermobil@gmx.de. (zkn)

Es sind hauptsächlich Frauen zwischen 65 und 95, die den BuergerMobil-Service in Anspruch nehmen; sieben Damen aus Hergershausen, Sickenhofen und Harpertshausen gar regelmäßig. Männer seien dagegen die Seltenheit, bedauert der 61-jährige, der seit einiger Zeit Privatier und Mobilitätsbeauftragter der Stadt Babenhausen ist. Er wünscht sich, dass gerade die Mitglieder seines Geschlechts ihre Eitelkeit überwinden und zugeben, wenn sie sich altersbedingt nicht mehr fit für den Platz hinterm Steuer fühlen. Knick hilft nicht nur aus moralischer Verpflichtung. „Mir macht die Sache Spaß“, sagt er. Und selbstverständlich trägt er den Einkauf in die Wohnung.

Der Kastenwagen von Peugeot mit seiner Schiebetür ist besonders praktisch. „Da kommt man mit dem Gehstock besser rein“, findet er. Und für Rollatoren sei genügend Platz. Übrigens genauso wie für verpackte Gartenabfälle oder anderes sperriges Zeug – um das Thema Carsharing, den Autoverleih von BuergerMobil, zur Sprache zu bringen. Der Peugeot ist trotz seiner 21 Jahre top in Schuss. Er wird zukünftig dort vorzufinden sein, wo ihn sein letzter Nutzer geparkt hat – wie Kollege Ford Fiesta auch. Dass ein in die Jahre gekommenes funktionsfähiges Vehikel weiterverwendet wird, ist laut Knick ein Beitrag zur Ressourcenschonung, was neben einer besseren Mobilität in Babenhausen Ziel des Vereins ist. (zkn)

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