Nach der Kommunalwahl wird es wieder eine Interessenvertretung für Migranten geben

Babenhausen bekommt wieder einen Ausländerbeirat

Vier der fünf Kandidaten für den zukünftigen Ausländerbeirat: Rui Paiva (von links), Daniel Osojnicki, Dubravko Brozovic und Jose Sampaio. Nicht auf dem Bild ist Marcin Kocaczka.
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Vier der fünf Kandidaten für den zukünftigen Ausländerbeirat in Babenhausen: Rui Paiva (von links), Daniel Osojnicki, Dubravko Brozovic und Jose Sampaio. Nicht auf dem Bild ist Marcin Kocaczka.

Es ist ein portugiesisch-kroatisch-polnisches Quintett, das sich zur Aufgabe gemacht, in der Gersprenzstadt nach vielen Jahren wieder einen Ausländerbeirat (ALB) zu etablieren.

Babenhausen - Unter dem Listennamen „Ausländervertretung Babenhausen“ (AVB) – der einzigen zur Wahl am Sonntag, 14. März aufgestellten Liste – treten Jose Manuel Sampaio Ribeiro, Dubravko Brozovic, Marcin Kozaczka, Rui Jose Mesquita Paiva und Daniel Osojnicki an.. In der vergangenen Legislaturperiode hatte es solch ein die Interessen der Migranten vertretendes Gremium nicht gegeben und zuvor existierte ein gewählter Ausländerbeirat offenbar nur auf dem Papier.

Triebfeder hinter der Wieder-Etablierung eines Ausländerbeirates, der unter anderem Antragsrecht in der Stadtverordnetenversammlung hat, ist der Kroate Osojnicki: 41 Jahre alt, Industriekaufmann. Er werde, so verrät es bereits sein zukünftiger ALB-Kollege Brozovic – 47 Jahre, ebenfalls mit kroatischen Wurzeln, kaufmännischer Angestellter – den Vorsitz übernehmen. Portugiese Paiva – 45 Jahre, Diplom-Ingenieur – soll sein Stellvertreter werden. Zusammen mit Kozaczka – 45 Jahre, Polnisch-Deutsch, Diplom-Kaufmann – und Ribeiro – 56 Jahre, Portugiesisch, Abteilungsleiter – ein Bindeglied für die Interessen zwischen den Bürgern mit Migrationshintergrund zur Kommunal- und Kreispolitik sein. „Selbstverständlich auch umgekehrt“, sagt Brozovic: „Wir wollen auch Themen bei den Babenhäusern platzieren.“ Er, der selber in der Nähe des Erlochs aufgewachsen ist, kenne die besonderen Herausforderungen, um mit den Bürgern in Kontakt zu treten, an die Kommunalpolitiker nicht rankommen. Auch, dass sie alle parteipolitisch nicht aktiv sind, wertet Brozovic als Vorteil in beiden Richtungen: Bürger und Stadtverordnete.

Das Quintett eint aber nicht nur der Wille, sich vor allem für die Babenhäuser starkzumachen. die keine EU-Staatsbürger sind und somit bei der Kommunalwahl kein Stimmrecht haben. Alle fünf haben den gleichen Arbeitgeber: Continental. „Wir kennen uns alle schon länger“, erzählt Brozovic. Auch deshalb steht die Herangehensweise an die neue Aufgabe bereits fest. „Zunächst wollen wir im Bereich Soziales, Bildung und Kultur mitwirken. Welche Themen wir konkret angehen werden, hängt auch davon ab, was unseren Mitbürgern besonders wichtig ist“, sagt Brozovic. Deswegen wünsche sich der ALB eine regelmäßige Zusammenarbeit mit den Bürgern, der Stadtverwaltung, dem Magistrat, den Fraktionen, Schulen und Kindergärten, dem Jugendforum, Kirchen, sozialen Einrichtungen, Vereinen und anderen Ausländerbeiräten. „Um die verschiedenen Kulturen kennen zu lernen, möchten wir ebenso gerne das Internationale Ausländerfest wieder ins Leben rufen, insofern das pandemiebegingt wieder möglich ist“, wird Brozovic auch ganz konkret.

Nach Auskunft von Wahlleiter Heiko Duda sind für die ALB-Wahl 2 774 Babenhäuser wahlberechtigt. Wählen darf nur, wer keinen deutschen Pass besitzt. In Babenhausen leben Menschen aus etwa 70 Nationen. (Norman Körtge)

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