Radtruppe bereitet sich auf 1251-Kilometer-Tour vor

Von Babenhausen ans Mittelmeer radeln

Die Frankreich-Truppe auf ihrer Probetour durch die Region.
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Die Frankreich-Truppe aus Babenhausen auf ihrer Probetour durch die Region.

Sonne, Natur, Bewegung, Urlaub – fern der Corona-Langeweile zuhause. Ende Februar war es, als Babenhausens bekanntester Radler Achim Knick in dieser Zeitung zur Frankreich-Radtour aufrief.

Babenhausen - Nach Bordeaux sollte es gehen. Innerhalb von vier Wochen. Starttag entweder im Juni oder im September. Nun ist es der 28. August geworden, das Ziel änderte sich zu Saintes-Maries-de-la-Mer am Mittelmeer, und die Dauer für die von 1 845 auf 1 251 Kilometer geschrumpfte Fahrradreise verringerte sich auf drei Wochen.Die Ursache dafür ist das neugewonnene Team Knicks – oder besser: dessen demokratische Abstimmung.

An die 40 Leute zwischen 50 und 84 Jahren hatten sich bei dem 61-jährigen Privatier aus Hergershausen gemeldet, für den von Anfang an kein Tour-Detail in Stein gemeißelt war und der weder Reiseveranstalter noch Leitwolf, sondern einfach Teammitglied sein mag. Unterschiedlichste Ansichten prasselten also aufeinander, der eine wollte ein Transportfahrzeug fürs Gepäck, wieder ein anderer per Liegerad mit. Zwölf Radbegeisterte – 14 mit Achim Knick und seiner Frau Sabine, die sich mittlerweile ebenfalls zur Teilnahme entschied – sind übrig geblieben. Bis auf zwei haben allesamt E-Bikes, und die meisten sind erfahrene Langstrecken- und Mehrtagesradler.

Ein bunter Haufen sind sie nach wie vor. Auf Wunsch wollen alle nur beim Vornamen genannt werden. Marry und Barry aus Eppertshausen, ein Ehepaar an die 70, sind die Künstler der Truppe; freiheitsliebend und unabhängig. Mit dabei auch Ingrid, Christian und Wolfgang aus Babenhausen sowie Maria aus Ober-Roden. Dennis aus Ober-Roden ist mit 53 der Jüngste im Bunde. Zwei Manfreds, einer aus Dietzenbach und einer aus Obertshausen, Wolfgang aus Jügesheim. sowie Uto aus dem Vogelsberg und Oliver aus dem Niederrheinischen haben sich der Gruppe angeschlossen.

Infos zur Tour

komoot.de/collection/1109928, „Via Bohème“. E-mail an Achim Knick: velofex@gmx.de

Um sich besser kennenzulernen und rechtzeitig festzustellen, ob jeder tourtauglich und teamfähig für Frankreich ist, hat Knick Probetouren organisiert. Unter anderem ging es von der Hergershäuser Langfeldsmühle über Seligenstadt und Zellhausen Richtung Stockstadt zur Stullen-Mittagspause vor der Sankt Anna-Kapelle. Und anschließend gestärkt den Berg hinauf zum Wartturm in Schaafheim. „Ein guter Test“, meint der Initiator schmunzelnd und lauschte, wer zu sehr schnaufte. Aber kein Problem, alle kamen problemlos die 120 Höhenmeter nach oben und durften zur Belohnung bis zur Frankfurter Skyline Ausguck halten.

Danach Schlierbach, Kleestadt, Eisessen in Groß-Umstadt, Schloss Fechenbach in Dieburg, Münster und Pizza-Stopp in Eppertshausen. 75 Kilometer mit 4,5 Stunden reine Fahrzeit dauerte eine solche Proberunde – wie in etwa eine Etappentour später in Frankreich. „Wir sind unfassbar unterschiedlich, und trotzdem ist es harmonisch“, findet Oliver zufrieden. Der Rheinländer ist ganz begeistert von dem für seine Verhältnisse bergigen Land hier.

Knick hat die Frankreichtour inzwischen „Via Bohème – WallRadfahrt“ getauft, passend zur Camargue-Gemeinde Saintes-Maries-de-la-Mer, zu der es zweimal im Jahr einen offiziellen Pilgeraufruf gibt.

Freies Leben, freie Entscheidungen sind überhaupt sehr wichtig für den bevorstehenden Radel-Urlaub. „Die ersten drei Tage – noch in Deutschland – fahren wir als große Gruppe“, teilt Achim Knick mit. In Frankreich splitten sich die 14 in zwei oder drei Untergrüppchen und reisen um mindestens einen Tag zeitversetzt. Auf diese Weise lassen sich dort in ländlichen Regionen mit weniger Infrastruktur die Hotels leichter buchen, so Knick. „Jetzt sind ja alle mal in verschiedenen Konstellationen gefahren, und jeder konnte sich mit jedem unterhalten und gucken, mit wem er am besten klarkommt.“

Der ehemalige Manager, der unterwegs gern Bürgermeister Patrick Michel aus Babenhausens Partnerstadt Bouxwiller treffen möchte, erwartet, dass sich später noch weitere Unterteilungen ergeben – je nach Vorlieben, körperlicher Fitness, Lust und Laune. Ein Grund, warum zunächst nur die Hotels für die ersten vier Übernachtungen im Voraus gebucht werden. (zkn)

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