Start-up heißt Mycamperbox

Eine Box für Camper aus Babenhausen

Die Erfinder der „Mycamperbox“: Janina Becker und Jochen Rheinheimer aus Babenhausen.
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Die Erfinder der „Mycamperbox“: Janina Becker und Jochen Rheinheimer aus Babenhausen.

Zelten ist nicht jedermanns Sache und einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil hat nicht jeder. Um Gelegenheitscampern dennoch einen Abenteuerurlaub zu ermöglichen, hat ein Start-up aus Babenhausen die „Mycamperbox“ für Alltagsautos entwickelt.

Babenhausen – Frühjahr 2020: Die erste Welle der Corona-Pandemie ist durchs Land geschwappt und die beiden Babenhäuser Janina Becker und Jochen Rheinheimer machen sich Gedanken, wie Urlaub trotz Corona möglich sein kann. Aus einer Bierlaune heraus, so erzählt es Becker ein Jahr später, sei dann die „Mycamperbox“-Idee entstanden. Sie soll aus Alltagsautos in wenigen Minuten eine Wohnung mit Bett, Spüle, Abwassertank, Kochmöglichkeit und Stauraum auf Rädern machen.

Dass die Idee von Anfang an durch technisches und fachliches Wissen geprägt war, geht auf die Kappe von Rheinheimer. Er ist Inhaber der Babenhäuser Firma Aluca, die auf das Einrichten von Handwerkerautos mit Regalen und Schubfächern spezialisiert ist. Und so bildet ein Leichtbaurahmen aus Aluminium die Basis für das Camperbox-System mit bis zu 80 Kilo belastbaren Vollauszügen. „Ob Hochdachkombi oder Kompaktvans – durch das modulare Boxen-System wird in nur wenigen Minuten das Fahrzeug problemlos zum vollwertig ausgestatteten Camper“, preist Becker das System an. Derzeit sind drei Größen erhältlich, die in ganz verschieden Fahrzeugmodelle innerhalb weniger Minuten zu zweit eingebaut werden können. Vom VW-Caddy, über den Skoda Roomster über den mittlerweile omnipräsenten VW-Multivan oder den Mercedes Viano – in alle diese Typen passen die Boxen – M, L oder XL. „Eine clevere und vor allem günstigere Alternative zu Wohnmobilen“, meint Becker, zugleich begeisterte Basketballerin bei den TVB-Wizards. Es habe auch schon Nachfragen nach kleineren Boxen gegeben, berichtet Becker. Eine S-Größe gebe es aber noch nicht. „Ausschlaggebend ist der der Radstand“, erklärt sie. Davon abhängig ist, wie breit die Box überhaupt sein darf, um in ein Auto zu passen.

Etwa 100 Kilo wiegt die L-Box, die zu zweit ein- sowie ausgebaut werden kann und aus Alltagsautos einen Gelegenheitscamper macht.

Dass es für „Mycamperbox“ – die L-Box ist ab 3 800 Euro erhältlich – einen Markt in der auch schon vor Corona boomenden Campingbranche gibt, davon sind Becker und Rheinheimer überzeugt. Allerdings hat ihnen die Pandemie den Markteinstieg auch erschwert. „Es finden keine Messen statt“, bedauert Becker. So setzt „Mycamperbox“ derzeit vor allem auf Social Media.

Und da das Reisen auch im vergangenen Sommer stark eingeschränkt war, entstanden viele Werbefotos nicht am Mittelmeer oder Atlantik, sondern am heimischen Sickenhöfer See. Dem Ort der legendären Seebeben-Festivals, das im vergangenen Jahr nur als Mini-Format stattfinden konnte und für 2021 (29. bis 31. Juli) zumindest noch nicht abgesagt ist.

Die Werbefotos entstanden in der Idylle des Sickenhöfer Sees.

Damit sich Interessierte nicht gleich in Unkosten stürzen müssen, gibt es die Camperboxen auch zum Mieten und damit zum Ausprobieren.

Das hat Becker bereits getan und die „Mycamperbox“ einem Praxistest unterzogen. Mit einem VW-Multivan war sie am Bostalsee im Saarland unterwegs. „Ein tolles Gefühl von Unabhängigkeit und Freiheit macht sich breit, wenn man weiß, einfach alles an Bord zu haben, was man für einen Campingtrip braucht. Und das Bett ist überragend bequem“, berichtet sie von ihrem Urlaubstrip. Für sie ist klar: „Wir eröffnen noch mehr Leuten die Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen.“ (Norman Körtge)

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