Über das Pokalfinale

Vorstand von SGE-Fanclub: „Vorne hilft der liebe Gott“

+
Frank Assmann mit seinem DFB-Pokal-Shirt

Babenhausen - 1988 war Eintracht Frankfurt zum letzten Mal DFB-Pokalsieger. Nach 30 Jahren könnte man heute Abend gegen Bayern München erneut Geschichte schreiben.

Kräftig gefeiert würde dann auch in Babenhausen, wo mit den Gersprenz-Adlern ein Fan-Club sitzt. Unser Mitarbeiter Michael Just hat sich mit dessen Vorsitzenden Frank Assmann unterhalten.

Wie überraschend war es für Euch, dass die Eintracht das Endspiel erreicht hat?

Wir waren recht früh optimistisch. Nach dem Sieg gegen Schweinfurt haben wir Anfang November, also deutlich vor dem Achtelfinale gegen Heidenheim, Hotelbetten in Berlin gebucht. Das fand natürlich mit der Option statt, diese in den kommenden Monaten noch stornieren zu können.

Für jeden Eintracht-Fan ist es natürlich das Größte, bei einem solchen Event dabei zu sein. Habt Ihr Karten bekommen und wenn ja, wie viele Mitglieder des Clubs fahren nach Berlin?

Ja, wir haben Karten bekommen. 15 von uns werden im Berliner Olympiastadion dabei sein, einige sind ohne Ticket vor Ort. Beim Finale im letzten Jahr waren es allerdings noch 41.

Woran liegt das?

Das liegt daran, dass die Eintracht die Vergaberichtlinien geändert hat. In diesem Jahr musste man nicht nur Inhaber einer Dauerkarte sein, sondern zusätzlich auch Mitglied bei der Eintracht. Wir haben im Club zwar 41 Dauerkarten, allerdings war zum angesetzten Stichtag eine große Zahl nicht parallel Mitglied bei der Eintracht. So gucken nicht wenige, auch von anderen Fan-Clubs, leider in die Röhre.

Geht es in einem gemeinsamen Bus nach Berlin?

Bei 15 Leuten lohnt sich das nicht. Wir fahren in kleinen Gruppen per Zug oder per Auto. Das ist auch deshalb besser, da einige länger und andere kürzer in Berlin bleiben wollen.

Wie erschwinglich ist so ein Endspiel? Muss man einen größeren Betrag investieren?

Ereignisse von besonderer Bedeutung erkennt man immer daran, dass die Hotel-Preise hochgehen. Da ich meine Unterkunft, die zentral direkt am Hauptbahnhof liegt, rechtzeitig gebucht habe, hält sich der Gesamtpreis noch im Rahmen. Teurer sind leider die Eintrittskarten geworden: Bezahlten wir im letzten Jahr noch 45 Euro, sind es jetzt 60 Euro. Beim DFB weiß man, dass die meisten Fans die Mehrkosten hinnehmen, da jeder bei so einem Spiel unbedingt dabei sein will.

Sie haben schon das DFB-Pokal-Finale 2017 miterlebt. Hier unterlag die Eintracht gegen Dortmund 1:2. Wie schwer würde eine erneute Niederlage wiegen?

Es tut schon weh, so nah dran zu sein und dann leer auszugehen. Nach dem Spiel 2017 war ich natürlich enttäuscht, aber letztendlich muss man auch sehen, dass es eine tolle Sache ist, überhaupt ins Finale zu kommen. Trotz der Niederlage betrachte ich die DFB-Pokal-Auftritte der Eintracht in der letzten Saison vom ersten bis zum letzten Spiel als runde Sache.

Angenommen die Eintracht gewinnt. Gibt es schon einen Plan, wie und wo nach einem Sieg gefeiert wird?

Wir wissen, dass andere Eintracht-Fans im Berliner Stadtteil Kreuzberg mit einer Gaststätte die Umwandlung in eine Bembel-Bar ausgemacht haben. Auch ein Public-Viewing wurde an gleicher Stelle speziell für jene Adler-Träger ausgemacht, die ohne Karte nach Berlin fahren. Bei einem Sieg dürfte dort eines der Zentren zum Feiern sein. Trotzdem ist es wohl so, dass sich das meiste spontan ergibt. Da wir am Hauptbahnhof sind, wären wir an allen Ecken recht schnell zugegen.

Wie groß ist der Frust bei denjenigen im Fanclub, die keine Karte bekommen haben?

Da sind natürlich schon einige geknickt. In der Frankfurter Commerzbank-Arena wird das Spiel als Public Viewing übertragen. So hat sich unsere Clubführung überlegt, für die, die zuhause bleiben müssen, den Preis für die Eintrittskarten zu übernehmen. Da lässt sich dann zumindest in einer besonderen Atmosphäre mitfiebern. Wie sich herausgestellt hat, wollen die meisten aber lieber in Babenhausen bleiben und schauen.

Die Eintracht vor dem Pokalfinale: Bilder

Mit welcher Taktik sollten die Adler Ihrer Meinung nach antreten?

Tore sind gegen die Bayern immer schwer aufzuholen, weshalb die Eintracht vorsichtig agieren sollte. Da passt ein wenig der alte Fußballerspruch: Hinten kein Tor zulassen und vorne hilft der liebe Gott.

Bleibt noch die große Frage zum Schluss: Wird die Eintracht DFB-Pokalsieger 2018?

Wer realistisch denkt, sieht die Chancen bei wenigen Prozent. Aber auch die Bayern sind schlagbar, weshalb uns eine Außenseiterchance zukommt. Hier lässt sich ein weiterer, bekannter Satz aus dem Sport anbringen: Du hast keine Chance – nutze sie!

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare