Weitere Verhandlungen abgelehnt

Freibadbetrieb wird neu ausgeschrieben

Babenhausen - Die Zeit der Verhandlungen in Sachen Freibadbetriebsführung ist endgültig vorbei. Von Norman Körtge 

Vor zwei Wochen hatten die Mitglieder im Sozial- und im Hauptausschuss Bürgermeister Joachim Knoke (SPD) gebeten, mit dem Bäderservice Kahl noch einmal zu sprechen, um das prognostizierte Einsparpotenzial von 106.800 Euro zu erreichen (wir berichteten). Im Kern ging es darum, ob das Schwimmbad erst Mitte statt Anfang Mai öffnet und bereits am letzten Augustwochenende schließt statt am ersten Sonntag im September. Dadurch sollen 27.500 Euro an Kosten eingespart werden. Doch was Knoke am Donnerstagabend vorschlug, war der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung zu wenig. Wie Knoke berichtete, habe Betreiberin Dalila Kahl erst nach einer gründlichen Kalkulation und Gesprächen mit ihren Mitarbeitern nach dem Saisonende im Oktober verhandeln wolle. In der Stadtverordnetenversammlung am 1. November sollte dann entschieden werden. Verbunden damit, dass der vertraglich vereinbarte mögliche Kündigungstermin Ende September auf den 31. Dezember verlegt wird.

„Frau Kahl hat eine Chance vertan“, meinte dazu CDU-Politiker Günther Eckert und unterstellte der Betreiberin, dass diese auf Zeit spiele. Unmissverständlich machte er klar, dass seine Fraktion die im Grundsatz bereits vor über einem Jahr beschlossene Neuausschreibung nun unverzüglich durchziehen will. Unterstützung erhielt er von FWB-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Heil („Die Idee ist auszuschreiben und den Markt zu befragen“) und FDP-Fraktionschef Manfred Willand. Er könne das Verhalten von Kahl nicht verstehen, dass sie als Unternehmerin erst mit ihren Mitarbeitern reden müsse: „Das ist nicht profihaft.“

Knoke warb um Verständnis, dass Kahl angesichts des bekannten Fachkräftemangels mit ihren Mitarbeitern erst reden möchte und dies aufgrund der zurückliegenden strapaziösen Wochen und nun anstehenden Urlauben nicht sofort möglich sei. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Jörg Kurschildgen war der Meinung, dass man Kahl die wenigen Wochen geben solle. Grünen-Abgeordneter Manfred Nodes zeigte noch einmal das Risiko einer Neuausschreibung auf: Es könne aufgrund der Marktsituation zum einen sogar teurer werden als der jetzige Betrieb, zum anderen könnte die Stadt nächstes Jahr ganz ohne Betreiber dastehen.

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Knoke verwies nochmals auf die Zahlen: Von der möglichen Konsolidierungssumme von 106 800 Euro seien knapp 80.000 Euro erreicht. Ein Großteil davon durch die Eintrittspreiserhöhung (31.350 Euro), einen neuen Stromtarif (15.000 Euro) und die Einsparung bei der Beheizung des Badewassers (15.700 Euro). Von den 560.000 Euro, die von der Stadt 2016 für den Betrieb des Freibades ausgegeben wurden, seien zirka 300.000 Euro Zinsen, Tilgung und Abschreibungen. „Die fallen auch an, wenn wir das Bad schließen“, so Knoke.

Der Antrag des Bürgermeisters wurde mit den Stimmen von CDU, FWB und FDP abgelehnt. Diese drei Fraktionen bildeten dann auch die Mehrheit, als es um die „unverzügliche Neuausschreibung“ des Betriebs ging. SPD und Grüne stimmten dagegen.

Wie Knoke im Anschluss sagte, werde die Stadt nun den Vertrag mit der Firma Kahl fristgemäß zum 30. September kündigen. Dalila Kahl reagierte auf Anfrage mit Unverständnis darüber, dass ihr nach 26 Jahren nicht vier Wochen gewährt würden, um dann Verhandlungen führen zu können. Sie erinnerte daran, dass sie vor zwei Jahren der Stadt eine Fristverlängerung bis zum Jahresende gewährt habe.

Rubriklistenbild: © Archiv: nkö

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