Grünewald möchte Ressourcen sparen

Gärtnerei macht Platz für Neues

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Noch ist die Gärtnerei Grünewald an der Martin-Luther-Straße am Rande der Altstadt angesiedelt. Das Unternehmen möchte aber auf ihr Gelände an der Bouxwiller Straße auf der Höhe der Joachim-Schumann-Schule umziehen.

Babenhausen - Mit ihren Umzugsplänen hat die Gärtnerei Grünewald die Möglichkeit eröffnet, ein Stück Innenstadt neu zu entwickeln. Aber warum möchte der Traditionsbetrieb umziehen? Von Norman Körtge 

Eigentlich wollten Sabine und Klaus Blümler mit ihrer Gärtnerei Grünewald schon längst umgezogen sein – von der Martin-Luther-Straße ein paar hundert Meter Luftlinie weiter an die Bouxwiller Straße vor die Joachim-Schumann-Schule. Bereits 2012 reiften diese Pläne. Doch noch immer hat das Babenhäuser Traditionsunternehmen seinen Sitz in unmittelbarer Nähe zur Stadtkirche. Der Hauptgrund für die Verzögerung war am Montagabend auf der Bürgerversammlung in der Stadthalle zu erleben, in der es um den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Kirchgärten – Alte Gärtnerei“ sowie die Entwurfsplanung der „Alte Gärtnerei Immobilien GmbH“ ging. Präziser gesagt: Was soll nach dem Verkauf des gut 4000 Quadratmeter großen Grünewald-Areals und weiteren Grundstücksflächen dort neu entstehen?

Wäre es nach den Blümlers gegangen, würden dort Reihenhäuser gebaut werden. Das war der Ursprungsplan. Doch bereits 2015 hieß es vonseiten der Stadt, dass diese Chance zur innerstädtischen Entwicklung nutzen wolle und nur wohnen dort nicht wünschenswert sei. Wenn, dann nur mit Gewerbe. Zähneknirschend beugten sich die Blümlers seinerzeit dem Ansinnen – und waren dann auch froh, als mit dem Aschaffenburger Unternehmen Kalkan ein Investor gefunden war, der das verwirklichen möchte.

„Das ist eine Bereicherung für Babenhausen“, ist Sabine Blümler überzeugt, und sie ist auch der Meinung, dass die präsentierte hochwertige Bebauung auch die umliegenden Immobilien aufwerten wird. Ein wenig gespannt warten sie nun auf die Entscheidung im Stadtparlament am Donnerstag, 1. Februar. Dort steht der Aufstellungsbeschluss wieder auf der Tagesordnung.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Mit dem mehrheitlichen Ja oder Nein dazu sind die Zukunftspläne der Gärtnerei Grünewald eng verknüpft. Das Grundstück an der Bouxwiller Straße ist im Familienbesitz, um allerdings das Gelände auch bebauen zu können, ist Geld notwendig. „Ein Großteil aus dem Verkauf des Grundstücks reinvestieren wir auf dem neuen Gelände“, erklärt Klaus Blümler. Vergrößern werden sie sich dort nicht unbedingt, aber sie wollen moderner und vor allem umweltfreundlicher werden. Hintergrund sei auch, dass sich die Gärtnerei ein Bio-Zertifikat attestieren lassen möchte. Zwar würde schon seit Langem auf chemische Mittel verzichtet und ganz auf naturbelassene und homöopathische Mittel gesetzt sowie Schädlinge mit natürlichen Feinden wie der Florfliege bekämpft. Den Blümlers geht es aber um mehr. Sie wollen Ressourcen schonen, weniger Wasser verbrauchen und effizienter die Gewächshäuser beheizen. Dafür müssen moderne und besser isolierte Gewächshäuser gebaut und die Technik auf den neuesten Stand gebracht werden. Außerdem erhoffen sie die Blümlers durch das Ansiedeln an der Umgehungsstraße neue Kundschaft.

Neues Wunschziel für den Umzug ist das Jahr 2020, erzählt Klaus Blümler. Dann feiert die Gärtnerei Grünewald ihr 150-jähriges Bestehen.

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