Lesung im Kultursommer Babenhausen

Silke Kasamas amüsiert im Sinnengarten

Die Zuhörer freuten sich nicht nur über die Geschichten von Silke Kasamas, sondern auch über ihre ausdrucksstarke Lesung.
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Die Zuhörer freuten sich nicht nur über die Geschichten von Silke Kasamas, sondern auch über ihre ausdrucksstarke Lesung.

So manche Kulturinteressierte sind richtig begeistert, dass es mit einzelnen Veranstaltungen endlich wieder losgeht. Andere scheuen noch nach der langen Zeit der pandemiegeschuldeten Einschränkungen die Treffen in der Öffentlichkeit. Nur so lässt sich erklären, dass zur Lesung mit der Babenhäuserin Silke Kasamas nur wenige Zuhörer den Weg in den Hergershäuser Sinnengarten gefunden hatten.

Babenhausen - Die, die gekommen waren, amüsierten sich an diesem Abend aber vortrefflich. Kasamas las aus dem selbst geschriebenen Buch „Gänseblümchen hat Gänsehaut“ nicht ohne vorher zu schildern, wie es denn zu dem im September 2015 veröffentlichten Buch kam. Schuld ist sozusagen die Stadt, die auch für diese Veranstaltung verantwortlich zeichnet.

Im Rahmen des Kultursommers 2021 des Landkreises Darmstadt-Dieburg wurde auch Babenhausen angefragt, ob es die eine oder andere Veranstaltung kurzfristig auf die Beine stellen kann. Autorin Kasamas stand zur Verfügung. Warum die Stadt aber dafür verantwortlich ist, dass die Babenhäuserin, im zivilen Leben Unternehmensberaterin und Vorsitzende des Gewerbevereins, zur Autorin wurde, erzählt Kasamas vor Beginn ihrer Lesung selbst. Im Jahr 2013 startete die Stadt die Aktion „Ab in die Mitte“. Zur Belebung der Innenstadt fanden Aktionen in einzelnen Geschäften statt. Auch eine Freundin von Kasamas beteiligte sich und bat Kasamas um eine Lesung. Diese las dann Geschichten von anderen Autorinnen, natürlich nur mit ausdrücklicher Genehmigung derselben. Als die Babenhäuserin in einem späteren Jahr auf ihre Anfrage überhaupt keine Antworten erhielt, war die Idee geboren, eigene Geschichten zu schreiben. Diese kamen so gut an, dass Kasamas in der Folge immer auf ihre eigenen zurückgriff.

Drei ihrer auch autobiografisch angehauchten Erzählungen aus dem Buch „Gänseblümchen hat Gänsehaut“ stellte Kasamas im Sinnengarten von Herigar, der Verein hatte die Ausrichtung der Veranstaltung übernommen, vor. Sie schilderte einen Einkaufsvormittag mit ihrem Gatten, der aufgrund eines neuen Jobs zwei bis drei Anzüge, nebst den passenden Hemden, sowie dem dazu gehörigen Schuhwerk kaufen sollte. Weil der Gatte sich am liebsten in Jeans und T-Shirt sah, befürchtete die Gattin das Schlimmste.

Mit viel Wortwitz und ausdrucksvoller Gestik trug Kasamas die Eindrücke dieser Einkaufstour vor und häufig erhielt sie zwar keinen Szenenapplaus, sondern erntete ganz spontanes Gelächter. Nicht nur über ihren Einkaufsmuffel von Gatten lachten die Zuhörer, sondern auch die Szenen, die sich in der Nachbarkabine abspielten. Dort kleidete eine große Blondine ihren deutlich kürzeren und dickeren Lebensgefährten ein, der sich wahlweise in ein riesiges rotes Bonbon oder eine lila Discokugel verwandelte. Auch die Befürchtung, dass der Gatte die Discokugel beleidigen könnte, bewahrheitete sich nicht, die beiden Herren entpuppten sich als Kollegen. Am Ende blieb der Gattin nichts als zu zahlen und sich den Schweiß von der Stirne zu wischen.

Wer die Lesung verpasst hat – am Dienstag, 31. August, 19 Uhr, liest Silke Kasamas weitere Erzählungen vor. Dann im Innenhof der Stadthalle an der Platanenallee. (zba)

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