Rechenzentrum

Google investiert in Babenhausen: Hightech-Campus mit Sicherheitsschleusen kommt

Das ehemalige Betonwerkgelände an der B26
+
Auf dem ehemaligen Betonwerkgelände an der B26 möchte der Internetriese Google ein Rechenzentrum errichten lassen.

Der Internetriese Google steht hinter dem geplanten Rechenzentrum auf dem ehemaligen Hauck &  Nöth-Betonwerk-Gelände in Babenhausen.

Babenhausen –„Wir machen Fortschritte beim Erwerb des Grundstücks in Babenhausen. Die aktuellen Eigentümer und unsere Vertreter vor Ort sind in konstruktiven Gesprächen mit der Stadt. Für die Entwicklung des Grundstückes gibt es noch keinen festen Zeitplan, wir schaffen damit jedoch Möglichkeiten für die Weiterentwicklung unseres Geschäfts“, bestätigte Google-Sprecher Ralf Bremer auf Anfrage.

Mit dem entsprechenden Bebauungsplan „Aschaffenburger Straße 50-58“ beschäftigen sich die Stadtverordneten seit dem Frühjahr. Sowohl in einer ersten Präsentation in einer Videokonferenz als auch bei dem mit großer Mehrheit gefassten Aufstellungsbeschluss im Mai waren nur die Planer des Rechenzentrums in Erscheinung getreten. Welches großes IT-Unternehmen hinter dem Vorhaben steckt, blieb unklar. Es wollte beim damaligen Planungsstand noch inkognito bleiben. Nun, da sich die Lokalpolitik mit der Offenlage des Bebauungsplans beschäftigt, gab sich der Google zu erkennen. Ein Beschluss dazu soll in der kommenden Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, 16. Dezember, 19.30 Uhr, Stadthalle, fallen.

Google: Hightech-Campus mit Sicherheitsschleusen in Babenhausen

Das Hauck & Nöth-Gelände, das 5,5 Hektar groß ist, und sich im Besitz der Babenhäuser Firma Aumann befindet, liegt zu großen Teilen brach. Einige Gewerbebetriebe haben sich dort niedergelassen, die nun einem großen Hightech-Rechenzentrum weichen sollen. Gebaut werden soll das zirka 22 Meter hohe – mit auf- und zurückgesetzter Lärmschutzwand etwa 27 Meter hoch – Rechenzentrum entlang der Bahnlinie. Die Befürchtung, dass das bislang unansehnliche Gelände durch einen riesigen Baukörper nicht unbedingt aufgewertet wird, traten die Planer bereits im Mai entgegen: „Wir sind Architekten. Wir wollen nicht das hässlichste Rechenzentrum bauen.“ Vielmehr solle die Fassadenoptik einem Hightech-Campus würdig sein. Dieser werde zudem mit Sicherheitsschleusen auf dem Gelände versehen, damit niemand unberechtigt das Gelände betreten kann.

Dass der Investor für das Rechenzentrum überhaupt auf die Gersprenzstadt aufmerksam geworden ist, ist dem CDU-Fraktionsmitglied Michael Wolz zu verdanken. Der Langstädter hat seit Jahren berufliche Kontakte in die IT-Szene.

Google: Babenhausen als geeigneter Standort im Frankfurter Umfeld

Wie Wolz bereits gegenüber unserer Zeitung berichtet hatte, zeichnete sich in der Branche 2015/2016 ein Wendepunkt ab. Die Unternehmen wollten mit ihrer Technik näher an ihren Kunden sein. Die Stadt Frankfurt als Standort des weltweit größten Internetknotens DCIX, kann dieses Wachstum allerdings nicht mehr alleine befriedigen. So sind im Frankfurter Umfeld gelegene Standorte wie Babenhausen ins Spiel gekommen.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Google auch in Dietzenbach und Erlensee Grundstücke gekauft hat. (Von Norman Körtge)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare