Auch Grundgebühr erhöht sich

Gruppenwasserwerk Dieburg erhöht Wasserpreis

Mit reichlich technischem Aufwand wird im Gruppenwasserwerk Dieburg bei Hergershausen das Wasser aufbereitet und auch gespeichert.
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Mit reichlich technischem Aufwand wird im Gruppenwasserwerk Dieburg bei Hergershausen das Wasser aufbereitet und auch gespeichert.

Vieles ist in den zurückliegenden Monaten teurer geworden. Nun ist auch der Preis für den Wasserverbrauch im Verbandsgebiet des Zweckverbandes Gruppenwasserwerk Dieburg zum Jahreswechsel gestiegen.

Babenhausen - Der Kubikmeter Wasser kostet seit 1. Januar statt wie bisher 1,84 nun 1,87 Euro. Und die Grundgebühren für die Wasserzähler, wie sie in den Häusern eingebaut sind, wird von monatlich 10,49 auf 11,77 Euro steigen. So wurde es einstimmig in der Verbandsversammlung des Zweckverbandes beschlossen, der kurz vor dem Jahreswechsel in der Eppertshäuser Bürgerhalle getagt hatte. Die Gebühren sind nach Auskunft des technischen Leiters des Gruppenwasserwerks, Dietmar Birkenfeld, für den Zeitraum 2022 bis 2024 kalkuliert. Angepasst werden wegen der gestiegenen Kosten auch die Pauschalen für Hausanschlüsse an das Versorgungsnetz.

Bei der von Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann geleiteten Verbandsversammlung verabschiedeten die Mitglieder außerdem den Millionen-Etat des Zweckverbandes für das neue Jahr. Der Wirtschaftsplan ist ausgeglichen und umfasst im Erfolgsplan rund 19,7 sowie im Vermögensplan rund 9,2 Millionen Euro. Es wird ein Überschuss von 1,7 Millionen Euro erwartet.

Der Vorsitzende des Zweckverbandes, Siegfried Sudra aus Schaafheim, gab dazu ausführliche Erläuterungen. Als Begründung für die Gebührenkalkulation nannte er die Aufwendungen zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung, die anstehenden Baumaßnahmen und unter anderem die Anpassung der Personalkosten. 82 Mitarbeiter sind für den Zweckveband im Einsatz, dazu noch sieben junge Leute in Ausbildung. Der Schwerpunkt der Investitionen liegt 2022 bei der Erneuerung und Sanierung des mehr als tausend Kilometer langen Rohrleitungsnetzes. Es soll Rohrbrüchen und Wasserverlusten vorgebeugt werden, die Versorgung zu jeder Zeit gesichert bleiben. Weitere Investitionen sind für den Umbau des ehemaligen kaufmännischen Gebäudes als Laborgebäude eingeplant.

Die sogenannten Liquiditätskredite sollen auf vier Millionen Euro erhöht werden, um finanzielle Engpässe sofort überbrücken zu können. Die Umsatzerlöse für die Wasserlieferungen belaufen sich voraussichtlich auf 17,8 Millionen Euro. Bereits einkalkuliert wurde dabei auch schon das künftige Neubaugebiet in den „Kaisergärten“ auf dem ehemaligen Kasernengelände in Babenhausen, das sich in der Erschließung befindet. Die Erweiterung von Ortsnetzen bringt ebenso Einnahmen, wie auch der vom Zweckverband abgewickelte Einzug der Kanalbenutzungsgebühren für die angeschlossenen Gemeinden und Städte.

Täglich 18 000 Kubikmeter frisches Trinkwasser

Das Gruppenwasserwerk Dieburg ist idyllisch im Waldgebiet beim Babenhäuser Stadtteil Hergershausen angelegt. Da wird das Wasser aufbereitet, das aus mehr als 20 Tiefbrunnen gefördert wird, die bis zu sechzig Meter weit in den Grundwasserbereich reichen. Täglich werden durchschnittlich 18 000 Kubikmeter frisches Trinkwasser aufbereitet. Das Versorgungsgebiet reicht bis nach Dieburg und Groß-Zimmern, erstreckt sich in den Bachgau hinein bis nach Schaafheim mit den Ortsteilen sowie auch bis hin nach Eppertshausen und die früher zum Landkreis Dieburg und jetzt zum Kreis Offenbach gehörenden ehemaligen Gemeinden Nieder-Roden, Ober-Roden und Urberach. Sämtliche Babenhäuser Stadtteile sind ebenfalls an das Leitungsnetz angeschlossen. (zww)

Dem Zweckverband Gruppenwasserwerk Dieburg gehören zehn Gemeinden und Städte einschließlich der Orts- und Stadtteile an. Relativ neu sind im Zweckverband die Gemeinden Messel und Otzberg.

Rund 400 000 Euro werden in die restlichen Arbeiten an den Hochbehältern „Nord“ und „Süd“ investiert. Allein für die Sanierung und Modernisierung des Leitungsnetzes inklusive der Behebung von Rohrbrüchen sind 3,3 Millionen Euro eingeplant. Für Stromkosten müssen im kommenden Jahr voraussichtlich um die 774 000 Euro aufgewendet werden, für Personalkosten fast 6,5 Millionen. Dabei ist die anstehende tariflich vereinbarte Erhöhung von 1,8 Prozent ab April 2022 entsprechend eingerechnet.

Wie Siegfried Sudra als Verbandschef erklärte, ist der Zweckverband bestrebt, sich stets ausreichend Fachkräfte zu sichern und setzt deshalb die Ausbildung fort. (zww)

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