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Heinrich-Klein-Haus in Babenhausen soll verkauft werden

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Von: Norman Körtge

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Seit Jahrzehnten hat der SPD-Ortsverein Babenhausen sein Domizil in der Fahrstraße 2.
Seit Jahrzehnten hat der SPD-Ortsverein Babenhausen sein Domizil in der Fahrstraße 2. © Körtge

Die Zukunft der Babenhäuser SPD steht heute Abend (10. Februar) zur Debatte. Zumindest, wenn es um ihr seit Jahrzehnten genutztes Domizil in der Fahrstraße 2 geht, das als Heinrich-Klein-Haus bekannt ist.

Babenhausen - Denn der Magistrat hat das Gebäude und Grundstück nachträglich auf die 2018 beschlossene Liste der zu verkaufenden städtischen Immobilien gesetzt. Die Gründe dafür: Zum einen müsste in die Sanierung viel Geld investiert werden, zum anderen gibt es offensichtlich Kaufinteressenten. Im heute ab 19.30 Uhr öffentlich unter 3G-Bedingungen tagendend Haupt- und Finanzausschuss in der Stadthalle steht die entsprechende Stadtverordnetenvorlage zur Diskussion.

Wie aus der Vorlage hervorgeht, betrachtet der Magistrat den Verkauf „als sinnvollste“ Lösung, da das Haus aufwendig saniert werden muss. Dies wäre verbunden mit hohen Kosten etwa für Gutachten und Planung der Kernsanierung. Außerdem würden dadurch personelle Kapazitäten im Rathaus für Ausschreibungen, Vergaben und Bauleitung gebunden. Als Mindestverkaufspreis legt die Stadt 101 000 Euro fest, wobei dabei fast ausschließlich das 379 Quadratmeter große Grundstück in die Bewertung einfließt. Das Gebäude selbst habe demnach nur noch einen Restbuchwert von 16 Cent. Wichtig ist dem Magistrat, dass nicht der Meistbietende in einem möglichen öffentlichen Bieterverfahren zum Zuge kommt, sondern bei der Entscheidung die anzugebende künftige Nutzung mit zu bewerten ist, da das Grundstück an die künftige Fußgängerzone Bummelgasse grenzt. Zudem ist der bis Ende 2031 laufende Mietvertrag mit dem SPD-Ortsverein vom Käufer zu übernehmen.

Als „absolut sanierungsbedürftig“ stuft der Magistrat die städtische Immobilie Fahrstraße 2 ein, besser bekannt als Heinrich-Klein-Haus. Seit Jahrzehnten hat der SPD-Ortsverein dort sein Domizil. Markant ist die große Kastanie im Hof.
Als „absolut sanierungsbedürftig“ stuft der Magistrat die städtische Immobilie Fahrstraße 2 ein, besser bekannt als Heinrich-Klein-Haus. Seit Jahrzehnten hat der SPD-Ortsverein dort sein Domizil. Markant ist die große Kastanie im Hof. © Körtge

Nur ein schwacher Trost für die Babenhäuser Sozialdemokraten, denen es vor der Diskussion heute Abend nicht nur um ihre Partei, sondern auch um das gesellschaftliche Leben in der Gersprenzstadt geht, wie SPD-Stadtverordneter Alexander Schaub in einer ersten Stellungnahme bekräftigt: „Das Heinrich-Klein-Haus ist nicht nur für die SPD Babenhausen ein wichtiger Ort. Es ist ein Ort, den jeder Babenhäuser für wenig Geld anmieten kann, und wo durch die Mithilfe von SPD-Mitgliedern Familien- und Konfirmationsfeiern, Zusammenkünfte und Vereinsversammlungen stattfinden können. Wir leisten hiermit einen wesentlichen Beitrag zur sozialen Interaktion und Integration in Babenhausen.“ Auch erinnert Schaub an die Livemusik bei Altstadtfesten im Hof unter der imposanten Kastanie.

Für ihn und die SPD sind die Immobilienverkäufe „nur auf dem Papier ein lohnendes Geschäft“. Der Gewinn fließe in das außerordentliche Ergebnis, auf das man im Regelfall zum Haushaltsausgleich nicht zurückgreifen darf. Er verweist dabei auch auf den Verkauf des Sophie-Kehl-Heims, deren neue Eigentümer mit Mieterhöhungen Schlagzeilen machen (wir berichteten).

„Wir setzen uns für den Erhalt der Immobilie und die weitere Nutzung als Ort der Begegnung ein. Wir sind gegen den Verkauf und bezahlen lieber etwas mehr Miete“, schreibt Schaub. Der SPD-Ortsverein sei der Meinung, dass keine teure Renovierung notwendig sei: „Wir reparieren lieber selbst, aber sind offen für die Ideen der Babenhäuser Bürger und teilen gerne.“ (Norman Körtge)

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