„Aufregend und langweilig“

Hergershäuser spielt Sicherheitsmitarbeiter in ZDF-Serie

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Mittendrin war auch der Hergershäuser Jürgen Sauerwein (links). Einen Screenshot, der ihn in „Bad Banks“ als Security-Mann zeigt, durfte das ZDF (realisierte den Sechsteiler in Koproduktion mit ARTE und zwei Produktionsfirmen) auf Nachfrage aus rechtlichen Gründen nicht zur Veröffentlichung freigeben.

Hergershausen - Jürgen Sauerwein spielt seit einigen Jahren als Komparse in verschiedenen Filmen und Serien mit. Vor kurzen war er in der Produktion „Bad Banks“ zu sehen. Von Jens Dörr 

Frankfurt brennt, der Mob tobt durch die Straßen, und Bad-Banks-Protagonistin Jana (Paula Beer, oben) befindet sich mittendrin.

Mit der Welt der Banker hat Jürgen Sauerwein beruflich eher wenig zu tun. Der 51-Jährige aus Hergershausen arbeitet als Projektmanager bei der Lufthansa. Doch während eines seiner Hobbys ist das anders: Immer mal wieder spielt Sauerwein als Komparse bei Film- und Serienproduktionen mit. Erst vor wenigen Tagen flimmerte er erneut über die Bildschirme. Er war Statist in „Bad Banks“, einem im ZDF und auf ARTE ausgestrahlten Sechsteiler über das mitunter gefährliche Eigenleben der Finanzwelt. Dort mimt Sauerwein einen Security-Mann.
Wer die paar Sekunden sehen will, in denen der Hergershäuser bereits für ein Millionenpublikum vor den TV-Geräten sichtbar wurde, kann dies jederzeit im Internet tun. In der ZDF-Mediathek ist der Sechsteiler abrufbar. Sauerwein taucht in Teil eins von „Bad Banks“ auf, nach exakt 22 Minuten und 30 Sekunden. Dorthin lässt sich in der Mediathek rasch vorspulen. Als Sicherheitsmitarbeiter steht er an einer Tür, öffnet sie und lässt einige der Hauptdarsteller passieren.

Text hat Sauerwein dabei nicht – wie bei allen bisherigen Statistenrollen (siehe auch Infokasten). „Einmal durfte ich was sagen, das wurde später aber rausgeschnitten und nicht gesendet“, erzählt er und ergänzt: „Generell darf man sich keine falschen Vorstellungen von den Abläufen am Set und vom Mitwirken als Komparse machen.“

Was seinen Erfahrungen nach unter anderem heißt: Vor Ort wird meist sehr nüchtern, akribisch und zielstrebig gearbeitet. Großer Glamour wird beim Dreh selten versprüht, auch wenn namhafte Schauspieler – bei „Bad Banks“ etwa Hauptdarstellerin Paula Beer, Désirée Nosbusch und Jörg Schüttauf – mit von der Partie sind. Auch der eigene Part sei nicht nur Glanz: „Die Szenen werden ja oft aus drei, vier Blickwinkeln gedreht und mitunter 20-mal wiederholt. Auch den eigenen Teil muss man dann 20-mal nacheinander machen, bis wenige Sekunden im Kasten sind. Manchmal muss man auch stundenlang warten, bis man dran ist.“ Deshalb sollte man als Komparse „immer ein gutes Buch und was zu trinken“ dabei haben.

Insgesamt beschreibt Sauerwein das Hobby als „aufregend und langweilig zugleich“. Man sei „als Schauspieler dabei und auch wieder nicht“. Am Set merke man schon, dass die „richtigen“ Schauspieler und das professionelle Filmteam die erste Geige spielen und die Komparsen etwas dahinter anstünden. Und doch macht Sauerwein die Sache immer wieder gern: „Man lernt eine neue Welt kennen. Vor allem aber ist es toll, wenn man das fertige Werk sieht und ein Teil davon ist.“

Den Weg zu dem bisher halben Dutzend Produktionen, an denen der Hergershäuser mitgewirkt hat, fand er unterdessen über Agenturen. Bei drei Stück – in Frankfurt, Köln und Berlin – gehört er der Kartei an, in der insbesondere diverse Fotos von ihm zu sehen sind. „Werden mal wieder Komparsen gesucht, schreiben die Agenturen Rundmails, in denen sie schildern, für welche Rollen Personen gesucht werden.“

Dann besteht die Chance, zum Zug zu kommen - und sich nicht nur in einem Film oder einer Serie zu verewigen, sondern auch noch ein paar Euro zu bekommen: „Du wirst als Komparse bezahlt, kriegst dafür den Mindestlohn“, sagt Sauerwein.

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Sauerweins bisherige Rollen

Für ein halbes Dutzend Film- und Serienproduktionen wurde Jürgen Sauerwein über die Agenturen bislang gebucht. Neben der Komparsenrolle in „Bad Banks“ war er etwa in einer Folge von „Ein Fall für Zwei“ zu sehen. In „Forever Sauerland“ trat er sogar gemeinsam in einem Streifen mit Heiner Lauterbach auf. Im Nele-Neuhaus-Taunus-Krimi „Der böse Wolf“ gab der Hergershäuser einen Poolreiniger, der gleich zu Beginn des Films groß im Bild zu sehen war. Der erste Film, in dem er als Statistik mitwirkte, war „3 Türken und ein Baby“. Stärker im Mittelpunkt als bei den oft nur wenige Sekunden langen Auftritten als Komparse stand Sauerwein unter anderem bei einem Werbeclip für den Verleihgeräte-Service eines Baumarkts in Ludwigshafen. Dort sollte er zunächst den Kunden spielen, der sich etwas erklären lässt, „später wurde ich dann aber zum Verkäufer umfunktioniert“, erinnert er sich.

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