Idylle bei den Hergershäuser Wiesen

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Die Puppen bei der Langfeldsmühle warten am Pfingstmontag auf Besucher.

Hergershausen - (st) Idyllisch liegt sie an der Gersprenz, am Rande des Naturschutzgebietes „Hergershäuser Wiesen“, und am Pfingstmontag, 1. Juni, lädt sie auch zum Verweilen ein: Anlässlich des „Deutschen Mühlentags“ öffnet die Langfeldsmühle in Hergershausen um 11 Uhr ihre Pforten.

Die schmucke Langfeldsmühle wurde im Jahr 1692 von Georg Kolb erbaut. Sie besaß vier Mahlgänge und einen Schälgang. 1735 wurde sie durch eine Ölmühle erweitert. Bis etwa 1960 fand dort der Mühlenbetrieb statt. 1963 kam eine Wasserturbine hinzu, die bis heute in Funktion ist und Strom ins Netz liefert.

Heute verwirklicht sich Thomas Winter einen Traum. Im März 2007 hatte der Hergershäuser die Langfeldsmühle gekauft. Der vorherige Besitzer Ludwig Jost, von dessen Witwe Elisabeth Jost der Hergershäuser die Mühle erworben hatte, hat die Anlage umgebaut, nachdem er sie 1961 gekauft hatte. Jost hatte das letzte Wasserrad aus- und eine Wasserturbine eingebaut. Damit wird jetzt Ökostrom produziert. „Was wir nicht selbst brauchen, wird ins Netz eingespeist“, sagt Winter.

Die Schaufelräder, die vom Wasser des Mühlbachs bewegt werden, treiben ein großes Rad an, das wiederum über Riemen den Generator zur Stromerzeugung antreibt. Früher wurden in der Mühle pro Jahr 110 Tonnen Getreide und 50 Tonnen Öl produziert. In den Sechzigerjahren war damit Schluss.

Bereits um 1940 stand in Hergershausen die Flurbereinigung an und gleichzeitig wurde der Verlauf der Gersprenz und des Mühlbachs verändert, außerdem ein neues Wehr für die Mühle errichtet. Besitzer des Anwesens war seinerzeit Heinrich Jean Heltzel. Von dessen Witwe Marie Heltzel haben die Eheleute Jost das Anwesen 1961 gekauft.

Der neue Besitzer Thomas Winter hat interessante Pläne für das malerische Gehöft, zu dem außer dem Mühlengebäude mit seinen Anbauten aus dem Jahr 1765 und 1919 noch Ställe, eine Scheune und Weinkeller gehören. Er möchte einen Biergarten einrichten.

Am Pfingstmontag wird im Rahmen des Mühltentags Diplom-Landwirtin Judith Mauß eine besondere Form der Reitkunst zeigen. Sie nennt es „den natürlichen Umgang mit Pferden“. Dazu gehört es beispielsweise, dass die Tiere auch ohne Sattel geritten werden können. Ziel ist es, mit dem Pferd in seiner Sprache zu kommunizieren und zu erreichen, dass das Ross den Reiter ohne Zwang freiwillig als Ranghöheren akzeptiert und ihn respektiert. So bringt die Trainerin für Menschen und Pferde ihren zwei- und vierbeinigen Schützlingen bei, spielerisch miteinander umzugehen. Und das gelingt ihr inzwischen so gut, dass sie sogar von Pferdezüchtern aus fernen Ländern eingeladen wird, die trotz lebenslanger Erfahrung mit ihren Reittieren nicht zurecht kommen.

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