„Hier ist das Schulsystem durchlässiger“

Informationstag der JSS: Auch viele Bayern bekunden Interesse

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Oliver Solleder führt Eltern und Kinder beim Infotag durch die JSS und erklärt auch das Konzept der Schule.

Babenhausen – Oliver Solleder gerät regelrecht ins Schwärmen, als er die Joachim-Schumann-Schule (JSS) beschreibt. Der Chemie-Fachleiter ist Lehrer an der JSS und führt am Infotag die Eltern von Viertklässlern durch die Räumlichkeiten.

„Es ist die am besten ausgestattete Schule im Landkreis“, erklärt Solleder, „von der Infrastruktur her gibt es zurzeit nichts Besseres“. Er hat seinen eigenen Sohn auch dort eingeschult und erklärt die bauliche Aufteilung in der Schule. Das Erdgeschoss gehört den Verwaltungs-, Funktions- und Fachräumen, im ersten Stock sind die Klassenräume untergebracht.

Schulleiter Rainer Becker stellt in einem der Fachräume die JSS ausführlich vor. 1 040 Schüler hat die integrierte Gesamtschule aktuell, von der fünften bis zur zehnten Klasse ist sie siebenzügig. Alle Kinder lernen im Klassenverband und das vom Anfang bis zum Ende, wie Becker ausführt. Folglich wollen auch die Eltern wissen, wie es gelingen kann, dass im Klassenverband dann doch ganz unterschiedliche Abschlüsse, also Haupt- und Realschulabschluss oder die Überstellung nach der zehnten Klasse auf das Gymnasium funktionieren kann. Antwort: Durch Binnendifferenzierung in den Jahrgängen fünf und sechs und unterschiedliche Leistungskurse ab dem Jahrgang sieben.

Das gefällt Christina Keil aus Schaafheim besonders gut. Die Mutter will ihre Tochter ganz bewusst aus diesem Grund in eine Gesamtschule schicken. „Wir wollen uns auch noch die Ernst-Reuter-Schule in Groß-Umstadt anschauen, weil uns das Konzept der integrierten Gesamtschule gut gefällt. Ich finde, die Grundschulzeit einfach zu kurz. Und mit zehn schon zu entscheiden, gehe ich den Weg oder einen anderen, finde ich einfach zu früh.“

Niklas ist in der siebten Klasse. Er gehört zu den Schülern, die den Viertklässlern, die sich die Schule in extra Führungen durch ältere Schüler anschauen, einiges erklären. Niklas Lieblingsfach ist Physik und folglich informiert er auch darüber: „Jetzt habe ich gerade die Sonnen- und die Mondfinsternis erklärt, die Kinder, die hier rein kommen, trauen sich erst einmal nicht zu fragen. Man muss zunächst Vertrauen aufbauen. Ich finde die Schule nett.“ Niklas besuchte vorher die Bachwiesenschule in Hergershausen.

Bilder: Abschlussfeier der Joachim-Schumann-Schule Babenhausen

Steffen und Cornelia Schenk kommen aus Seligenstadt. Ihre Tochter Maja würde jetzt im Sommer auf eine Schule in ihrem Heimatort wechseln. „Man hört ja ganz positive Dinge von dieser Schule, deshalb schauen wir sie uns jetzt mal an“, sagt Steffen Schenk.

Für die Tochter käme Realschule in Frage und Mutter Cornelia findet es gut, dass ihre Tochter auf der JSS, sollte sie sich positiv mit ihren Leistungen entwickeln, nicht die Schule wechseln, sondern bleiben könnte. Vater Steffen gefällt der Stand der Technik besonders gut.

Walter Lang kommt aus Bayern. „Da ist ja alles anders. Wir bevorzugen eine Gesamtschule, aber hier müssen wir uns bewerben. Hier ist das Schulsystem durchlässiger. In Bayern werden die Schüler in der fünften Klasse eingestuft und damit ist die Entwicklungsmöglichkeit praktisch zu Ende. Ich finde das traurig.“ Jakob, zehn Jahre, gefällt die Schule, weil sie so modern ist. Ob Jakob allerdings die Schule besuchen darf, hängt davon ab, ob noch Plätze frei sind.

Bilder: Joachim-Schumann-Schule Babenhausen feiert Schulabgänger

Sandra Schmidt wohnt in Schaafheim, ihre Tochter besucht dort die Grundschule, die zu den Verbundschulen gehört, deren Schüler die JSS aufnehmen muss: „Unsere Tochter würden wir auf das Gymnasium schicken oder eben auf eine Gesamtschule. Wir wollen uns auch noch das Max-Planck-Gymnasium anschauen. Ich war erst etwas skeptisch wegen des Konzepts, Haupt-, Real- und Gymnasialschüler zusammen im Klassenverband zu belassen, aber das wurde hier ja gut erklärt, wie das funktioniert. Noch ist die Entscheidung völlig offen, meine Tochter soll mit entscheiden, schließlich wird sie die Schule besuchen.“ (zba)

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