Jugendförderungsband „Bad Beaviour“ begeistert mit rockiger Musik

Voller Inbrunst bei der Sache

„Bad Behaviour“: Tamara Spies aus Hergershausen, Gabriel Jablonski aus Babenhausen, die Altheimer Bela Schott und Hagen Staudermann sowie Betreuer Steffen Huther bilden die Band der Jugendförderung.
+
„Bad Behaviour“: Tamara Spies aus Hergershausen, Gabriel Jablonski aus Babenhausen, die Altheimer Bela Schott und Hagen Staudermann sowie Betreuer Steffen Huther bilden die Band der Jugendförderung.

Im Herbst 2018 hat sich die Jugendförderungband „Bad Behaviour“ gegründet. Auftritte hatte sie coronabedingt bislang allerdings noch nicht so viele.

Babenhausen – „Zombie, zombie, zombie-ie-ie“, tönt es auf dem Platz neben dem Jugendzentrum (Juz) der Babenhäuser Kinder- und Jugendförderung. „Bad Behaviour“, die Jugendförderungsband, spielt das bekannte Lied der irischen Rockgruppe „The Cranberries“. „Tamara lauter“, ruft ein Zuhörer, und Keyboarder Gabriel fährt den Lautstärkeregler für die Sängerin höher.

Tamara Spies (17) aus Hergershausen, Gabriel Jablonski (16) aus Babenhausen sowie Bela Schott (16) und Hagen Staudermann (15), beide aus Altheim, sind die Hauptakteure der musikalischen Gruppe. Ihr Bassist Steffen Huther ist gleichzeitig ihr Betreuer. Huther, ein alter Hase im Musik-Business, macht den Job schon 13 Jahre. Drei Jugendförderungsbands vor „Bad Behaviour“ hat er angeleitet. „Switch“, die zweite Band, war sieben lange Jahre am Start und hatte nach einer Weile jährlich zehn bis zwölf Auftritte. „Bad Behaviour“, gegründet im Herbst 2018, rockt nun den zweiten. Der erste war Ende Januar 2020, kurz bevor Corona begann.

„Bring me to Life“ von „Evanescence“ ist an der Reihe. Tamaras Angstsong, wie ein kurzes Zögern von ihr zeigt. Gabriel versichert dennoch: „Das wird mindestens so gut wie das Original.“ Und er hat nicht zu viel versprochen. Glockenrein und kräftig singt die junge Frau die schwierigen Passagen. Nichts mehr mit leise. Bela am Schlagzeug und Hagen an der Gitarre unterstützen sie ebenso gut wie Gabriel und Betreuer Steffen.

„Die vier sind musikalisch sehr weit entwickelt“, lobt Steffen Huther. Kein Wunder, bis auf Hagen sind alle auch in der Band „Below Minds“ (wir berichteten), die eigene englischsprachige Balladen komponiert und mit dem Stück „Among Wolves“ auf YouTube und sonstigen Streamingdiensten zu hören ist. Tamaras 16-jährige Schwester Emily ist dort die Vierte im Bunde. „Bad Behaviour“ ist etwas anderes, sozusagen ein rockiger Ausgleich. Huther, der als Gitarrist bei Candyjane und Wolf Schubert-K privat eher alternative Folkmusik mit Country-Einschlag macht, hat kein Problem, ihnen am Bass auszuhelfen. Das tat er schon bei ihren Vorgängern, der rockigen Mädelsband „Peaceful Devils“. Da war noch seine Tochter Nina dabei – und auch Tamara, die dann nach der Gründung von „Below Minds“ im April 2019 ebenfalls bei der neuen JuFö-Band einstieg.

Nun kommt „My House“ von Rapper Flo Rida. Natürlich nicht so, wie der US-Sänger den Song interpretiert. Die Vier geben ihn auf „ihre eigene Art und Weise“ wider, wie Gabriel ankündigt. Eben getreu ihrem metal-rockigen Stil. Der Funke springt aufs Publikum über. Groovig. Die eigenwillige Spielweise gefällt. Und die meisten der Leute scheinen die „Bad Behaviour“-Variation des Liedes zu kennen und sich drauf gefreut zu haben.

„Es sind hauptsächlich Freunde und Verwandte da“, erzählt Steffen Huther später. Man habe den Auftritt nicht offiziell angekündigt. Er sollte familiären Charakter behalten. Neun Stücke beherrscht „Bad Behaviour“ inzwischen. Proben war und ist während Corona schwierig. Dieses Jahr haben sich die Fünf an die sechs Mal im Jugendcafé getroffen. Seit Mai und mit Pause in den Sommerferien. „Im“ Jugendcafé ist dabei ein großes Wort. Denn nur Bela steht beim Proben mit seinem Schlagzeug auf der Bühne. Hagen hat ein Plätzchen ein gutes Stück weit weg am Lautsprecher rechts daneben, und Steffen Huther belegt die Mitte des Raums. Tamara und Gabriel sind draußen in zwei verschiedenen Fluren. Jeder mit Lautsprecherbox vor der jeweiligen Tür.

„Ein Kompliment“ von „Sportfreunde Stiller“ ist dran. Mal zur Abwechselung ein Lied auf Deutsch. Und noch etwas ist neu. Tamara und Gabriel tauschen die Plätze. Jetzt spielt Tamara Keyboard, und Gabriel singt. Voller Inbrunst ist er bei der Sache: „Ich wollte dir nur mal eben sagen, dass du das Größte für mich bist.“ Man sieht deutlich, dass er Spaß am Rollentausch hat. Solosänger zu sein, ist halt was anderes, als gesanglich begleitend in die Tasten zu hauen.

Einige aus der Band sind vielfach musikalisch begabt. Tamara hat Klavier gelernt und stand bei der Mädelsband „Peaceful Devils“ fest am Keyboard. „Mein Metier ist es allerdings nicht“, stellte sie für sich fest. Lieber ist sie Sängerin. Gabriel kann beides, und Bela spielt außer Schlagzeug noch Gitarre – nicht bei „Bad Behaviour“, aber bei „Below Minds“. Betreuer Steffen Huther unterrichtet Gitarre in der Musik-AG an der Altheimer Regenbogenschule und hat einmal pro Woche eine Gitarrengruppe im Arthaus. Band-Nesthäkchen Hagen war einst in der vierten Klasse der Grundschule sein Schüler und ist ihm dann in die Gitarrengruppe gefolgt. Bis vergangenes Jahr vor den Sommerferien. Ein bisschen Trommeln kann der Junge übrigens auch. Auf der westafrikanischen Djembé.

Zum Schluss gibt es eine Überraschung: Einen selbstkomponierten Song mit eigenem Text. „Crying on papers“ heißt das brandneue Lied. Bela kam die musikalische Idee beim Klimpern auf der Gitarre, und Tamara brachte direkt melancholische Worte zum Thema „Frustweinen“ aufs Papier. „Expectations hit me“, singt sie und denkt dabei an den Erwartungsstress, der beim Abi auf die Schüler einwirkt. Das Publikum verlangt begeistert Zugabe. Und „Bad Behaviour“ liefert gern. (zkn)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare