1. Startseite
  2. Region
  3. Babenhausen

Neues Stadtquartier Kaisergärten in Babenhausen

Erstellt:

Von: Norman Körtge

Kommentare

Ein fertiges Eigenheim: Das Musterhaus des Unternehmens Fingerhaus.
Ein fertiges Eigenheim: Das Musterhaus des Unternehmens Fingerhaus. © Körtge

In den Kaisergärten Babenhausen, dem neuen Stadtquartier auf dem ehemaligen Kasernengelände, sind zahlreiche Projekte geplant.

Babenhausen – Freistehende Einfamilienhäuser, neuer Geschosswohnungsbau, Reihenhäuser und Doppelhaushälften, bezahlbare Mietwohnungen in den bestehenden Wohnblöcken sowie das Wiederbeleben der zu sanierenden historischen Gebäude – an konkreten Plänen und Vorhaben für rund 2 300 Bewohner im neuen Stadtquartier Kaisergärten auf dem ehemaligen US-Kasernengelände mangelt es nicht. Stark gestiegene Baukosten und Baukreditzinsen haben die Entwicklung verlangsamt. Aber nicht gestoppt. Ein Überblick.

Neue Büros im historischen Quartier

Eisiger Wind und Nieselregen – da tun einem die Gerüstbauer leid, die am ehemaligen Stabsstellengebäude mit der Nummer 4502 gerade am Arbeiten sind. Der Weg zum Eingang des unter Denkmalschutz stehenden dreigeschossigen Hauses ist noch nicht befestigt. Die Klingel an der großen restaurierten Rundbogentür funktioniert – und Michael Kattner öffnet und bittet in die warmen, frisch renovierten Räume. Der Harreshäuser ist gerade dabei, dort seine neue Regionalgeschäftsstelle der Deutschen Vermögensberatung einzurichten. Zusammen mit seinem Partner Alexander Klein hat er sich auf 125 Quadratmeter eingemietet. „Wir warten noch darauf, dass die Straßennamen und Hausnummern offiziell ,scharf gestellt’ werden“, erzählt Kattner, um den Umzug vom bisherigen Domizil an der Edmund-Lang-Straße endlich vollziehen zu können. „Die hohen Decken sind schon toll“, schwärmt Kattner von dem Altbau. Er ist einer der ersten im historischen Quartier, die angefangen haben sich einzurichten – und zeigen, wie modernes Arbeiten in denkmalgeschützten Gebäuden aussehen kann. Als Finanz-Experte hat Kattner den Abschwung am Immobilienmarkt deutlich bemerkt: Vermittelte er 2021 noch 60 entsprechende Baufinanzierungen, waren es 2022 nur noch 18.

Historischer Rahmen: Michael Kattner (rechts) und Alexander Klein in ihrem zukünftigen Domizil.
Historischer Rahmen: Michael Kattner (rechts) und Alexander Klein in ihrem zukünftigen Domizil. © Körtge, Norman

Das Musterhaus von Fingerhaus

Inmitten der erdigen und sandigen Brachflächen im östlichen Kaisergärten-Areal sticht die grüne Rasenfläche rund um das Musterhaus des Unternehmens Fingerhaus hervor. 140 frei stehende Einfamilienhäuser in Holzständerbauweise sollen folgen. „Wir entwickeln das Areal abschnittsweise“, erklärt Fingerhaus-Fachberater Jonathan Neuß. Und im ersten, 30 Einheiten umfassenden Abschnitt sind bislang elf verkauft worden. Die Käufer stammen bislang größtenteils aus der Region, so Neuß. Die gestiegenen Zinsen hätten die potenzielle Käufergruppe ausgedünnt, weiß er zu berichten. Etwa 650 000 Euro beträgt der Preis für die kleinste Variante, beziehungsweise Ausstattung. Mit weiteren Haustypen und Varianten soll die Vermarktung weitergehen. 2024 sollen auf jeden Fall die ersten Häuser bezugsfertig sein.

An der Panzerstraße

Auf Höhe der Einmündung der Friedrich-Ebert-Straße auf die B 26 wird derzeit die ampelgeregelte zweite Zufahrt zum Stadtquartier gebaut. Entlang der dort bislang endenden ehemaligen sogenannten Panzerstraße plant die Dreger-Immobiliengruppe aus Aschaffenburg, 83 Wohneinheiten – sowohl Reihenhäuser als auch Doppelhaushälften – zu errichten. „Wir warten auf die Baugenehmigung vom Landkreis“, sagt Geschäftsführer Jens Seifert. Nachdem sein Unternehmen noch Nachbesserungen vornehmen musste, erwartet er diese in den nächsten Wochen. Und dann könne es gleich losgehen. „Die Gewerke stehen Gewehr bei Fuß“, so Seifert. Schließlich würden die Kunden auf ihre Häuser warten. Von den 22 Immobilien umfassenden ersten beiden Bauabschnitten seien 80 Prozent bereits verkauft. Laufe alles weiter nach Plan, rechne er im Sommer 2024 mit der Fertigstellung und den Bezügen durch die ersten Besitzer. Ein dritter Bauabschnitt werde demnächst in die Vermarktung gehen, kündigt Seifert an.

Eigentumswohnungen von Bonava

Zu den großen Bauträgern in den Kaisergärten gehört das Unternehmen Bonava. Auf 13 Baufeldern sollen im Geschosswohnungsbau bis zu 530 Wohnungen entstehen, lautete der Plan Anfang 2020. Die Vermarktung der ersten 36 Einheiten sollte vergangenes Jahr starten. Doch die bereits beschriebene Entwicklung im Bausektor hat dies vorerst gestoppt. „Das Jahr 2023 wird noch ein Jahr der Planung“, berichtet Bonava-Projektleiter Wolfgang Duschek. Die auch auf der Bonava-Internetseite genannten „Planungsanpassungen“ beziehen sich dabei sowohl auf Vorgaben der Baubehörde etwa hinsichtlich der Fassadengestaltung, als auch auf interne Umplanungen. So sollen mehr kleinere Wohnungen mit zwei bis drei Zimmern entstehen. Verstärkt in den Fokus rücken nun auch Kapitalanleger. Die Kaufpreise in Babenhausen seien im Rhein-Main-Gebiet noch „verhältnismäßig günstig“, so Duschek. Außerdem werde nun über den Bau von Reihenhäusern nachgedacht. Das nun beschlossene 49-Euro-Ticket sei für Berufspendler nach Frankfurt oder Darmstadt auch ein Anreiz, an den Rand der Ballungsräume zu ziehen, meint Duschek.

Zur Miete in den ehemaligen Kasernenwohnhäusern

Bereits im Spätsommer könnten hingegen die ersten Mieter in die Häuser der Nassauischen Heimstätte (NH) einziehen. Wie ein NH-Sprecher mitteilt, ist geplant, die Vermietung, also die Annoncen-Schaltung, Ende März zu beginnen. Insgesamt entstehen in den sechs von der NH erworbenen ehemaligen Kasernen-Wohnblöcken 140 Mietwohnungen.

Kontrast: Im Hintergrund eines der in Sanierung befindlichen Gebäude der Nassauischen Heimstätte.
Kontrast: Im Hintergrund eines der in Sanierung befindlichen Gebäude der Nassauischen Heimstätte. © Körtge, Norman

An zwei Gebäuden sind die Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Komplett fertiggestellt sein sollen sie im zweiten Quartal 2023. Dort wurden ein Wärmedämmverbundsystem angebracht, Putz- und Malerarbeiten ausgeführt und die Fenster getauscht. Im Inneren laufen gerade die Arbeiten an Estrich und Bodenbelag. An diesen beiden und einem weiteren Gebäude wurden außerdem bereits neue Vorstellbalkone angebracht. An allen anderen Gebäuden laufen die Rohbauarbeiten im Bestand. Die Fertigstellung alle Bauarbeiten ist für Ende 2023/Anfang 2024 geplant, so der NH-Sprecher.

Auch interessant

Kommentare