Babenhäuser Fußball-Profis

Karriere auf dem Spielfeld

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Luca Gelzleichter (im blauen Lilien-Trikot) in der U19-Partie gegen die erste Mannschaft des FSV Groß-Zimmern.

Babenhausen - Trotz riesiger nationaler Konkurrenz, trotz eines international ebenfalls stetig abgegrasten Markts: Es gibt sie immer wieder, die Beispiele, die dem Traum junger Fußball-Spieler vom Leben als Profi Nahrung geben: Janik Bachmann und Luca Gelzleichter. Von Jens Dörr 

Es gibt etliche Kinder und Jugendliche, die auf den Babenhäuser Fußballplätzen dem runden Leder hinterherjagen, tricksen und Tore schießen. Auch Janik Bachmann und Luca Gelzleichter haben so angefangen – und mittlerweile Karriere gemacht.

Gelzleichter, der seine Laufbahn beim SV Sickenhofen begann und in der U13 zum SV Darmstadt 98 wechselte, wurde im Mai 18 Jahre alt. Eine Saison lang darf er noch bei den A-Junioren spielen, tut dies bei den Lilien in der Hessenliga und peilt mit der Darmstädter U19 den Aufstieg in die Bundesliga an. Bundesliga-Luft bei den Profis durfte er indes in den vergangenen Wochen schnuppern - und erhielt als Belohnung einen Lizenzspieler-Vertrag.

Denn der SV 98 muss, wie alle Konkurrenten in der 2. Bundesliga, „Local Player“-Vorgaben erfüllen. Dahinter steckt die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorgegebene Pflicht, eine Mindestanzahl an Spielern im offiziellen Zweitliga-Kader vorzuweisen, die über mehrere Jahre hinweg im eigenen Verein ausgebildet wurden. Bei Gelzleichter, seit mehr als fünf Jahren Spieler des SV 98, ist dies der Fall. Zudem muss der „Local Player“ mit einem Lizenzspieler-Vertrag und einer entsprechenden Mindestdotierung ausgestattet werden - auch wenn er zunächst noch ohne jede Chance auf einen Einsatz während der Saison ist.

Mehr noch: Oftmals trainieren die jungen Spieler nicht einmal mit den Profis. In Darmstadt ist das bei zwei anderen kürzlich mit Lizenzspieler-Verträgen ausgestatteten Akteuren der Fall. Zudem trainierten zwei weitere junge Spieler während der Vorbereitung zwar mit und reisten auch ins Trainingslager, gingen bei der Vertragsvergabe aber leer aus.

Anders bei Gelzleichter: Der Sickenhöfer durfte in der Vorbereitung unter Trainer Dirk Schuster voll mitziehen und war auch im Trainingslager im Schwarzwald sowie im Testspiel gegen den englischen Erstligisten Huddersfield mit einem Kurzeinsatz mit von der Partie.

Vor allem aber präsentierte sich Gelzleichter keineswegs nur als Erfüllungsgehilfe, um den während der Vorbereitung noch recht kleinen Darmstädter Profikader zu verbreitern. Unter den drei regelmäßig eingesetzten A-Junioren hinterließ der meist auf der linken offensiven Außenbahn eingesetzte 18-Jährige den stärksten Eindruck. Mit mehreren Treffern stellte er zudem seine Torgefährlichkeit unter Beweis. Den einzigen Schreckmoment, als er im Trainingslager beim Warmmachen für ein Testspiel umknickte, überstand er ohne größere Folgen.

Von Zweitliga-Einsätzen in der Saison 2018/19 auszugehen, ist zwar noch utopisch, zumal Gelzleichter bei den A-Junioren gebraucht wird. Der nächste Schritt im kommenden Sommer könnte ihn aber schon nah ans professionelle oder semiprofessionelle Geschäft – die Schwelle stellt die viertklassige Regionalliga mit einem Mix aus Amateur- und Profispielern dar – führen.

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Diese Schwelle hat der Babenhäuser Janik Bachmann bereits überschritten. Der einstige Juniorenspieler des SV Germania Babenhausen wechselte in der Sommerpause vom Chemnitzer FC zu den Würzburger Kickers und blieb trotz des Chemnitzer Abstiegs aus der 3. Liga somit drittklassig. Der 22-Jährige, 1,96 Meter großer Innenverteidiger, hatte sich bei den Sachsen zunehmend Spielanteile erkämpft und wurde in der Rückrunde zur Stammkraft. Bei den durchaus ambitionierten Würzburgern lässt es sich für Bachmann ordentlich an: Am ersten Spieltag spielte er beim 1:2 in Osnabrück als zentrales Glied der Vierer-Abwehrkette durch, beim 0:2 danach gegen Uerdingen wurde er zumindest eingewechselt. Am dritten und vierten Spieltag spielte Bachmann gegen Aalen und Cottbus wieder je 90 Minuten durch und sicherte sich mit den Franken gegen Cottbus die ersten Zähler.

Bachmanns bisherige Karriere könnte ein wenig auch die Blaupause für Gelzleichter sein: Vor seiner Zeit in Chemnitz empfahl sich Bachmann in der Regionalliga Nord bei Hannover 96 II – und war vorher Juniorenspieler des SV Darmstadt 98 gewesen, „Local Player“-Dasein inklusive.

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