Planungsbüro stellt Konzept vor

Kaserne: Straßennetz kann zusätzlichen Verkehr aufnehmen

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Zirka 7 500 zusätzliche KfZ-Fahrten täglich wird ein voll entwickeltes Kasernengelände erzeugen. Das Rodgauer Planungsbüro „Habermehl & Follmann“ hat nun in Modellen nachgewiesen, dass das Babenhäuser Straßennetz den zusätzlichen Verkehr aufnehmen kann. Dazu muss man nur Änderungen an Fahrbahnmarkierungen und verbesserten Ampelschaltungen vornehmen.

Babenhausen - Es darf als ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung der Kaserne bezeichnet werden. Eine Untersuchung hat ergeben, dass das vorhandene Babenhäuser Straßennetz den zusätzlichen Verkehr aufnehmen kann. Von Norman Körtge 

Dafür müssen allerdings Fahrbahnstreifen verändert werden und die Kasernenkonversionsgesellschaft muss Abstriche bei der Bebauung machen.

„Verkehrsgewohnheiten werden sich ändern müssen“, hatte Edwin Mayer vom Rodgauer Planungsbüro „Habermehl & Follmann“ bereits im Mai im Kasernenausschuss gesagt. Er ist von der Kasernenkonversionsgesellschaft damit beauftragt worden, die verkehrliche Erschließung des Geländes und die Anbindung an das vorhandene Straßennetz zu untersuchen und Wege aufzuzeigen, wie der Mehrverkehr bewältigt werden kann. Am Donnerstagabend präsentierte er nun im Ausschuss die Ergebnisse zeigte auch anhand von Simulationen, wie die bereits seit etlichen Jahren völlig überlasteten Knotenpunkte auf der B 26 – an der Bahnunterführung Hindenburgstraße und an der Kreuzung mit der Schaafheimer Straße (L3116) – leistungsfähiger gemacht werden sollen. Und das im vorhandenen Straßennetz.

Ein wichtiger Baustein: Grundsätzlich müssen die Ampelschaltungen intelliegenter und an die Verkehrsströme angepasst werden. Zweiter Baustein ist das Ändern von Fahrbahnstreifen: So soll etwa zukünftig die Kreuzung mit der Schaafheimer Straße auf der B26 in Richtung Innenstadt auf zwei statt bislang einer Fahrbahn überquert werden. In den Ostheimer Weg kann nur noch einbiegen, wer in Richtung Stockstadt fährt und die Hindenburgstraße südlich der Bahnunterführung wird zur Einbahnstraße in Richtung Sportgelände. Auf der B26 in Richtung Dieburg fahrend kann dann nicht mehr in diesen Teil der Hindenburgstraße eingefahren werden. Die Rechtsabbiegespur auf der B26 hin zur Bahnunterführung wird um etwa 120 Meter verlängert.

Bilder: Tag der offenen Kaserne in Babenhausen

Auch die Kreuzung am Bismarckplatz soll eine Veränderung erfahren und dadurch leistungsfähiger werden, um den durch die Bahnunterführung kommenden Verkehr besser abfließen zu lassen. So wird man von Wilhelm-Leuscher-Straße kommend nicht mehr nach links auf die Hindenburgstraße fahren können. Die Kreuzung der aus Langstadt kommenden L3065 mit der L3116 soll zudem teilweise durch eine Ampel geregelt werden.

Diese und weitere kurzfristig zu realisierende Maßnahmen wären allerdings nicht ausreichend gewesen, um die Entwicklung der Kaserne wie bislang von den Investoren geplant fortzuführen. Daher hat auch die Kasernenkonversionsgesellschaft alles auf den Prüfstand gestellt, wie Markus Aumann berichtet. Ergebnis: Die Anzahl der bislang geplanten Mehrfamilienhäuser wird zugunsten von Einfamilienhäusern reduziert. Auch werde bei Gewerbeansiedlungen darauf geachtet, dass diese wenig Verkehr mitbringen.

Edwin Mayer ist sich sicher, dass die Verkehrsbehörde Hessen Mobil, der bereits in der vergangenen Woche das Konzept vorgestellt wurde, die Freigabe dafür erteilen wird. Eine der Grundvoraussetzungen, um schließlich Baurecht zu schaffen. Daniel Beitlich jedenfalls nannte das präsentierte Verkehrsgutachten, die darin enthaltenen Lösungsvorschläge und den erbrachten Beweis, dass die verkehrliche Erschließung so möglich ist, einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung der Kaserne.

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