Digitaler Infotag an der Joachim-Schumann-Schule

Kein Happening für die Viertklässler in Babenhausen

Lernen am Laptop: Für die meisten Schüler an der Joachim-Schumann-Schule ist dies derzeit der Schulalltag.
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Lernen am Laptop: Für die meisten Schüler an der Joachim-Schumann-Schule ist dies derzeit der Schulalltag.

Kreativität ist in Pandemie-Zeiten gefragt. So beschreiten die Babenhäuser Schulen – gezwungenermaßen – ganz neue Wege, um die sonst üblichen Tage der offenen Tür für zukünftige Schüler und ihre Eltern zu ersetzen. Die Joachim-Schumann-Schule öffnete nun zwar nicht wie sonst ihre Pforten, um Viertklässler und deren Eltern zum Übergang von der Grundschule in die fünfte Klasse zu informieren.

Babenhausen - Aber einen kurzweiligen Rundgang durch die Ganztagsschule gab es doch – und zwar virtuell. Denn neben Texten mit den wichtigsten Infos über die rund tausend Schüler zählende Integrierte Gesamtschule (IGS) fanden die Besucher der Homepage auch zwei Videos. Die moderne Ausstattung der Schule, einzelne Fächer, Elternarbeit, die Schulsozialarbeit und vieles andere wurden auf diese Weise präsentiert. Zudem wurde dazu eingeladen per E-Mail oder am Telefon Fragen zu stellen. Die Anzahl der Anrufe sei aber „überschaubar“ gewesen, sagte Schulleiter Rainer Becker auf Nachfrage. Grundsätzliches, beispielsweise was eine IGS ist, hätten eigentlich nur Anrufer aus Bayern oder dem Offenbacher Raum. Auch Fragen über die Schullaufbahnen oder die Differenzierung nach Leistungsniveau habe es gegeben. „Für die Eltern im Bereich unseres Schulverbunds sind das keine Themen, denn die Schule ist bekannt. Von den Eltern kamen eher Detailfrage“, sagte Becker.

Interessenten aus Bayern hätten auch gefragt, wie die Chancen seien, an der IGS aufgenommen zu werden, sagte Becker. Von den rund 175 Fünftklässlern, die jedes Jahr in sieben Klassen an der Joachim-Schumann-Schule starten, kommen etwa 25 bis 30 Kinder nicht aus dem Babenhäuser Schulverbund.

Auch wenn es gut gelungen ist, den Eltern und zukünftigen Schülern umfangreiche Infos multimedial und digital zur Verfügung zu stellen, bleibt doch ein Wermutstropfen. Denn das ganz analoge, gegenseitige Kennenlernen, das nicht ohne Bedeutung bei einem Tag der offenen Tür ist, musste aus Gründen des Infektionsschutzes auf der Strecke bleiben. „Man konnte einen guten Einruck über die Homepage gewinnen, aber eigentlich ist so ein Tag der offenen Tür ja auch ein Happening, bei dem es um Sozialkontakte geht“, sagte Becker.

Sozialkontakte sind aktuell an Schulen grundsätzlich fast nur noch digital möglich. Der digitale Unterricht läuft über die vom Schulträger bereit gestellte Plattform Microsoft Teams. Auf dieser können sich die Klassen in Gruppen oder auch die Schüler einzeln mit ihren Lehrern austauschen, ihre Aufgaben bekommen und in Konferenzen unterrichtet werden. Endgeräte können an der Schule ausgeliehen werden.

Lediglich die Schüler, die ihre Real- oder Hauptschulprüfung machen und 16 bis 20 vom Präsenzunterricht befreite Fünft- und Sechstklässler, die nicht zuhause bleiben können, kommen morgens noch zur Schule. Alle anderen werden im virtuellen Klassenraum unterrichtet. „Wie es den Kindern geht, kriegt man im Distanzunterricht natürlich nicht richtig mit. Und die Problematik, dass dabei einige Schüler zurückbleiben ist nicht zu leugnen. Aber unser Kollegium ist sehr engagiert. Das ist die beste Garantie, dass wenige Schüler abgehängt werden“, sagte Becker, der aus dieser Zwangssituation das Beste machen will. Man müsse sich etwas einfallen lassen, auch digitale Möglichkeiten suchen, um das bisher Gewohnte und „Normale“ zu ersetzen. (Petra Grimm)

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