Bauausschuss

Keine Häuser an der Mühle

Idyllisch am Feldrand gelegen – die ehemalige Sickenhöfer Mühle. Fotos: Körtge
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Idyllisch am Feldrand gelegen – die ehemalige Sickenhöfer Mühle. 

Einstimmig hat der Bauausschuss Pläne abgelehnt, dass an der ehemaligen Sickenhöfer Mühle Wohnhäuser errichtet werden.

Sickenhofen – Das hat sich der Babenhäuser Privatmann beim Kauf des ehemaligen Sickenhöfer Mühlenareals sicherlich anders vorgestellt. Bereits 2017 legte er der Stadtverwaltung Entwürfe vor, die Mühle abzubrechen und stattdessen ein Wohngebäude mit „Kunst- beziehungsweise Kunstwerkstatt-Galerie“ zu errichten. Auf dem restlichen Grundstück mit etwa 6 600 Quadratmetern sollten Baugrundstücke für sechs Einzelhäuser in der Verlängerung der Hehnstraße entstehen. Doch nachdem klar war, dass die Untere Denkmalschutzbehörde den eigentlichen Mühlenbau als Kulturdenkmal einstuft, der daher nicht abgerissen werden darf, sondern lediglich die neueren Gebäude, legte der Eigentümer im Frühjahr nun einen geänderten Antrag mit nur noch fünf Baugrundstücken vor.

Doch diesen sieht der städtische Bau-Fachbereich kritisch und legte einen Kompromissvorschlag vor. Der Bauausschuss hat diesen aber nun einstimmig abgelehnt – und zugleich deutlich gemacht, dass dort gar keine neuen Baugrundstücke entstehen sollen. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung, die am Mittwoch, 17. Juni, um 19.30 Uhr in der Stadthalle zu einer öffentlichen Sitzung zusammen kommt.

Nach Einschätzung des Fachbereichs würde das Umsetzen der Ursprungsplanung „eine städtebauliche Fehlentwicklung einleiten und wäre somit als Gefälligkeitsplanung bauplanungsrechtlich unzulässig“, heißt es in der Drucksache des Magistrats. Dazu führen die städtischen Planer mehrere Punkte an. Unter anderem, dass durch das beantragte Vorhaben zwischen Mühle und heutigem Ortsrand „eine nach Norden in den Landschaftsraum auskragende, halbinselartige Baustruktur“ entstehen würde, was eine „harmonische Ortsabrundung“ erschwere. Deshalb haben die Stadtplaner eine Alternative erarbeitet, die ausschließlich eine Bebauung im südlichen Teil vorsieht, wobei ein weiteres Flurstück hinzugenommen werden müsste, um „einen sinnvollen Abschluss des Ortes nach Norden zu bilden“. Außerdem sind weitere Abstimmung mit dem Regierungspräsidium betreffend des Regionalplans und des Hochwasserschutzes zu treffen.

In der Bauausschuss-Sitzung wurde allerdings schnell klar, dass aus der bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Mühle kein Bauland werden soll. Sigmund Kolb (SPD), Michael Wolz (CDU), Manfred Willand (FDP), Wolfgang Heil (FWB) und Kurt Gebhardt (Grüne) sprachen sich für ihre Fraktionen jeweils deutlich dagegen aus. Vielmehr befürworteten sie unter anderem eine Innenverdichtung in dem Stadtteil, denn laut Bau-Fachbereich gibt es in Sickenhofen noch zirka 25 sofort bebaubare Grundstücke. Bürgermeister Joachim Knoke machte darüber hinaus deutlich, dass im Flächennutzungsplan bereits ein Areal östlich der Landrat-Pfeifer-Straße in Richtung Birkenhof für Wohnbau vorgesehen ist.

VON NORMAN KÖRTGE

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