„Eine wirklich effektive Selbstverteidigung“

Kickboxer des TV Babenhausen trainieren wieder gemeinsam

Auch einige Frauen haben ihren Spaß am Kickboxen.
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Auch einige Frauen haben ihren Spaß am Kickboxen.

Die Kickboxer des TV Babenhausen trainieren wieder in der Halle. Lange durften sie diese während des Lockdowns nicht benutzen. Die Mitglieder sind froh, wieder ihrem Sport nachgehen zu dürfen.

Babenhausen – Die Lockdowns mit Kontaktverboten, geschlossenen Sporthallen und dadurch bedingten Trainingsausfälle haben vielen Freizeitsportlern zu schaffen gemacht. Kondition geht wohl auf jeden Fall verloren, manchmal auch die Motivation oder der Gruppenzusammenhalt. Nicht so bei der Kickbox-Abteilung des TV Babenhausen, die nach dem langen zweiten Lockdown jetzt seit Juni wieder pandemiekonform und mit 3G-Konzept gemeinsam in der Halle trainiert.

Zehn Frauen und Männer zwischen 25 und 60 Jahren treffen sich unter der Leitung von Axel Wildgrube jeden Montagabend zum Training. Die Gruppe ist auch über die lange Zwangspause zusammen geblieben, es sind fast alle wieder zum Training aufgetaucht, auch wenn die meisten zugeben, dass sie während des Lockdowns alleine zuhause nicht wirklich sportlich aktiv waren. „Ich bin maximal mit meinem Hund spazieren gegangen“, erzählt einer lachend.

Kreativ in Sachen Gruppenzusammenhalt zeigte sich Norbert Lang, dem „die Corona-Pause echt auf die Nerven ging“, wie er sagt. Er hat zur Motivation der anderen während des Lockdowns ein kleines selbst gedrehtes Filmchen in die Whatsapp-Gruppe geschickt. Es zeigt ihn beim Training im Freien mit wärmender Mütze auf dem Kopf, wie er seine Schlag- und Trittübungen macht. Als Gag sieht man am Ende einen in Stücke zerlegten und gestapelten Baum.

Zehn Frauen und Männer zwischen 25 und 60 Jahren treffen sich unter der Leitung von Axel Wildgrube (dritter von links) jeden Montagabend zum Training.

Kondition und Gelenkigkeit muss bei allen jetzt wieder aufgebaut werden. „Man wird steif, wenn man nichts macht“, sagt Hermann Rothermel, der beim TVB die Karate-Abteilung aufgebaut hat, aus der vor etwa 25 Jahren die Kickbox-Abteilung hervorgegangen ist. In Babenhausen wird das technisch und konditionell sehr anspruchsvolle Leichtkontakt-Kickboxen trainiert. Handschuhe und im Kampf auch ein Gesichtsschutz gehören dazu. „Man lernt beim Kickboxen eine wirklich effektive Selbstverteidigung“, sagt Rothermel, der die Sportler auf Gurtprüfungen vorbereitet und diese Prüfungen auch abnimmt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA entstanden, erfreut sich Kickboxen seit Mitte der 70er Jahre auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Der schnelle Kampfsport – früher „All Style Karate“, „Sport-Karate“ und „Contact-Karate“ genannt – verbindet die Tritte (Kicks) asiatischer Kampfsportarten mit dem konventionellen Boxen, wie es in den USA oder Europa ausgeübt wird.

In der Übungsstunde beim TVB versammeln sich Träger aller Gurtfarben und trainieren gemeinsam, jeder nach seinen Fähigkeiten. Die gut 30-minütige, schweißtreibende Aufwärmphase ist für alle gleich. Dabei ist schon jede Menge Technik dieses martialisch wirkenden Kampfsports integriert. Danach geht es mit Partnerübungen weiter. „Es kann bei uns jeder einsteigen, egal welches Trainingsniveau er hat, auch Anfänger“, sagt Axel Wildgrube, der die Gruppe seit fünf Jahren trainiert.

Seit gerade mal zwei Monaten ist Birgitta Geißler dabei und hat ihren Spaß. Sie hatte vorher nie etwas mit Kampfsport am Hut, ist aber regelmäßig Joggen gegangen. Auf der anderen Seite des Leistungsspektrums steht Schwarz-Gurt-Träger Celal Oynas, der als Kind Kung-Fu-Filme liebte und gerne im heimischen Wohnzimmer den Bruce Lee gab. Bereits als Neunjähriger begann er bei Hermann Rothermel mit Karate. Die Leidenschaft für den Kampfsport ist ihm geblieben. Wer einmal reinschnuppern möchte, ist zum Training – unter 3G-Bedingungen – eingeladen, jeden Montag von 20.40 bis 22 Uhr im hinteren Drittel der linken Schulsporthalle. (Petra Grimm)

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