Projektgesellschaft kann sich vorstellen, Wohnungen umzuwandeln

Grünewald-Gelände: Kita in der „Alten Gärtnerei“?

So soll das bislang von der Gärtnerei Grünewald bewirtschaftete Areal bebaut werden. Der bisherige Parkplatz bleibt erhalten. 
VisUALISIERUNG: Alte Gärtnerei Immobilien GmbH
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So soll das bislang von der Gärtnerei Grünewald bewirtschaftete Areal bebaut werden. Der bisherige Parkplatz bleibt erhalten. VisUALISIERUNG: Alte Gärtnerei Immobilien GmbH

Gesellschafter und Stadt wollen sich zusammensetzen um die Möglichkeiten zu diskutieren.

Babenhausen – Mit 800 000 Euro soll sich die Projektgesellschaft „Alte Gärtnerei Immobilien GmbH“ an den Folgekosten für ihr Neubau-Vorhaben auf dem Areal der Gärtnerei Grünewald beteiligen. Das ist zumindest die Summe, die in der Stadtverordnetenversammlung von CDU-Seite genannt worden ist und deren Änderungsantrag mit den Stimmen aus den Reihen der Freien Wähler und der FDP eine Mehrheit erhielt (wir berichteten). Anstatt den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan zu fassen und damit Baurecht zu schaffen, soll nun nachverhandelt werden. Während der intensiven Diskussion im Plenum – SPD und Grüne sprachen sich gegen den CDU-Antrag aus – verfolgten auf den Zuschauerrängen auch Vertreter der Projektgesellschaft die Debatte und wollen im Nachgang einige Argumente nicht unkommentiert lassen.

„Wir sind an einer Einigung interessiert und verschließen uns auch Verhandlungen nicht“, sagt Larissa Knipp, Projektleiterin bei Aurelion Immobilien, einer von vier Gesellschaftern der „Alte Gärtnerei Immobilien GmbH“. Sie widerspricht allerdings der getätigten Aussage, dass es bereits Verhandlungen gegeben habe. „Bis zur Stadtverordnetenversammlung wurde mit uns über dieses Thema nicht verhandelt oder gesprochen“, berichtet Knipp. Am Dienstag habe dann eine Videokonferenz mit der Stadt stattgefunden, in der dann auch die Folgekosten Thema waren.

„Auch unser Vorhaben ohne weitere Prüfung der Parameter mit anderen Bauprojekten zu vergleichen, finden wir eher unsportlich“, sagt Knipp und meint damit das Reihenhaus-Bauvorhaben an der Frankfurter Straße, wo sich der Investor mit etwa einer Millionen Euro an den Folgekosten für einen Kita-Neubau beteiligt. Damit würden sprichwörtlichen „Äpfel mit Birnen“ verglichen: Auf der einen Seite familienfreundliche Einfamilienhäuser mit barrierefreien Zwei- oder Drei-Zimmer-Eigentumswohnungen auf der anderen Seite. „Die Zielgruppen dieser beiden Immobilien unterscheiden sich nun mal immens und grundsätzlich“, meint Knipp: „Wir gehen davon aus, dass in unserer Wohnanlage voraussichtlich wenig Familien einziehen.“

Bereits seit gut vier Jahren ist die Projektgesellschaft in Gesprächen mit der Stadt Babenhausen und hat, nachdem die erste 2016 vorgelegte Planung keine Mehrheit fand, etliches, auch auf Wunsch der Politik und Anwohnern, umgeplant. Dazu gehört auch, dass die CDU statt des ursprünglich geplanten Mischgebietes ein allgemeines Wohngebiet gefordert habe. „Städtebaulich sehr schade, denn ein Ärztehaus oder mindestens die funktionale Ausbildung der Baukörper zur Gewerbetauglichkeit an diesem exponierten Platz hätte der Stadt sicherlich gutgetan“, heißt es vonseiten der Projektgesellschaft.

Auch als vergangenen Jahr Jahr das Thema Entwässerung und die Lösung der Rigolen und begrünten Dächer aufkam, sei klar gewesen, dass dieser große Kostenaufwand vom Investor übernommen werde. „Nur Folgekostenübernahme waren nie ein Thema“, so Knipp. Nun hätten sich seit den ersten Gesprächen über die Bebauung der „Alte Gärtnerei“ die Bauphase dermaßen hinausgezögert, „dass wir offensichtlich in andere Maßgaben für Satzungsbeschlüsse gerutscht sind“, sagt Knipp: „Leider wusste das in den vergangenen Wochen niemand, als wir unsere Unterlagen für den Satzungsbeschluss vorbereitet haben.“

Den Willen zu Kompromissen habe die Projektgesellschaft immer wieder gezeigt und werde dies auch beibehalten. „Wir können uns vorstellen, geplante Wohnungen in eine Kindertagesstätte umzuwandeln“, sagt Knipp. Am Wochenende werden die Gesellschafter zusammen sitzen und darüber sprechen, inwieweit der Stadt diesbezüglich entgegengekommen werden könne.

Von Norman Körtge

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