Verein VSR-Gewässerschutz

Brunnenwasser getestet: 90 Proben eingesammelt

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Das Labormobil des Vereins VSR-Gewässerschutz machte gestern Station an der Stadthalle.

Babenhausen - Zwei Stunden stand gestern Vormittag das Labormobil des Vereins VSR- Gewässerschutz auf dem Parkplatz der Stadthalle. Das Interesse war groß. 90 Proben mit Brunnenwasser aus der Region sammelten Harald Gülzow und Lina Remme ein. Von Norman Körtge 

Wie ist eigentlich die Qualität meines Brunnenwassers? Diese Frage hat sich Oswald Rith aus Münster gestellt. Der Senior, der eine Gartenparzelle am Freizeitzentrum besitzt, nutzt es unter anderem, um das Planschbecken für die Kinder zu befüllen. „Ich möchte einfach gerne wissen, ob das Wasser dafür unbedenklich ist“, berichtet er. Daher hatte er eine Wasserprobe in eine Plastikflasche gefüllt und war gestern Vormittag nach Babenhausen auf den Stadthallenparkplatz gekommen. Dort hatte der bundesweit tätige Verein VSR-Gewässerschutz sein gelbes Labormobil geparkt.

Harald Gülzow testete das Brunnenwasser noch vor Ort.

Insgesamt 90 Proben sammelten die beiden Vereinsmitgliedern Harald Gülzow und Lina Remme ein. Eine sehr gute Resonanz, wie Gülzow berichtet. Im Schnitt kämen 50 Proben bei einem der jährlich rund 120 stattfindenden Vorort-Termine zusammen, so Gülzow. In der Region scheint das Interesse allerdings überdurchschnittlich hoch zu sein. Im Mai stand das Labormobil in Rodgau. Seinerzeit wurden 86 Proben abgegeben (wir berichteten).

Ob das eigene Brunnenwasser für das Befüllen des Planschbeckens, aber auch für das Gießen von Gemüse- und Obstpflanzen, unbedenklich ist, das wollen die meisten Interessierten wissen. Daher wählten in Babenhausen viele, wie auch eben der Münsterer Oswald Rith, nicht die Standard-Untersuchung, die vor Ort durchgeführt wird, sondern die Laboruntersuchung. „Dabei wird das Wasser auch auf Bakterien untersucht“, erklärt Gülzow. Zirka zwei Wochen dauere es, bis den Bürgern die Ergebnisse mitsamt einer Erläuterung ins Haus flattern. 16 Wasserproben wurden gestern mit dem Schnelltestverfahren im mobilen Labor auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt getestet. Lediglich bei einer wurde der Nitrat-Grenzwert überschritten, berichtet Gülzow im Nachgang.

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Nitrat ist ein Bestandteil von Dünger. Bringen Landwirte und Gartenbaubetriebe Gülle, Gärreste und Mineraldünger auf, besteht immer die Gefahr, dass Nitrat ins Grundwasser gelangt. Dadurch kommt es auch häufig zur Nitratbelastung von Brunnenwasser. Wasser mit höheren Nitratkonzentrationen ist aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Trinken geeignet. Auch die Verwendung zum Befüllen eines Planschbeckens oder Teichs wird eingeschränkt. Beim Gießen ist es wichtig, die Nitratkonzentration zu kennen.

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