Konzert in der Kirche

Klangerlebnis folgt Geselligkeit: Posaunenchor lädt ein

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Neben dem Können der Musiker lebte das Konzert von der besonderen Atmosphäre und Akustik in der Langstädter Kirche.

Es gibt einen Unterschied zwischen Kirchenkonzert und Konzert in der Kirche. „Bei Letzterem bleibt im Programm deutlich mehr Spielraum, da nicht nur sakrale Werke gespielt werden."

Langstadt – Es gibt einen Unterschied zwischen Kirchenkonzert und Konzert in der Kirche. „Bei Letzterem bleibt im Programm deutlich mehr Spielraum, da nicht nur sakrale Werke gespielt werden. Deshalb haben wir uns für das Konzert in der Kirche entschieden“, erläutert Markus Metzler vom Posaunenchor Langstadt. Am Sonntagabend luden die Bläser zum Höhepunkt ihres Jahresprogramms ins evangelische Gotteshaus.

Bei den Titeln wartete eine interessante Zusammenstellung: Von einer Kostprobe aus dem Musical „Jesus Christ Superstar“ bis zur „Zoigl-Polka“ oder dem „Marche Religieuse“ war unter der Leitung von Michael Schließmann ein stetiger Klangwechsel angesagt. Der „Marche Religieuse“ aus der Feder von Christoph Willibald von Gluck und dem Arrangement von Jerome Naulais ist zwar offiziell ein Marsch, dennoch kommt er sehr getragen und feierlich daher. So passte er wunderbar als Eröffnungsstück.

Ähnlich verhält es sich mit dem Werk „Polovetzian Dance“, das ebenfalls zwischen kirchlicher und weltlicher Ausrichtung liegt. Die Bläser boten es als viertes von insgesamt sieben Stücken an dem Abend.

Alle zwei Jahre lädt der Posaunenchor Langstadt zu einem großen Konzert in die Kirche. Diesmal begannen die Vorbereitungen im Februar mit zwei wöchentlichen Proben. „Die Aktiven sind dabei weitaus mehr angespannt und gefordert als wenn sie bei einem Frühschoppen auftreten“, weiß Vorstandsmitglied Metzler. Deshalb sei ein zweijähriger Turnus ideal. Ohnehin seien viele Mitglieder noch in anderen Vereinen im Ort aktiv. Zudem dürfe die Ausrichtung des alljährlichen Schulhoffestes nicht vergessen werden. 2018 gab es kein großes Konzert, zu organisieren galt es trotzdem: Mit dem ersten Apfelblütenfest in der Straßenmühle zwischen Langstadt und Schlierbach wurde das 90-jährige Bestehen des Posaunenchors gefeiert. Da mit Aufbau und Bewirtung genug zu tun war, spielte der befreundete Musikzug aus Vallstedt (bei Braunschweig) auf. Im Jubiläumsjahr löste sich der Chor aus dem Kirchenverbund und gründeten einen eigenen Verein. Die Selbstständigkeit hatte finanzielle Gründe: die lassen sich fortan weitaus leichter regeln. „Wir sind natürlich auch weiterhin Bestandteil der Kirche und werden unsere Wurzeln nicht vergessen“, so Metzler.

Für das jüngste Konzert konnten die Bläser Pfarrer Philip Messner als Moderator gewinnen. Zu den sieben Stücken im Programm durften sich die Zuhörer auf vier Zugaben freuen. Danach war der Abend alles andere als beendet: Auf dem Kirchplatz hatte der Posaunenchor noch einen kleinen Biergarten samt Zelt für eine After-Show-Party aufgebaut. In Langstadt ganz normal: Hier gehört Geselligkeit als Ausdruck einer intakten Dorfgemeinschaft fast zu jeder Veranstaltung einfach dazu.

Von Michael Just

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