Lumpenball zum Start

MSC Wartturm feiert 50. Geburtstag

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Beim S1-Rennen bei den Deutschen Supermoto Meisterschaften Ende Juni in Schaafheim lieferten sich Bernhard Hitzenberger (rechts) und Simon Vilhelmsen auch persönlich ein Rennen.

Schaafheim - Fast auf den Tag genau feierte der Motorsportclub Wartturm (MSCW) seinen Geburtstag. Am 2. November 1967 wurde der Verein gegründet, die akademische Feier stieg am Samstag im Clubheim Richard Löhr Haus.

Die Laudatio zum Geburtstag des Motorsportclubs Wartturm hielt Jochen Wattenbach, ehemaliger Sportleiter des ADAC Hessen. In diesem Verband ist der MSCW von Beginn an Mitglied. Wattenbach ist zwar nicht mehr im Amt, hat den Verein aber über viele Jahre begleitet und fühlt sich dem MSCW auch heute noch sehr verbunden.

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des MSCW wurden langjährige Mitglieder geehrt.

Der Verein habe seine Aktivitäten 1968 nicht mit einem sportlichen Event begonnen, sondern veranstaltete im Januar 1968 einen Lumpenball. Eine Jugendgruppe wurde gegründet, aber auch für die älteren Mitglieder gab Aktivitäten. Zu einem Massenausflug starteten 250 Teilnehmer in den Spessart. Damals noch ohne Vereinsgelände, wurde aber auch dem Motorsport gefrönt, Orientierungs- und Bildersuchfahrten sowie Ralleysport standen bereits auf dem Programm des Vereins.

Anfang 1970 begannen Diskussionen über ein eigenes Clubgelände. 1972 veräußerte die Gemeinde die damalige Sandgrube an den Verein und die ersten Motocrossrennen fanden statt. Wattenbach lobte den MSCW als hervorragenden Veranstalter von verschiedenen Motorsportarten. Außerdem sei der Verein in der ADAC-Mitgliederstatistik immer unter den ersten drei Clubs in Hessen gewesen. Heute hat der MSCW 286 Mitglieder. Unter ihnen waren auch immer sehr erfolgreiche Motorsportler wie Sebastian Vettel oder Timo Glock.

1982 wurde die Kartbahn fertiggestellt und 1986 das neue Clubhaus eingeweiht. Die deutsche Kartmeisterschaft war einer der Höhepunkte im Jahr 1986. Aber auch mit anderen Veranstaltungen konnte der MSCW punkten. 1987 zog ein Open-Air-Festival mit Joe Cocker, Udo Lindenberg und anderen Gruppen 15 000 Zuschauer auf das Vereinsgelände. Die Kartbahn wurde dann Anfang der 1990er Jahre verlängert, um auch weiterhin internationale Meisterschaften in Schaafheim ausrichten zu können. Insgesamt waren es bisher über 200 internationale und nationale Motorsportveranstaltungen.

Stefan Früchtenicht, der erste Vorsitzende, freute sich über viele Ehrengäste. Bürgermeister Reinhold Hehmann benannte den MSCW als „Alleinstellungsmerkmal in der Vereinslandschaft des Landkreises“. Kreisbeigeordneter Frank Klock befand den MSCW als gute Ergänzung zu anderen Vereinen und gratulierte zu einem halben Jahrhundert erfolgreicher Vereinsarbeit.

Zahlreiche Mitglieder wurden für langjährige Mitgliedschaft von Gisela Warminsky aus dem ADAC-Vorstand geehrt. Horst Laber erhielt für seinen Einsatz bei Motorsportveranstaltungen die Ewald Kroth Medaille in Gold, Gerhart Welbers in Silber sowie Silvio Kranz, Wolfgang Hartmann und Georg Nebel in Bronze. Heinrich Karl Höreth wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Smarte Accessoires im Auto 

Oliver Baesum wohnt in Bad-Vilbel, ist aber dennoch seit 26 Jahren Mitglied im MSCW. Er fuhr früher auch bei Rennen mit, inzwischen hat er eine Jugendgruppe aufgebaut. Sein 17-jähriger Sohn Lucca ist schon lange vom Motorradfieber gepackt. Auf der Straße darf er noch nicht fahren. Auf dem Anhänger werden die Motorräder, reine Sportgeräte, die oft überhaupt keine Zulassung für das Fahren auf der Straße haben, nach Schaafheim transportiert. Im zarten Alter von zweidreiviertel Jahren fuhr Lucca das erste Mal Krad. „Er konnte Motorrad fahren, bevor er radeln konnte“, erinnert sich der Vater.

Mädchen oder Frauen sind im Motorsport noch eher die Ausnahme. Paula Kriegenhofer, 15 Jahre, aus Aschaffenburg bestätigt die Ausnahme. Sie ist durch den Papa zu ihrem Hobby gekommen. „Das macht mir Spaß, weil das nicht jeder macht und ich alles selbst bestimmen kann“, sagt sie. Wobei sie Super-Motocross nicht so gerne fährt, das ist ihr ein wenig zu schnell. (zba)

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