Medizinisches Versorgungszentrum eröffnet

Ärzte ziehen in ehemaliges Michelsbräu-Gebäude

Beim Banddurchschneiden auf dem ehemaligen Michelsbräu-Gelände hielt sich Dr. Abrar Mirza (links an der Hauswand) vornehm zurück und überließ diesen symbolischen Akt Bürgermeister Joachim Knoke und seinen Eltern Ikram und Samia Mirza.

Babenhausen - Auch wenn es den Titel erst ab 1. Januar tragen darf – das von Dr. Abrar Mirza initiierte Medizinische Versorgungszentrum auf dem ehemaligen Michelsbräu-Gelände ist eröffnet. Der Allgemeinmediziner praktiziert nun nicht mehr im Storchenweg, sondern an der Fahrstraße. Von Norman Körtge

Die Handwerker, der Reinigungstrupp und die Mitarbeiter haben ganze Arbeit geleistet. Gut 15 Stunden vor der offiziellen Eröffnung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) sind die Böden noch abgedeckt, es fehlen Türzargen, nicht alle Computer sind angeschlossen und die medizinischen Apparate sind noch unter Folie verborgen. Es ist staubig. Viele fleißige Menschen wuseln durch das ehemalige, denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude der Michelsbräu, das seit März nach den Vorstellungen von Dr. Abrar Mirza grundlegend saniert und umgebaut worden ist. 2,7 Millionen Euro, inklusive des Kaufpreises für die Immobilie, hat der zuvor zwei Jahre lang im Storchenweg praktizierende Allgemein- und Notfallmediziner investiert, um die medizinische Versorgung für Babenhausen und die Umgebung auf breite Füße zu stellen.

In dem Konferenzsaal unterm Dach sollen Schulungen für Patienten, zum Beispiel über Diabetes oder Asthma, stattfinden.

Als Dr. Mirza am Eröffnungstag die geladenen Gäste – nachdem im nahegelegenen Café „Elephant“ die offizielle Feier stattgefunden hatte – über die auf drei Geschosse verteilten 550 Quadratemeter führt, ist alles picobello sauber. Aber nicht alles fertig: Die Glasfront für den auf der Rückseite der Fahrstraße 83 gelegenen Eingangsbereich und das Treppenhaus werden wahrscheinlich Ende dieser Woche eingebaut, der Feinschliff an verschiedenen Stellen folgt im Dezember. Der Aufzug soll im Februar montiert werden. Aber: Seit Wochenbeginn praktizieren er und Kollegin Gabriele Kehl, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie, in den modernen, hellen Räumen. „Es hat den Touch einer Klinik, ist aber keine“, erzählt Dr. Mirza. Geräumig und Diskretion wahrend ist der Empfangsbereich mit seinen drei Plätzen. Es gibt ein Schnelldiagnosezimmer für Angelegenheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, und drei Behandlungszimmer für die hausärztliche Versorgung. Im ersten Stock werden – wie berichtet – die Fachärzte angesiedelt. Rheumatologie, Kardiologie (Herz), Pneumologie (Lunge) und Diabetologie. Mit einer chirurgisch-orthopädischen Klinik steht Mirza kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen, sodass wahrscheinlich im Frühjahr ein Facharzt tageweise im MVZ sein wird. Insgesamt ist Platz für bis zu neun Fachärzte. Diese werden nicht täglich vor Ort sein, aber von den Arzthelferinnen koordiniert werden.

Im ersten Stock werden auch sämtliche Ultraschalluntersuchungen stattfinden können, Belastungs-EKGs, Lungenfunktionstests und Stoßwellentherapie durchgeführt werden. Als „Herzstück“ bezeichnet der junge Familienvater das dritte Geschoss. Dort, unter dem Dach, ist neben den Verwaltungsbüros auch der Konferenzraum untergebracht. An dem großen, ovalen Tisch sollen zukünftig unter anderem Schulungen für Diabetiker oder Asthmatiker stattfinden.

Bilder: Michelsbräu wird zum MVZ

Michelsbräu in Babenhausen wird zum MVZ: Bilder
Michelsbräu in Babenhausen wird zum MVZ: Bilder
Michelsbräu in Babenhausen wird zum MVZ: Bilder
Michelsbräu in Babenhausen wird zum MVZ: Bilder
Bilder: Michelsbräu wird zum MVZ
Den Ärzten im MVZ steht ein hochmodernes Ultraschallgerät zur Verfügung.

Deutliche Worte findet Dr. Mirza, wenn er nach der Intention für das gestemmt Vorhaben gefragt wird: „Ich möchte in den nächsten 30 Jahren nicht nur krank schreiben oder weiter überweisen und den Patienten in der Weltgeschichte auf der Suche nach Fachärzten rumirren lassen. Der Patient gehört in den Mittelpunkt. Humanmedizin muss wieder human sein.“ Die Medizin sei sehr modern und auch sehr speziell geworden, so der Doktor. Sein MVZ, in dem die Fachärzte vernetzt sind, soll dem Rechnung tragen. Seine Vision: „Wenn dieses Konzept hier funktioniert, sollte es auch in andere Regionen übertragen werden.“

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