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Mehr Geld für die Vereine in Babenhausen

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Von: Norman Körtge

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Nicht nach dem Gießkannen-Prinzip wird die Vereinsförderung ausgeschüttet. Vielmehr müssen Vereine Anträge stellen und einmal jährlich ihre Mitgliederzahl an die Stadtverwaltung übermitteln. Ein optischer Hingucker ist die rote Gießkanne hingegen in der Altstadt-Straße Im Fronhof und dient dort als Namensschild.
Nicht nach dem Gießkannen-Prinzip wird die Vereinsförderung in Babenhausen ausgeschüttet. Vielmehr müssen Vereine Anträge stellen und einmal jährlich ihre Mitgliederzahl an die Stadtverwaltung übermitteln. Ein optischer Hingucker ist die rote Gießkanne hingegen in der Altstadt-Straße Im Fronhof und dient dort als Namensschild. © Körtge

Die etwa 70 Babenhäuser Vereine können sich nach den Haushaltsbeschlüssen nicht nur über deutlich mehr Geld im Vereinsfördertopf (58 000 statt zuvor 30 000 Euro) freuen, sondern müssen sich, um daraus schöpfen zu können, auch mit den jüngst von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen neuen Vereinsförderungsrichtlinien beschäftigen.

Babenhausen - Die zuletzt 2009 aufgestellten Richtlinien sind von der Rathaus-Stabsstelle „Jugend, Sport und Kultur“ überarbeitet worden. Eingeflossen sind darin nicht nur die in einem CDU-Antrag gemachten Vorschläge, sondern auch Recherchen in umliegenden Kommunen, Erfahrungswerte der Stadtverwaltung aus den vergangenen Jahren sowie die Ergebnisse einer von der Stabsstelle initiierten Umfrage in der Vereinswelt.

„Knapp 20 Vereine haben sich daran beteiligt“, berichtet Lara Kresz, die zusammen mit Michael Spiehl die Stabsstelle anführt. Ein Großteil davon habe sich zu den bisherigen Richtlinien zufrieden geäußert, aber auch Verbesserungsvorschläge genannt. Dazu gehörte, ob die Stadt für das Beantragen und die Mitgliedermeldung nicht Formblätter zur Verfügung stellen könne. Einen Vorschlag, der nicht nur gerne aufgenommen wurde, sondern in die Tat umgesetzt wird. „Wir haben uns dazu auch bei umliegenden Kommunen umgeschaut“, sagt Spiehl.

Kernstück der Vereinsförderung bleibt die laufende jährliche Förderung (30 000 Euro), die sich am Vereinszweck und der Mitgliederzahl bemisst. Neu ist dabei, dass für die Berechnungsgrundlage des Grundbonus die Bereiche Kultur und Musik zusammengefasst und damit gleichgestellt worden sind und zusammen mit den Sportvereinen mit 1000 Punkten (alt: 700) den höchsten Bonus bekommen. Umwelt- und Naturschutzvereine bekommen 750 Punkte (gänzlich neue Kategorie), alle anderen 250 (alt: 100). Beim Bewerten der Mitglieder wird nun zusätzlich berücksichtigt, wer inklusive und/oder geflüchtete Mitglieder in seinen Reihen hat. Zuvor hatte es lediglich für Kinder- und Jugendliche eine höhere Punktewertung gegeben.

Auch bezüglich der Aufnahme in die Liste der geförderten Vereine fiel eine Hürde: Musste die Mehrheit der Mitglieder bislang ihren Wohnsitz in Babenhausen haben, ist dies nun nicht mehr ausschlaggebend. Wie Kresz und Spiehl erläutern, profitieren davon etwa der Bogenclub oder gegebenenfalls die Angelsport- und Reitvereine. Denn auch diese Vereine würden einen Beitrag zum Gemeinwesen leisten, etwa durch die Organisation von Veranstaltungen und Teilnahme an Festen oder anderen (auch städtischen) Veranstaltungen oder Aktionen, wie den Ferienspielen oder durch Müllsammelaktionen. Und der ein oder andere Auswärtige kaufe dann auch in Babenhausen ein oder gehe schließlich auch bei der hiesigen Gastronomie etwas essen, meint Spiehl.

Bei der finanziellen Förderung der Vereinswelt ist der Mindestbetrag für förderungsfähige Anschaffungen auf 250 Euro herabgesetzt worden. Insgesamt stehen im Fördertopf nun 16 000 Euro für zu beantragende Projekte zur Verfügung. Neu ist, dass auch Zuschüsse für Sach- und Betriebskosten gewährt werden können. Hier können dann Kosten für vereinseigene Gelände beziehungsweise Gebäude geltend gemacht werden, aber eben auch Mietkosten für spezielle und für die Ausübung des Übungs- und Trainingsbetriebes zwingend nötige Trainingsstätten. 8 000 Euro sind dafür derzeit eingeplant.

Darüber hinaus können Vereine Zuschüsse für besondere, für die Stadt repräsentative Vereinsprojekte, Turniere oder Ähnliches sowie auch für Fahrten und Aktionen mit den Partnerstädten Babenhausens beantragen.

Viel Wert legen Spiehl und Kresz auch auf die indirekte, städtische Unterstützung der Vereine. Diese indirekte Förderung ist größtenteils schon lange gelebte Praxis in der Stadt Babenhausen und wurde in den aktualisierten Richtlinien nun erstmals verschriftlicht und stellenweise auch erweitert.

Zukünftig können diese städtische Hallen nicht nur einmal im Jahr für Versammlung nutzen, sondern zweimal und explizit auch kulturelle Veranstaltungen. Auch könnten die Kleinbusse der Kinder- und Jugendförderung, allerdings gegen Entgelt, für Fahrten der Vereinsjugend ausgeliehen werden; ebenso der Spieleanhänger. „Auch eine Leistung der Stadt, die bislang nur wenig bekannt war“, so Spiehl. Außerdem organisiert die Stadt vor Ort notwendige Aus- und Fortbildungen. Zum Beispiel die Hygieneschulungen des Gesundheitsamtes oder die vom Landessportbund anerkannten Weiterbildungen etwa in Sachen Kindeswohlgefährdung und Aufsichtspflicht.

Außerdem steht die an der Bürgermeister-Rühl-Straße 6 beheimatete Stabsstelle „Jugend, Sport und Kultur“ als städtischer Ansprechpartner generell den Vereinen beratend zur Seite. Auch wenn es um Fragen rund um die finanziellen Aspekte Vereinsförderung geht. (Norman Körtge)

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