Kita Kaisergärten mit tollem Verkehrsprojekt

Mehr Kita-Plätze in Babenhausen

Im Verkehrsgarten der Kita Kaisergärten lernen die Kinder seit Kurzem wichtige Verkehrsregeln.
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Im Verkehrsgarten der Kita Kaisergärten in Babenhausen lernen die Kinder seit Kurzem wichtige Verkehrsregeln.

Die Kita-Landschaft in Babenhausen ist und bleibt in Bewegung. Der Ausbau der Plätze geht voran. In der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend ist der aktuelle Magistratsbericht dazu zur Kenntnis genommen worden. Und in den Einrichtungen selbst wird wertvolle pädagogische Arbeit geleistet. Allen voran in der Kita Kaisergärten auf dem Kasernengelände.

Babenhausen- Wie aus dem halbjährlichen Bericht (Stichtag 30. Juni) hervorgeht, fehlen in der U3-Betreuung (Krippe) bis Ende des Jahres 22 Plätze. Ausgegangen wird dabei davon, dass für 50 Prozent der Ein- bis Dreijährigen ein Platz benötigt wird. Bis zum Juni 2021 wird die Zahl der fehlenden Plätze voraussichtlich auf zehn fallen. Hintergrund ist, dass „ein starker halber Jahrgang aus dem U3-Bereich herauswachsen“ und laut Einwohnermeldeamt in diesem Zeitraum weniger Krippenkinder nachrücken.

Der Versorgungsgrad der U3-Betreuung steigt von zuletzt 34,9 auf 47 Prozent. Ziel der Stadt sind 50 Prozent. Dazu tragen die neuen jeweils im Oktober an den Start gehenden U3-Gruppen in der evangelischen Kita (zwölf Plätze) und der Kita Kaisergärten (24 Plätze) bei.

Für die Ü3-Betreuung (Drei- bis Sechsjährige) stehen bis zum Jahresende ausreichend Plätze zu Verfügung. Zum 1. Dezember sollten gar 39 Plätze frei sein Dies liegt in der Natur der Sache, da in einem Kita-Jahr die Plätze sukzessive aufgefüllt werden, sobald ein Kind drei Jahre alt wird. Bis zum Juni 2021 sind aber dann nicht nur alle Plätze komplett belegt, sondern es fehlen dann 58 Betreuungsmöglichkeiten. Erst im August, wenn Kinder aus der Kita in die Schule wechseln, stehen wieder ausreichend Plätze zur Verfügung.

Zu den zusätzlichen geschaffenen Betreuungsstellen gehören die 20 in der Waldkita Harpertshausen (siehe nächster Abschnitt) und 25 Plätze in der Kita Kaisergärten. Der Versorgungsgrad erhöht sich von 87 auf 91,7 Prozent. Angestrebt sind 100 Prozent.

Sorgen bereitete in den vergangenen Monaten die Personalsituation in der ASB-Kita in Sickenhofen. Wegen fehlender Erzieherinnen konnte die Kita nicht voll belegt werden. Wie Fachbereichsleiterin Regina Lange auf Nachfrage mitteilt, sollen im Oktober zwei neue Kräfte eingestellt werden, sodass sich im Babenhäuser Stadtteil die Betreuungssituation entspannen dürfte.

Da es derzeit sieben Neubaugebiete mit unterschiedlichem Zuzugspotenzial in den kommenden Jahren gibt – unter anderem die Kaserne, Grünewald- und Michelsbräu-Areal und Boßwenhain –, sei es „sinnvoll, den Ausbau der Kita-Plätze voranzutreiben“, heißt es im Bericht.

Neue Wakdkita-Gruppe in Harpertshausen

Der vor knapp einem Jahr eröffnete Waldkindergarten in Harpertshausen wächst und gedeiht. Das Konzept ist von Eltern und Kindern gut angenommen, heißt es seitens der Stadt. Anfang März dieses Jahres beschlossen die Stadtverordneten, weitere Waldkita-Plätze zu schaffen. Nun ist mit der Waldkita-Betreiberin, der Sense-Ability-Academy, ein entsprechender Vertrag unterschrieben worden.

Die zweite Waldkita – sie wird den Namen „Die bunten Vielfalter II“ tragen – wird im gleichen Harpertshäuser Waldstück zu finden sein, jedoch an einem anderen Platz. Das DRK-Heim wird sowohl als Schutzraum bei Sturm als auch zum Mittagessen genutzt werden. Das Mittagessen wird für beide Kitas angeliefert, gegessen wird dann zeitlich versetzt im gleichen Raum.

Zweite Waldkita-Gruppe: Den Betreibervertrag unterzeichnete Asha Scherbach von der Sense-Ability-Academy (links) und Bürgermeister Joachim Knoke (rechts) im Beisein von Fachbereichsleiterin Regina Lange und Erstem Stadtrat Reinhard Rupprecht.

Das Personal für die Erweiterung ist bereits gefunden: Es handelt sich um zwei ausgebildete Erzieherinnen, eine davon mit langjähriger Erfahrung in der Waldpädagogik. Die dritte Betreuungskraft befindet sich in Ausbildung. Voraussichtlich werden die alte und die neue Gruppe gemischt, weil sich die Eingewöhnung für die neuen Kinder zusammen mit bereits walderfahrenen Kindern besser gestaltet.

Außerdem gibt es Gespräche zur Kooperation mit dem Schwimmverein Harpertshausen. Die Kinder bekämen die Möglichkeit, ihr erstes Schwimmabzeichen, das Seepferdchen, während der Kindergartenzeit abzulegen.

FDP-Antrag zu Kita-Gebühren in der Notbetreuung

Mehrheitlich angenommen worden ist am Donnerstag-abend in der Stadtverordnetenversammlung nach einer namentlichen Abstimmung ein FDP-Antrag. Damit sollen die Gebühren für die Zeit der Pandemie-Notbetreuung beziehungsweise des eingeschränkten Regelbetriebs „fair geregelt“ werden, wie es FDP-Politikerin Milena Scinardo formulierte. Hintergrund: Es gibt zwar eine tagegenaue Abrechnung, aber es gibt Fälle, in denen Eltern den Höchstbetrag zahlen, die Kinder aber weitaus geringere Betreuungszeiten in Anspruch genommen haben beziehungsweise nutzen konnten. Wie aus der Diskussion hervorging, vertritt die SPD und die Stadtverwaltung diesen Ansatz nicht.

Ein Verkehrsgarten in den Kita Kaisergärten

In den Kita Kaisergärten gibt es ein Verkehrserziehungsprojekt. Kita-Leiterin Carina Meusel liefert dazu eine szenische Beschreibung: Konzentriert bleiben Julian und Nida-Hatice am Zebrastreifen stehen. Sie schauen nach links, nach rechts und wieder nach links, dann strecken beide ihren Arm nach vorne. Und tatsächlich: Die Kindermeute, die zügig mit ihren Laufrädern anrollt, bleibt stehen. Julia und Nida-Hatice sowie ihre Freunde, schauen noch mal, ob wirklich alle Rädchen stehen und gehen dann auf geradem Weg über den Zebrastreifen.

Seit etwa drei Wochen treffen sich täglich zwei Projektgruppen mit je 15 Kindern, zusammen mit der pädagogischen Fachkraft Donna Bieber auf dem riesigen Kasernenparkplatz vor der Kita. Sie machen sich in dem dort aufgebauten Verkehrsgarten, mit echten Straßenschildern, fit für die Straße.

Die Idee dazu kam den Erzieherinnen bei der Vorbereitung ihres Konzeptionstages Anfang September. Eine Vorbereitungsgruppe erkundete, das Kasernengelände nach Lernmöglichkeiten für Mitarbeiter und Kinder. Fündig wurden sie dabei unter anderem bei der Verkehrssicherungsfirma VSRM gegenüber der Kita. „Die freundlichen Mitarbeiter der Firma brachten bereits am nächsten Tag einen ganzen Verkehrsgarten mit Straßenschildern vorbei“, berichtet Meusel.

Die Kaisergärten-Erzieherinnen mit den spendierten Schildern einer benachbarten Firma.

„Die Kinder werden lernen, welche Gefahren der Straßenverkehr birgt, wie man als Fußgänger über die Straße geht, wie man den Zebrastreifen nutzt, was die Farben der Ampel bedeuten und welche Verkehrsschilder für Fußgänger und angehende Fahrradfahrer wichtig sind“, Donna Bieber: „Mir ist aber auch wichtig, dass die Kinder sich im sicheren Umgang mit den Lauf- und Fahrrädchen üben, denn viele Kinder sind mit drei Jahren noch sehr unsicher auf den Laufrädchen.“ So gibt neben dem Fußgängertraining auch ein Laufradtraining. Für Rädchen und Helme hatte im Herbst vergangenen Jahres Zweirad Niederhofer gesorgt. (Von Norman Körtge)

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