Protest gegen AfD-Veranstaltung

Die Mehrheit steht draußen

+
Hülya Lehr (links) vom Aktionsbündnis „Aufstehen gegen Rassismus in Darmstadt-Dieburg“ eröffnete gestern Nachmittag mit ihrem Redebeitrag die Protest-Kundgebung auf dem Parkplatz der Stadthalle.

Babenhausen - Zum zweiten Mal innerhalb der vergangenen zwölf Monate hat der AfD-Kreisverband Darmstadt-Dieburg zu einer Wahlkampfveranstaltung in die Stadthalle geladen.

Und wie bei der Versammlung im Vorfeld der Bundestagswahl im September 2017, formierte sich auch diesmal Protest. „Auch heute sind wir mehr als sie. Die gesellschaftliche Mehrheit, das sind wir“, sagte der aus Schaafheim stammende Tim Dreyer, Direktkandidat der Linken für die anstehende Landtagswahl.

Zahlenmäßig hatte er jedenfalls recht. Während dem Aufruf des Aktionsbündnisses „Aufstehen gegen Rassismus in Darmstadt-Dieburg“ mehr als 100 Menschen gefolgt waren, versammelten sich im kleinen Saal der Stadthalle knapp 50 am Programm der AfD Interessierte. AfD-Kreisverbandssprecher Kay Salawa begrüßte als Redner unter anderem die AfD-Bundestagabgeordneten Thomas Seitz sowie Jan Nolte und dankte Dieter Schade, Sprecher des Ortsverbandes Babenhausen/Schaafheim, für die Vorbereitung. Schade informieret darüber, dass der Ortsverband am 21. August vergangenen Jahres gegründet worden ist und sich einmal im Monat zu einem Stammtisch trifft.

Die angekündigten AfD-Redner hatte die aus Münster stammende Hülya Lehr, Koordinatorin des Aktionsbündnisses „Aufstehen gegen Rassismus in Darmstadt-Dieburg“, bereits im Vorfeld der Kundgebung als „radikale Vertreter der AfD“ bezeichnet. In ihrer Rede brandmarkte sie den Hass und die Hetze, die von der AfD ausgehe.

Von Tansania bis Mauritius: Koalitionen in der Region

Horst Raupp, Regionssekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes, war gekommen, um ein deutliches Zeichen gegen „jede Form von Geschichtsrevisionismus, Rassismus, Antisemitiusmus, Homophobie, Islamfeindlichkeit, Nationalismus und Fremdenhass zu setzen“. „Die AfD mag vielleicht völkisch sein – aber die AfD ist nicht das Volk“, sagte Raupp. SPD-Direktkandidatin Catrin Geier sprach sich ebenfalls „für eine demokratische Gesellschaft und die Solidarität“ aus. Und Tim Dreyer hofft, dass „die AfD ein Vogelschiss in der Geschichte bleibt“. Zu den Rednern gehörte auch Babenhausens Grünen-Politiker Manfred Nodes. (nkö)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare