Michelsbräu-Gelände

Ärzte statt Bier im neuen Quartier

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Noch steht dort eine Halle, die demnächst abgebaut wird. Gebäude 3 ist das historische Sudhaus mit seiner markanten Backstein-Fassade und dem „Michelsbräu“-Schriftzug, in das Arztpraxen und eine Apotheke kommen. Bestandsgebäude 4a ist im Besitz der Steuerberater „Blickhan & Partner“, 4b ist an Allgemeinmediziner Dr. Mirza verkauft, 4c ist das Restaurant Landhaus „Zum Schwanen“.

Babenhausen - Das professionelle Bierbrauen ist in Babenhausen seit 2011 Geschichte. Nach fast 200 Jahren beendete die Privatbrauerei Michelsbräu seinerzeit die Produktion in der Innenstadt und verlagerte diese nach Arnstein. Von Norman Körtge 

Nun kann auf dem Gelände an der Fahrstraße ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. Am Donnerstagabend beschlossen die Stadtverordneten – bis auf einen Punkt – einstimmig die Aufstellung des Bebauungsplans für das zirka 6 000 Quadratmeter großen Areals.

Der Bebauungsplan „Michelsbräu“: Die rosagefärbte Fläche oben ist die bestehende K&S-Seniorenresidenz, die mit 1a und 1b gekennzeichneten Gebäude sind die geplanten Häuser mit Seniorenwohnungen. 1c wird ein dreigeschossiges Mehrparteienhaus mit aufgesetztem Staffelgeschoss, das an den Spessartplatz angrenzt.

Das ist geplant

  • Im historischen und mit seiner Backsteinfassade markanten Sudhaus wird eine Apotheke einziehen. Außerdem entstehen Räumlichkeiten für drei bis vier Arztpraxen, wie Investor Markus Aumann – einer der beiden Geschäftsführer des Babenhäuser Bauunternehmens Aumann – berichtet. Ein Augenarzt habe bereits einen Mietvertrag unterzeichnet und es gebe derzeit vielversprechende Gespräche mit weiteren Interessenten, führt Aumann aus.
  • Das direkt angrenzende Gebäude hat der bereits in Babenhausen ansässige Allgemeinmediziner Dr. Abrar Mirza erworben, der dort eine Gemeinschaftspraxis eröffnen wird.
  • Auf der direkt an die K&S-Seniorenresidenz grenzenden Fläche wird Elbe-Bau, eine Tochterfirma der K&S-Gruppe, auf 1 999 Quadratmetern 27 Apartments für Wohnen mit Service entstehen lassen. Die durch die K&S-Gruppe vermieteten Wohnungen sollen auf zwei Gebäude verteilt werden und zwischen 40 und 65 Quadratmeter groß sein.
  • An der Seite zum Spes-sartplatz, wo jetzt noch eine Lagerhalle steht – sie wurde verkauft, soll demnächst abgebaut und andernorts wieder aufgebaut werden – plant die Firma Aumann ein dreigeschossiges Wohngebäude mit einem zusätzlichen Staffelgeschoss. Zwölf Wohnungen mit einer Größe zwischen 80 und 100 Quadratmetern sollen entstehen, berichtet Aumann.

Von deftig bis süß: Kochen mit Bier

Was war strittig?

  • Firsthöhe: Für das Wohngebäude hatten Aumanns maximal 12,50 Meter in den Entwurf geschrieben. Die Stadtplaner in der Verwaltung wollten auf maximal zehn Meter reduzieren. Es gehe um das Gesamtbild am Spessartplatz und das Angleichen der Höhen an benachbarte und gegenüberliegende Gebäude, erläuterte Bürgermeister Joachim Knoke. Aumann hatte dies im Vorfeld kritisiert. Ein CDU-Änderungsantrag, der die Firsthöhe auf maximal 12,50 Meter festschreibt, wurde mit den Stimmen von CDU, FWB und FDP beschlossen. Die SPD enthielt sich.
  • Stellplätze: Im Entwurf hatten sich die Projektplaner für das „Seniorenwohnen“ an der gültigen Stellplatzsatzung orientiert, die für Gebäude mit Altenwohnungen 0,2 Stellplätze je Wohnung festschreibt. Die Stadt sah aber die Gefahr, dass die Wohnungen irgendwann verkauft werden könnten und dann andere Stellplätze benötigt werden. Das konnten wiederrum die Investoren nicht nachvollziehen. Nach Rücksprache mit der Bauaufsicht des Kreises brachte Bürgermeister Knoke eine Ergänzung zu diesem Punkt ein, mit der auch Markus Aumann gut leben kann.

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