Millionen für die Bildung

Babenhausen und Münster profitieren vom Schulbauprogramm

Weitgehend fertiggestellt ist der Gebäudekomplex des Multifunktionsgebäudes neben der Joachim-Schumann-Schule in Babenhausen. Nun steht die Gestaltung des Außengeländes an.
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Weitgehend fertiggestellt ist der Gebäudekomplex des Multifunktionsgebäudes neben der Joachim-Schumann-Schule in Babenhausen. Nun steht die Gestaltung des Außengeländes an.

38 Millionen Euro hat der Landkreis 2020 in die Sanierung, Modernisierung, Erweiterung und den Neubau seiner Schulen gesteckt. 2021 sollen es sogar 52 Millionen werden – wenn denn das Regierungspräsidium Darmstadt als Aufsichtsbehörde den mit Koalitionsmehrheit im Kreistag beschlossenen Haushalt zustimmt.

Darmstadt-Dieburg – Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall, und der vermisste „Sparwillen“ musste dann unter anderem durch den Rotstift im Schulbauprogramm nachdokumentiert werden. Die guten Nachrichten für Babenhausen, Dieburg, Groß-Umstadt, Groß-Zimmern, Münster und Schaafheim stehen also noch unter einem gewissen Vorbehalt.

In Babenhausen geht der Ausbau des Schulzentrums weiter. Der Abriss des Beton-skelettbaus der Joachim-Schumann-Schule und der anschließende Neubau war eine ganz grundlegende Entscheidung darüber, was erhaltenswert ist und was nicht. Nun ist dort im vergangenen Jahr ein Multifunktionsgebäude entstanden, das bis Juni 2021 bezugsfertig sein soll. Parallel zu den abschließenden Arbeiten im Inneren des Gebäudekomplexes sollen jetzt ab Januar bis Jahresende die Außenanlagen gestaltet werden. Dafür werden im Wirtschaftsplan 450 000 Euro bereit gestellt.

Noch nicht in finanziell greifbare Nähe rückt das neue Außensportgelände, für das die Stadt bereits Grundstücksankäufe mit einem Volumen von rund 400 000 Euro getätigt hat. Ebenso in eine etwas fernere Zukunft ist der Neubau des Bachgau-Gymnasiums gerückt, für den nach 2025 ein Betrag von 3,2 Millionen Euro ausgewiesen wird – zweifellos nur eine symbolische Anlauffinanzierung.

Sichtbarer wird der Neubau einer Grundschule auf der Konversionsfläche der ehemaligen Kaserne. Zwar gibt es für 2021 und 2022 keinen Planungsansatz, aber ab 2023 geht es in die Vollen, mit 800 000 Euro für Planung, 2024 fünf und 2025 acht Millionen Euro für den Bau. Das Gesamtvolumen des Projekts beläuft sich auf 15,3 Millionen Euro.

In Dieburg, mit seinem einmaligen Schulzentrum auf der Leer, ist eigentlich fast immer Baustelle. Davon wird jetzt die Gutenbergschule profitieren. Sie bekommt einen Anbau in der „Mobiskul“ genannten Holzmodulbauweise – Raum für die Entwicklung zur Ganztagsschule. Dafür sind für 2021 erst einmal 400 000 Euro ausgewiesen, gefolgt von weiteren 400 000 Euro in 2022, 1,35 Millionen in 2023, 2,25 Millionen in 2024 und abschließenden 850 000 Euro in 2025. Das Großprojekt der Schulrochade von Alfred-Delp-Oberstufengymnasium und Goetheschule zeichnet sich bislang mit keinem einzigen Euro im Wirtschaftsplan ab, dessen Zeithorizont immerhin bis 2025 reicht. In groben Schätzungen wird der Finanzbedarf auf 100 Millionen Euro beziffert.

Groß-Umstadt ist – ähnlich wie Dieburg – seit Jahren Schulbaustelle und auch deshalb von überörtlichem Interesse, weil die Stadt mit dem Max-Planck-Gymnasium über das einzige „Vollgymnasium“ des Landkreises ab 5. Klassen bis zum Abitur verfügt. Vollgymnasium bedeutet in diesem Fall auch, dass es am Schulstandort mitten in der Stadt ziemlich voll ist. Deshalb ist dort in Holzmodul-Bauweise ein Ergänzungsgebäude mit zehn Klassenräumen entstanden, die jetzt bezugsfertig sind. Über sieben Millionen Euro stehen dafür in der Projektbilanz.

Projektiert ist eine umfassende Neugestaltung der Außenanlagen, die Anfang 2023 beginnen soll. Dafür werden drei Millionen Euro ausgewiesen. Dass die nun anstehende Sanierung der Altbauten teuer wird, lässt das Adjektiv „denkmalgerecht“ ahnen. In der Projektplanung werden 7,5 Millionen Euro ausgewiesen. Nun steht die Auftragsvergabe an.

„Endlich, endlich“, werden viele Interessierte jubeln, „soll es nun losgehen mit der Sanierung der Ernst-Reuter-Schule“ – ein Thema, das sogar mehrfach bis in den Kreistag reichte. So ganz scheint noch nicht festgelegt, was erhalten, was abgerissen und ersetzt wird, aber es läuft wohl auf einen Neubau am Standort hinaus, ähnlich wie in Babenhausen. In der Projektplanung wird dafür ein Gesamtbudget von rund 21,5 Millionen Euro ausgewiesen.

Vergleichsweise „zierlich“ nimmt sich da der Betrag von 200 000 Euro für den Ankauf eines Grundstücks neben der Schule im Angelgarten in Groß-Zimmern aus. Es handelt sich um eine Fläche in kommunalem Besitz hinter der Unterkunft für Geflüchtete an der Angelgartenstraße. Es ist schon länger die Rede davon, darauf ein multifunktionales Gebäude zu errichten, um der unter Raumnot leidenden Grundschule die Weiterentwicklung zur Ganztagsschule zu ermöglichen.

In Münster geht das Großprojekt der Sanierung, Modernisierung und Erweiterung der Schule auf der Aue weiter. Dort gilt, was auch schon bei der Sanierung der in den Gesamtkomplex eingebetteten Gersprenzhalle gegolten hat: Manche Probleme werden erst sichtbar, wenn Bauwerke auf ihre Substanz reduziert werden. Im aktuellen Projektstatusbericht des Da-Di-Werks heißt es: „Terminverzögerungen und Mehrkosten aufgrund des gestörten Bauablaufs können noch nicht genau erfasst werden. Termin- und Kostenschätzungen deshalb unter Vorbehalt: Übergabe des 3. Bauabschnitts im Herbst 2021. Fertigstellung der Außenanlagen Ende 2021. Gesamtkosten rund 38 Millionen Euro.

In Schaafheim werden viele jubeln über einen Planansatz von 1,5 Millionen Euro für den Einstieg in die energetische Sanierung des Altneubaus der Eichwaldschule. Dieser Gebäudekomplex ist als „Schimmelschule“ in die Annalen der Darmstadt-Dieburger Schulgeschichte eingegangen.

Nach mehrfach aufgeschobenen Versprechungen steht nun immerhin schon das hölzerne Erweiterungsgebäude. Bleibt alles so wie derzeit geplant, wird der Weg zur runderneuerten Schule mit Zusammenlegung der beiden Standorte bis 2025 in finanziellen Riesenschritten zurückgelegt: Für 2022 und 2023 stehen jeweils sieben Millionen Euro im Wirtschaftsplan. 2024 und 2025 sollen es jeweils vier Millionen sein. Die Gesamt-Investitionen summieren sich dann inklusive der großen hölzernen Mobi-Skul auf über 35 Millionen Euro - für Robert Ahrnt, seit gut einem Jahr Kreisschuldezernent, ein klares Bekenntnis zum Schulstandort. (sr)

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