Eiscafé Galileo in Babenhausen beendet vorzeitig die Saison

Neue Eis-Theke mit Corona-Abstand

Ungewöhnlicher Durchblick: Die ausgebaute Eisvitrine erlaubt freie Sicht aus dem Thekenbereich bis auf die Fahrstraße.
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Ungewöhnlicher Durchblick: Die ausgebaute Eisvitrine erlaubt freie Sicht aus dem Thekenbereich bis auf die Platanenallee.

Der Corona-Teil-Lockdown hat die Saison des Eiscafés Galileo vorzeitig beendet, die wegen des ersten Lockdowns im Frühjahr erst verspätet Fahrt aufnehmen konnte.

Babenhausen – Die Saison für das Eiscafé Galileo ist beendet. „Normalerweise haben wir immer bis zum Weihnachtsmarkt geöffnet. Den nehmen wir immer noch mit, da sich die Leute gerne für einen Kaffee zu uns reinsetzen“, erzählt Inhaberin Petra Schmidt-Bressan. Doch der seit Montag und bis mindestens Ende November geltende Teil-Lockdown haben ihr und ihrem Mann Valter Bressan keine andere Wahl gelassen: „Außer-Haus-Verkauf macht für uns im November keinen Sinn.“

Stattdessen holen die Bressans, die seit 30 Jahren das am Rande der Altstadt gelegene Eiscafé betreiben das nach, was sie eigentlich zu Beginn der Saison im März geplant hatten. Seinerzeit sollten die Monteure aus Italien anrücken, um eine neue Eisvitrine einzubauen. Im Frühjahr war das aufgrundder Corona-Pandemie und den einhergehenden geschlossenen Grenzen nicht möglich gewesen. Nun konnten die Handwerker aus Venetien, die sich zuvor alle einem Corona-Test unterzogen hatten, kurzfristig anreisen. Nach vier Tagen Arbeit soll heute alles fertig sein. Das Besondere an der neuen Vitrine, die die drei Jahrzehnte alte Vorgängerin ersetzt: Durch die tiefer gehende Glasfront können nun auch kleinere Kinder einfacher auf ihrer Lieblingseissorte zeigen und müssen nicht mehr hochgehoben werden. Der Nachteil, da die Vitrine nun breiter ist: „Wir können das Eis den Kindern nicht mehr reichen. Aber dafür halten wir zu unseren Kunden auch automatisch den Corona-Abstand ein“, meint Schmidt-Bressan mit etwas Ironie in der Stimme.

Investition in die Zukunft: Die neue Vitrine wird dank der niedrigeren Glasfront in der nächsten Saison nun auch Kindern die Eisauswahl erleichtern.

Denn die Corona-Pandemie hat, wie bei allen anderen Gastronomen auch, das Jahr geprägt. Bei den hessischen Eisdielen-Betreibern war es im Frühjahr vor allem der Umstand, dass sie vier Wochen lang komplett schließen mussten und noch nicht einmal wie in anderen Bundesländern der Straßenverkauf erlaubt war. Erst ab dem 20. April war es möglich. „März und April gehören zu ganz wichtigen Monaten. Da kommt beim ersten Sonnenschein die Lust aufs Eis. Schwimmbäder oder Biergärten haben dann noch zu. Dieser Umsatz war für uns unwiederbringlich verloren“, berichtet Schmidt-Bressan. Versucht aufzufangen haben es die Bressans damit, dass sie in den zurückliegenden Monaten auf den wöchentlichen Ruhetag verzichten haben und weniger Personal eingesetzt haben. „Die große Terrasse war für uns in diesem Jahr besonders wertvoll. Auch weil das Wetter mitgespielt hat“, erzählt Valter Bressan. Auch deshalb ist das Eiscafé noch relativ gut durch das Jahr gekommen. Petra Schmidt-Bressan hat allerdings auch bemerkt, dass ältere Stammkunden fast gänzlich weggeblieben sind. Die Damenrunde, die sonst immer zum Waffelessen kam, sei weggeblieben.

Ansonsten seien die zurückliegenden Monate auch wegen der Hygieneauflagen anstrengend gewesen: Maske tragen, ständiges Desinfizieren und das Erfassen der Kontaktdaten. Letzteres ist in einem viel frequentierten Café eben aufwendiger als etwa in einem Restaurant. Im Februar soll das Galileo wieder öffnen. Und die Kinder werden dann große Augen machen. (Von Norman Körtge)

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