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Neuer Revierförster für Babenhausen

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Hat Babenhausen bereits sein Abitur gemacht: Jeremias Gottschalk ist seit Anfang Januar neuer Revierförster und Nachfolger von Lothar Seipp.
Hat in Babenhausen bereits sein Abitur gemacht: Jeremias Gottschalk ist seit Anfang Januar neuer Revierförster und Nachfolger von Lothar Seipp. © Grimm

Als Jugendlicher ist Jeremias Gottschalk oft mit dem Fahrrad von seinem Wohnort Aschaffenburg aus durch den Wald nach Babenhausen zu seinen Freunden gefahren.

Babenhausen/Eppertshausen - Denn er besuchte ab der siebten Klasse die Joachim-Schumann-Schule in der Gersprenzstadt und hat danach an der Bauchgauschule sein Abitur gemacht. Eine Verbindung zur Babenhausen besteht also schon lange. Inzwischen ist der 35-Jährige als Förster beruflich im Wald unterwegs. Anfang Januar hat er das Revier Babenhausen, das zum Hessischen Forstamt Dieburg gehört, übernommen und ist damit in die Fußstapfen von Lothar Seipp getreten, der im Herbst nach 40 Jahren als Revierförster in Ruhestand gegangen ist.

Insgesamt 2 050 Hektar Wald besitzt die Stadt mit ihren Stadtteilen und ist damit eine der waldreichsten Kommunen in ganz Hessen. Wegen der sandigen, trockenen Böden wachsen auf rund 85 Prozent der Fläche Kiefern, auf dem Rest Buchen, Eichen und Fichten. Neben dem Kommunalwald betreuen die Förster in der Babenhäuser Gemarkung rund 180 Hektar Staatswald und – auf Wunsch der Besitzer – auch einige wenige Parzellen Privatwald.

Aufgeteilt ist der Babenhäuser Wald in die beiden Reviere „Mathildeneiche“, das von Försterin Tanja Wöber geleitet wird, und das Revier „Babenhausen“, zu dessen fast 1 800 Hektar auch der Eppertshäuser Gemeindewald gehört. Das ist jetzt das Reich von Jeremias Gottschalk, der im Moment noch in Schaafheim wohnt bis das Forsthaus in Langstadt nach einer Renovierungsphase für ihn bezugsfertig ist.

Förster war gar nicht seine erste Berufswahl. Nach sieben Monaten „Work and Travel“ in Australien nach dem Abitur studierte er zunächst zwei Semester Biologie in Wien. Dass er schließlich zum Forstwirtschaftsstudium an der Fachhochschule in Erfurt landete, war auch ein bisschen vom Vater inspiriert, erzählt Gottschalk. Der hatte nämlich selbst den unerfüllten Traum, Förster zu werden. Die Berufswahl hat Gottschalk nicht bereut, ihm gefalle an seiner vielfältigen Tätigkeit vor allem, „dass man so viel draußen ist und seine Arbeit in großen Teilen selbst organisiert“.

Über den Tellerrand hat er auf der anderen Seite des Globus geschaut: Nach seinem Bachelor-Abschluss nutzte er die Wartezeit bis zum Anwärterjahr bei Hessenforst für einen siebenmonatigen Aufenthalt in Neuseeland, wo er auf einer Holzplantage in der Forsteinrichtung gearbeitet hat. „Das ist eine Art Inventur, die auch in Deutschland regelmäßig im Wald gemacht wird“, erläutert der neue Revierleiter, der seinen Anwärterdienst 2017/18 dann im Forstamt Königstein im Taunus geleistet hat.

Erfahrungen in der Privatforstwirtschaft sammelte er danach als Büroleiter beim Gräflichen Forstamt in Erbach im Odenwald. „Ich wollte aber lieber in den öffentlichen Dienst, so habe ich mich bei Hessen Forst beworben und ab 2020 die kommissarische Revierleitung Kelkheim im Forstamt Königstein übernommen“, erzählt der junge Mann, der sich jetzt nach und nach in sein neues Revier in Babenhausen und Eppertshausen einarbeitet, auch mit Unterstützung seines Vorgängers Seipp.

Eine große Herausforderung nicht erst für diese neue Förstergeneration ist der Klimawandel und seine sichtbaren Folgen in Form von verheerenden Stürmen und extremer Trockenheit, die dem Wald zu schaffen machen. Wobei ein Förster in anderen zeitlichen Dimensionen denkt. Ein Waldumbau, um mit diesen Veränderungen vielleicht besser klar zu kommen, gehe nicht über Nacht, sagt Gottschalk: „So ein Umbau dauert 100 bis 150 Jahre. Wir arbeiten mit dem Baumbestand, der da ist. Denn wir wollen den Wald ja erhalten und sind froh über jeden Baum.“ (Petra Grimm)

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