Familie Weidmann renoviert liebevoll stolzes Anwesen aus dem 17. Jahrhundert

Neues Schmuckstück bereichert Babenhäuser Marktplatz

Ein prächtig anzuschauendes Ensemble bietet das renovierte Rauch’sche Haus neben der Stadtkirche.
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Ein prächtig anzuschauendes Ensemble bietet das renovierte Rauch’sche Haus neben der Stadtkirche.

Etwas im Schatten der Stadtkirche gelegen, aber trotzdem ein sehenswertes Bauwerk ist das renovierte „Rauch’sche Haus“ am Marktplatz 8. Familie Weidmann hat das aus dem 17. Jahrhundert stammende Anwesen vor fünf Jahren gekauft und wohnte seitdem in einer Baustelle.

Babenhausen – Es war das Ziel der Familie, in einem alten Haus mit einem modernen Inneren wohnen zu können. Sichtlich freuen sich auch die dreieinhalb Jahre alten Zwillinge Jonas und Justus, denn sie haben nun genügend Platz zum Herumtollen und Spielen.

Wie die Nathalie und Jens Weidmann berichten, wurde sehr viel Eigenleistung in die Renovierung gesteckt. Innen ist das Gebäude vollkommen freigelegt worden, die alten Dielen wurden aufgearbeitet und eine Wandheizung installiert. Die Architektin Ulrike Kaeppel aus Sickenhofen, die das Projekt begleitete, gab wertvolle Tipps hinsichtlich der Farbwahl und der Baustoffe.

Die beteiligten Handwerksbetriebe, größtenteils aus Babenhausen und den Stadtteilen, leisteten mit viel Sachverstand gute Arbeit. Bei einem solchen Gebäude ist auch die untere Denkmalschutzbehörde einzubinden und dabei erhielt die Familie Weidmann Unterstützung und Ratschläge. Das Fachwerk wurde grundlegend saniert, farblich mit allen anderen Komponenten des Baus abgestimmt und auch das Obergeschoss mit seinen Holzschindeln passt prächtig zum Gesamtbild. Das vollbeschäftigte junge Paar erhielt auch von den Eltern kraftvolle Unterstützung sowohl beim Hausbau als auch bei der Kinderbetreuung. Beim Betrachten der Fassade fallen auch Kleinigkeiten ins Auge, die das Gesamtbild abrunden. So hängt an der Haustüre ein schwerer Klopfer aus Metall, der die Klingel ersetzt. Auch der umlaufende Steinsockel, bestehend aus Bruchsteinen, passt zur gesamten optischen Erscheinung. Ursprünglich waren für die Dacheindeckung klassische Ziegel vorgesehen, aber dann wurden doch die roten Biberschwänze gewählt, da diese auch für die Verkleidung der Dachgauben besser geeignet waren.

Wichtig für Familie Weidmann war auch der Erhalt der historischen Substanz, so Ulrike Kaeppel weiter. Sie wollten ein „gesundes Haus“ und dabei wurde viel Wert gelegt auf biologische Baustoffe. Die Balken des Fachwerks wurden mit einer Leinöltinktur gestrichen, die es möglich macht, dass nach einigen Jahren diese überpinselt werden kann, ohne dass sonst weitere Arbeiten anfallen. Nun kann sich die Familie Weidmann nach der langen Bauphase Ruhe gönnen und ihre vier Wände genießen. (zwk)

Besucht man die Weidmanns, muss man klopfen.

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