Melissa Aubel über ihre Arbeit

„Nicht immer ein Kinderspiel“

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Melissa Aubel arbeitet seit zehn Monaten im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahrs bei der Kinder- und Jugendförderung Babenhausen.

Babenhausen - Bei der städtischen Kinder- und Jugendförderung, aber auch bei Vereinen und kirchlichen Einrichtungen, sind sie gern gesehene Mitarbeiter – die FSJler. Meist junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren.

Eine von ihnen ist die 22-jährige Melissa Aubel.
Melissa Aubel sitzt im Büro der Kinder- und Jugendförderung der Stadt Babenhausen, vor sich auf dem Schreibtisch Papier, Schere, Kleber und Bastelanleitungen. In einer halben Stunde beginnt der offene Kindertreff im Juz, zu dem Jungs und Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahre kommen. „Wir wollen Frühlingsdekorationen basteln. Dafür bereite ich ein paar Sachen vor“, sagt die 22-Jährige und fügt einige vorgefertigte Puzzleteile zu einem wolligen Schaf zusammen. Später sollen die Elemente mit Fäden verbunden werden, sodass sich das Schaf ähnlich einem Hampelmann bewegen lässt. Aubel absolviert bei der Jugendförderung ein Freiwilliges Soziales Jahr und organisiert unter anderem die offenen Kindertreffs.

Seit dem 1. Juli 2017 gehört Aubel zum Team der Babenhäuser Jugendpflege. Ihre Tätigkeit im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahrs begann mit einer Ferienfreizeit, die die Betreuer und die teilnehmenden Jugendlichen an die Wirkungsstätten von Martin Luther führte. „Das war ein sehr guter Einstieg in die Aufgaben der Jugendarbeit“, erzählt sie. „Wir haben uns während der Zeit kennengelernt. Ich wurde gleich ins Betreuerteam aufgenommen und war nicht nur eine Begleitung, sondern von Anfang an eine echte Bezugsperson für die Jugendlichen.“

Ganz unbekannt war Aubel in der Kinder- und Jugendförderung nicht. Denn in den beiden Vorjahren hatte sie bereits als Ferienspielbetreuerin gearbeitet. „Kurz nach der Freizeit haben schon die Vorbereitungen für die Ferienspiele begonnen. Dort war ich in die Organisation vor und während der Ferienspiele eingebunden. Obwohl ich schon als Betreuerin dabei war, hätte ich nicht gedacht, dass im Vorfeld und im Nachhinein so viele Aufgaben zu erledigen sind, um zwei Wochen Ferienspiele zu organisieren“, schildert sie.

Erst nach den Aktivitäten im Sommer seien andere Aufgabenfelder an die Reihe gekommen, darunter die administrativen Arbeiten. Teilnehmerlisten für besondere Aktionen erstellen, Gebühreneingänge kontrollieren, Pressemitteilungen schreiben – auch das sind Tätigkeiten, die während eines Freiwilligen Sozialen Jahrs erledigt werden wollen.

Nach und nach erhalten die FSJler immer mehr Aufgaben, die sie selbstständig bearbeiten wie beispielsweise die Organisation und Durchführung von besonderen Aktionen außerhalb der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Der Abenteuertag im Trampolinpark Wiesbaden gehört dazu, den Melissa Aubel von der ersten Idee über die Kostenkalkulation, Werbung und Anmeldung bis zum Aktionstag selbst konzipiert hat. „Jeder hat eine unterschiedliche Vorgehensweise bei der Organisation. Zwar besprechen wir alles im Team, doch es ist immer klar, wer für ein Projekt den Hut aufhat“, sagt sie. Etwa drei Monate habe es gedauert, bis Routine in gewissen Abläufen war, jeder wusste, wo die Stärken des anderen liegen und an welcher Stelle etwas Unterstützung hilfreich ist.

„Mit Kindern umzugehen ist nicht immer ein Kinderspiel“, resümiert Aubel nach zehn Monaten in der Kinder- und Jugendarbeit. „Man muss lernen, die wichtigen Dinge zu erkennen und darauf entsprechend einzugehen. In der Zeit als FSJlerin bei der Jugendförderung habe ich viel über mich selbst und über meine eigenen Stärken und Schwächen gelernt und mich weiterentwickelt. Sich selbst gut einschätzen zu können und die Bereitschaft sich zu reflektieren ist eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.“

Die Arbeit bei der städtischen Jugendpflege habe ihr zudem geholfen, sich neu zu orientieren. „Ich hatte nach dem Abitur schon ein Studium begonnen, aber dann bemerkt, dass es nicht das passende für mich war. Die Zeit hier und die Einblicke in die soziale Arbeit mit ihren vielen Facetten und Möglichkeiten haben mir neue Wege gezeigt.“ (zeta)

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