Nur noch sechs statt acht Gruppe

Neue Pläne für die Kita in Hergershausen

In unmittelbarer Nähe zur Bachwiesenschule (links) und dem Bürgerhaus (rechts) soll auf dieser städtischen Brachfläche die neue Kita Hergershausen gebaut werden.
+
In unmittelbarer Nähe zur Bachwiesenschule (links) und dem Bürgerhaus (rechts) soll auf dieser städtischen Brachfläche die neue Kita Hergershausen gebaut werden.

„Alles neu macht der Mai“, heißt es so schön im Liedtext von Hermann Adam von Kamp. Für den geplanten Neubau der Kindertagesstätte in Hergershausen haben sich in den vergangenen Wochen gleich einige bedeutsame Neuigkeiten ergeben

Hergershausen - Das noch im vergangenen Jahr beschlossene alternative Vergabeverfahren ist gescheitert, die neue Kita wird nur noch sechs statt acht Gruppen umfassen und der Altbau im Römerweg soll erst einmal als Notfall-Reserve weiterhin zur Verfügung stehen.

Aber der Reihe nach. 2,8 bis 3,6 Millionen Euro statt 5,6 Millionen Euro. Es schien so, als habe die Stadt im vergangenen November einen Weg aufgezeigt bekommen, den schon seit Jahren geplanten Kita-Neubau im größten Babenhäuser Stadtteil signifikant günstiger zu gestalten. Die Hanauer Kanzlei Nickel – der städtische Haus- und Hof-Jurist – hatte ein innovatives Verfahren erdacht. Anstatt wie herkömmlich zunächst das Gebäude zu planen und dann wie zuletzt beim Neubau der evangelischen Kita den Bau an einen Generalunternehmer zu übergeben, sollte alles an einen leistungsfähigen Anbieter gehen, der in modularer oder serieller Bauweise fertigt und Planungs- und Bauleistungen zusammen erledigt. Idee dahinter: Unternehmen zu finden, die in Serie – wie sie es etwa bei Anbietern von Reihenhäusern gibt – einheitliche Kindertagesstätten bauen. Um das Vorhaben auf breitere Füße zu stellen, hatte die Kanzlei auch die Kommunen Griesheim und Oberursel ins Boot geholt. Doch eine Markt-erkundung kam schließlich zu dem Ergebnis, dass es „aktuell keinen ‘reifen’ Markt mit Anbietern modularer oder serieller Bauweise gibt, aus deren ‘Standard-Katalog’ kostengünstige Kitas ohne größeren Planungsvorlauf abgerufen werden können“, heißt es unter anderem in der Magistratsvorlage, die am Dienstag im Bau- und am Mittwoch im Sozialausschuss auf der Agenda stand.

Diejenigen, die im vergangenen November bereits das Vorhaben skeptisch ob der Umsetzbarkeit gesehen hatte, sahen sich bestätigt. Allen voran FWB-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Heil, der seinerzeit auch zugestimmt hatte, um die mögliche Kostenreduktion nicht zu torpedieren. „Es war einfach unmöglich“, sagt er nun im Bauausschuss. Zukünftig sollte man sich erst anhand konkreter Beispiele aufzeigen lassen, dass es ein funktionierendes umsetzbares Konzept gebe, so sein Appell.

Damit blieb den Bauausschuss-Mitgliedern gar nichts anderes übrig, als einstimmig den Beschluss aus dem November aufzuheben. Über eine Neuausschreibung als schlüsselfertige Totalübernehmerleistung nach vorangegangener Generalplanung – für das laufende Jahr sind voraussichtlich 300 000 Euro an Planungskosten notwendig – stimmte der Ausschuss aber noch nicht ab. Denn Bürgermeister Dominik Stadler (unabhängig) informierte darüber, dass die Stadt auch anhand der vorgelegten aktuellen Aufstellung zu den Kitaplatz-Zahlen (Bericht folgt) ein Neubau für sechs Gruppen, statt acht, wie es auch ursprünglich mal geplant war, für ausreichend hält. Da der Blick in die Zukunft aber ungewiss ist, möchte die Stadt die bislang viergruppige Römerweg-Kita als Gebäude erst einmal behalten, um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein. Angedacht gewesen war zunächst, das Grundstück zu verkaufen, wenn die neue Kita bezogen werden kann. Einer der Gründe für das Vorhalten des Gebäudes ist es, dass es in Hergershausen derzeit noch etwa 25 unbebaute Grundstücke gibt und nicht absehbar sei, wann dort zum Beispiel Familien ansiedeln.

Auch wenn noch mindestens zwei Jahre ins Land gehen werden bis aus dem Kita-Alt- in den Kita-Neubau gezogen werden kann, gibt es erste Überlegungen, wie die Römerweg-Immobilie, wenn sie nicht für Kita-Plätze benötigt werden sollte, genutzt werden kann. Wie Stadler auf Nachfrage berichtete, könnte eine Option sein, dass sich dort Tagesmütter ansiedeln, um Kinder zu betreuen. (Norman Körtge)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare