Freunde von Gartenkunst kommen auf ihre Kosten

Wandeln durch blühende Kleinode

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Im Garten von Maren Gatzemeier und ihrem Ehemann Mathias Brendle tummelten sich die interessierten Gartenfans.

Babenhausen - Gleich zwei Veranstaltungen für Gartenliebhaber, die Offene Gartenpforte Hessen und der Tag der offenen Höfe und Gärten in Hergershausen, boten Einblicke in grüne Oasen, die sonst nicht jedem zugänglich sind. Von Petra Grimm

Insgesamt acht Familien im Stadtgebiet und der Verein Herigar beteiligten sich. Zudem präsentierten Hobbykünstler und Kunsthandwerker in der Alten Schule ihre kreativen Werke. „Was ich bei diesem Garten so schön finde, ist, dass man nicht von einem Punkt aus alles überblicken kann. Das Grundstück ist unterteilt, man kann wo hinein und wo drunter gehen“, sagte Ulrike Körber aus Egelsbach beim Flanieren durch den Landhausgarten der Familie Wolkenhauer in Babenhausen. Und tatsächlich sorgt die Strukturierung des insgesamt 450 Quadratmeter großen Grundstücks unter anderem durch ein Obstquartier, eine mit Blauregen berankte Pergola und einen Metallpavillon für ein gelungenes Ambiente für die Rosen, Stauden, Hortensien und Rhododendren, Spindelsträucher und Fetthennen.

Hannelore Wolkenhauer und ihr Ehemann Volker waren mit ihrem grünen Kleinod zum ersten Mal bei der Offenen Gartenpforte Hessen dabei. Und nicht nur die Besucherin aus Egelsbach war von dem an einen englischen Cottage-Garten erinnernden grünen Fleck begeistert. „Ich bin selbst leidenschaftliche Gärtnerin und liebe es, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen“, sagte Ulrike Körber, die ihre Tour durch die Gärten in Sickenhofen fortsetzte.

Hier präsentierten die Malerin Heide Jakob und ihr Ehemann Carl-Heinz ihren Garten, in dem der Teich mit den fröhlich quakenden Fröschen ein besonderes Erlebnis bietet, bereits zum siebten Mal bei der Offenen Gartenpforte. Außerdem waren die Besucher zu einem Gang durch die Bildergalerie im Wohnhaus eingeladen.

Wer weiterzog in den alten Ortskern von Hergershausen, bereute es nicht. Denn der Verein Herigar hatte am Samstag bereits zum neunten Mal den Tag der offenen Höfe und Gärten organisiert, eine inzwischen alle zwei Jahre über das historische Pflaster gehende Großveranstaltung, an der sich sechs Hergershäuser Familien und der Verein mit seinem Sinnengarten beteiligen. Dabei wurde nicht nur Blühendes, sondern auch Speis’ und Trank, Live-Musik und im Dorfgemeinschaftshaus eine Ausstellung verschiedener Hobbykünstler und Kunsthandwerker geboten. Kaffee und Kuchen in Herigars Gartencafé sorgten für die Stärkung der zahlreichen Besucher aus der ganzen Region, die ihren Spaziergang durch fremde Gärten bei Sonnenschein genossen.

Bilder: Offene Gärten in Hergershausen

Die beiden Initiatoren der offenen Gärten im größten Stadtteil, das Ehepaar Maren Gatzemeier und Mathias Brendle, waren mit ihrem naturhaft gestalteten Garten, in dem jenseits der Wege jeder Zentimeter Boden mit Pflanzen bedeckt ist, bei beiden Veranstaltungen vertreten. Gatzemeier, die zweite Vorsitzende von Herigar, konnte wieder viele Stammgäste begrüßen. Ihr blühendes Refugium, das von begrünten Mauern umschlossen ist, ist immer ein besonderer Magnet, in dem nicht nur bestaunt, sondern auch fröhlich gefachsimpelt wird. „Seit 2006 organisiert Herigar die offenen Höfe und Gärten. Bei den bisher neun Veranstaltungen waren insgesamt 24 verschiedene Gärten im Dorf zu sehen“, sagte Brendle.

Besonderen Flair verströmten die liebevoll restaurierte Hofreite und der Bauerngarten von Familie Rauffmann. Hier präsentierte der Hergershäuser Maler Willi Seibert einige Gemälde. Denn das historische Gebäude der Rauffmanns war sein Elternhaus. Bei Familie Kolb gönnten sich die Besucher eine Rast im Innenhof im Schatten eines großen Amberbaumes. Der örtliche Hobbyimker Michael Frey bot hier seinen Honig zum Verkauf. Gekauft, geschnuppert und fotografiert wurde eifrig im Garten von Christel und Lothar Winter hinter der Dorfkirche, einem wahren Paradies für Rosenfreunde. Hier wachsen und blühen auf 500 Quadratmetern insgesamt 2000 Rosen, rund 300 verschiedene Sorten. Zum Ausklang des lebhaften Tages spielte eine Band im Hof der Familie Hoyer, wo auch Bratwürste brutzelten.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

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