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Petri Heil am Erlensee in Hergershausen

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Zusammen mit ASV-Mitglied Nina Schwarz durften auch die kleine Gäste angeln. Der eine oder andere fing auch tatsächlich einen kleinen Fisch (linkes Bild), der dann sofort lebend wieder ins Wasser geworfen wurde.
Zusammen mit ASV-Mitglied Nina Schwarz durften auch die kleine Gäste angeln. Der eine oder andere fing auch tatsächlich einen kleinen Fisch (linkes Bild), der dann sofort lebend wieder ins Wasser geworfen wurde. © Grimm

Die kleine Meike aus Altheim kann ihr Glück selbst kaum fassen. Da hängt doch tatsächlich ein kleiner Fisch an der Angelrute, die sie aus dem Wasser beim ASV Hergershausen zieht.

Hergershausen - „Das ist ein Rotauge“, erklärt Nina Schwarz vom ASV Hergershausen, während sie den winzigen Angelhaken vorsichtig aus dem Maul des Fisches zieht, der dann sofort wieder ins kühle Nass geworfen wird und wegschwimmt. Was für eine Aufregung für die umstehenden Kinder, die zum Schnuppertag der Hergershäuser Angler aus der ganzen Umgebung anreist sind.

Start der von der Jugendabteilung vorbereiteten Rallye um die Teiche ist beim Zeltlager der Nachwuchsangler, die ihren Gästen stolz das Innenleben ihrer Wochenendbehausung und ihre Ausrüstung zeigen. Dann geht es gleich zur Sache. An mehreren Station rund um die drei Teiche erfahren die Besucher ganz praktisch allerhand über verschiedene Angelarten und die dazu gehörigen Ruten und anderes Equipment.

Beim Angeln an der von Nina Schwarz betreuten Station zappelt nicht nur bei Meike ein Fisch am Haken. Dazu braucht es einen Köder: Beim Blick in die mit weißen Maden gefüllte Plastikbox mischen sich Faszination und Ekel in den Gesichtern. „Wer möchte die Maden mal anfassen?“ fragt Schwarz in die Kinderrunde. Ein Junge traut sich.

„Wir haben alles in den Teichen – von Aal bis Zander“, sagt der stellvertretende Jugendleiter Sebastian Zimmer, der gemeinsam mit Jugendleiter Manuel Köhler die insgesamt 14 ASV-Nachwuchsangler zwischen neun und 16 Jahren betreut. Zum abwechslungsreichen Freizeitprogramm der Jugendgruppe, genannt „die Hechte“, gehören regelmäßige Zeltlager auf dem Vereinsgelände mit Grillen und Pizza backen. „So ein bisschen Pfadfinder-Feeling in der Natur“, sagt Zimmer zu den Eltern, die die kleinen Schnupperangler begleiten.

Und die mit viel Aufwand vorbereitete Veranstaltung hat sich gelohnt. Die Resonanz war sehr gut. Über 40 Kinder mit Anhang trudeln im Laufe des Tages ein. Fünf Gruppen zwischen fünf und zehn Kindern durchlaufen nacheinander die Rallye-Stationen und vergnügen sich beim Stockbrot rösten und dem Zielwerfen (Casting) mit der Angel auf ein großes auf einer Wiese ausgelegtes Tuch, bei dem auch Preise zu gewinnen sind.

Ein Teil der Jugendabteilung des ASV Hergershausen mit den Jugendleitern Sebastian Zimmer (hinten rechts) und Manuel Köhler.
Ein Teil der Jugendabteilung des ASV Hergershausen mit den Jugendleitern Sebastian Zimmer (hinten rechts) und Manuel Köhler. © Grimm

Im Nachgang zeigt sich der Vereinsvorsitzende Tobias Reuling hochzufrieden. Die Gäste genossen den Sommertag im Grünen, der mit Kuchen, Fischnuggets und anderen Snacks auch kulinarische Stärkung bot. Bei einigen konnte das Interesse am Angelsport geweckt werden. „Wir haben vier Anfragen von Kindern erhalten und zwei sind direkt eingetreten. Auch zwei neue erwachsene Mitglieder sind dazugekommen“. Dabei musste sich der ASV, der die Teiche auf dem idyllischen Gelände am Erlensee und einen Abschnitt der Gersprenz für seinen Sport nutzt, auch während der zwei zurückliegenden Corona-Jahre nicht wegen Mitgliederschwund sorgen. Im Gegenteil. „Es sind ungefähr 25 Leute in dieser Zeit eingetreten und sind auch geblieben, vor allem junge. Aktuell haben wir 180 Mitglieder, davon 50 Aktive“, so der Vorsitzende, der ein engagiertes Helferteam an seiner Seite weiß. In diesem Jahr stellen sie jeden Monat mindestens eine öffentliche Veranstaltung auf die Beine.

Die gute Gemeinschaft am Erlensee lobt auch Holger Berz, ein gebürtiger Hergershäuser, der inzwischen in Altheim lebt und mit seinen beiden Töchtern zum Schnuppertag gekommen ist. Berz ist seit seiner Jugend im Hergershäuser Verein und schwärmt vom Angeln, das offenbar geselliger ist, als man als Außenstehender annimmt. „Die Berührung mit der Natur, das Aufbauen der Ausrüstung und die Techniken, die man lernt. Man sitzt ja auch nicht alleine am Wasser. Das macht einfach Spaß. Vom Frühjahr bis zum Herbst haben wir auch Wettkämpfe mit befreundeten Vereinen“, sagt Berz und nimmt Tochter Meike in den Arm, der ihr Anglerglück aus den Augen leuchtet. (Petra Grimm)

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