Gedenktafel zum 130-jährigen Bestehen

Turnverein Babenhausen erinnert an sein Gründungslokal

Die beiden TVB-Vorsitzenden Ute Teuchner (links) und Amèlie Kley mit der Gedenktafel, die am heutigen „Pfannkuchenhaus“, dem ehemaligen Gasthaus „Zum Engel“, angebracht wird.
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Die beiden Vorsitzenden des TV Babenhausen, Ute Teuchner (links) und Amèlie Kley, mit der Gedenktafel, die am heutigen „Pfannkuchenhaus“, dem ehemaligen Gasthaus „Zum Engel“, angebracht wird.

35 Männer kamen am 3. Oktober 1891 im Gasthaus „Zum Engel“ zusammen, um den Turnverein Babenhausen (TVB) zu gründen. 130 Jahre später ist der Name des Gasthauses schon lange Geschichte und aus dem TVB ist mit 1650 Mitgliedern der größte Verein in der Stadt geworden.

Babenhausen - Im Beisein von Übungsleitern, Vereins- und Vorstandsmitgliedern enthüllten die beiden TVB-Vorsitzenden Ute Teuchner und Amèlie Kley nun eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Vereinsgründung vor 130 Jahren an jenem historischen Gebäude, das nun das „Pfannkuchenhaus“ beherbergt und vor mehr einem Jahrhundert als „wöchentliches Versammlungs- und Vereinslokal“ bestimmt wurde. Die Besitzer des Gebäudes und der Denkmalschutz hatten dem Anschrauben der Gedenktafel selbstverständlich zugestimmt.

Ute Teuchner verlas bei der kleinen Feierstunde das noch erhaltene Gründungsprotokoll, aus dem hervorgeht, dass die Versammlung um 9.30 Uhr begann und bereits um 11 Uhr wieder beendet war. Dazwischen wurde der erste Vorstand gewählt und ein wöchentlicher Mitgliedsbeitrag von zehn Pfennigen beschlossen. Nur Mitglieder, die zum Militär müssen, wurden vom Beitrag befreit, waren aber jederzeit bei Festlichkeiten willkommen, so die Gründerväter. Gewählt wurden Johann Nikolaus Beck als Sprecher, Wilhelm Grünewald als Säckelwart, Jean Burger als Schriftführer und Wilhelm Seiber als Controleur. Man frage sich schon, was es vom „Controleur“ wohl zu kontrollieren gab, sagte Teuchner schmunzelnd.

Der Vereinsvorsitzende wechselte in den Anfangsjahren mehrfach, einer wurde sogar aus dem Verein ausgewiesen, wobei die Gründe nicht dargelegt wurden und Raum für Spekulationen lässt. Ebenso der Hinweis auf einen Turner, der wegen ungebührlichen Verhaltens rausgeworfen wurde, wie Teuchner berichtete.

Als Vereinszweck des wurde seinerzeit die Pflege des volkstümlichen Turnens und das Bereichern des gesellschaftlichen Lebens in Babenhausen durch musische Beiträge, formuliert. Vom ehemals existierenden Turnverein von 1865 wurden die eingelagerten Geräte gekauft. 1892 wurde der Turnplatz an der Lache eingezäunt und es wurde beschlossen, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Im Jahr 1893 wurde in den Protokollen erstmals Spielleute erwähnt und ein Beschluss zum Kauf einer Theaterbühne gefasst.

„Dies alles ist in Sütterlin heute noch in den Büchern zu lesen“, sagte die Vorsitzende, die gemeinsam mit Kley und den Anwesenden auf die Vereinsgründung anstieß. „Vieles hat sich in den 130 Jahren verändert, manches ist geblieben und die damaligen 35 männlichen Gründungsmitglieder konnten sich sicher nicht vorstellen, dass es einmal soviel Frauen im Verein geben wird, die Verantwortung tragen, zumal erst 1920 die erste Damen-Turnriege gegründet wurde. Und dass heute hier zwei Frauen als Vorsitzende stehen, war wahrscheinlich völlig undenkbar“, so Ute Teuchner. (Petra Grimm)

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