Schnuppertag als erster Schritt zum Jugendorchester

Posaunenchor Langstadt sucht junge Talente

Auch ein Schlagzeug gehört zur Besetzung des Posaunenchors. Schlagzeuger Heiko Duda erklärt einem Mädchen, worauf es ankommt.
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Auch ein Schlagzeug gehört zur Besetzung des Posaunenchors. Schlagzeuger Heiko Duda erklärt einem Mädchen, worauf es ankommt.

Der Posaunenchor Langstadt will ein Jugendorchester aufbauen. Als erster Schritt fand am Samstag ein Schnuppertag für Kinder und Jugendliche statt. Am „Tag der Musik“ konnten die Besucher den Musikinstrumenten erste Töne entlocken.

Langstadt - Nachwuchs gewinnen, um die Zukunft zu sichern, steht auf der Agenda der meisten Vereine ganz oben. Allerdings hat die Pandemie in den vergangenen anderthalb Jahren aktive Mitgliederwerbung durch Veranstaltungen verhindert. Die Musiker des Posaunenchors Langstadt waren deshalb glücklich, dass sie beim „Tag der Musik“ am Samstag im Schützenhaus ihr Orchester und ihre Instrumente wieder präsentieren durften.

Vor allem Kinder und Jugendliche wollten sie mit ihrer Schnupperveranstaltung ansprechen. Denn aktuell ist unter den 32 Musikern kein Kind.

Das jüngste Gesicht gehört Emily Fischer. Die 18-jährige Saxofonistin informierte Besuchern über ihr kultiges Instrument. „Es macht wirklich viel Spaß“, versicherte sie dem zehnjährigen Finn, der gemeinsam mit seinem kleinen Bruder Ben interessiert beobachtete, wie Emily ihr Instrument zusammenbaute.

Finn spielt bereits seit einem Jahr Schlagzeug. Sein Probenraum liegt im Keller des Hauses. „Ja, in einer Mietwohnung könnte dieses Instrument zu Problemen führen“, sagte sein Vater schmunzelnd. Finn würde gerne noch ein anderes Instrument kennenlernen. Dabei habe er kein bestimmtes im Auge: „Mal schauen, was es so gibt.“

Die Besetzung des Posaunenchors besteht aus Tenorhorn, Bariton, Bass, Bariton-, Alt- und Tenorsaxofon, Posaune, Schlagzeug, Klarinette, Flügelhorn und Trompete. Als evangelischer Posaunenchor 1928 gegründet, hat sich die Gruppierung über die Zeit von der reinen Kirchenmusik hin zu einem Orchester mit breitem Repertoire entwickelt. Unter anderem bei Umzügen, Festen, Frühschoppen, auf dem Babenhäuser Weihnachtsmarkt und bei ihren Konzerten spielen sie Märsche, Polkas, Walzer, moderne Stücke wie Filmmusik und klassische Arrangements für Orchester und Kirchenmusik. Beim Schnuppertag waren sie in kleinerer Besetzung unter Leitung ihres neuen Dirigenten Georg Braun auch mit Pop und Swing zu hören. Geprobt wird seit dem Sommer wieder. Mit Auftritten geht es erst jetzt ein bisschen los. Gestern, am Volkstrauertag, spielten die Musiker auf dem Friedhof und am nächsten Sonntag werden sie in der Kirche zu hören sein.

„Wir haben als Ansprechpartner für die verschiedenen Instrumente junge Musiker aus unserem Orchester zu Instrumentenpaten gemacht. Denn für junge Leute ist es ja schöner, mit anderen jungen Leuten zu reden“, sagte Jürgen Jost. Auch ein Flyer mit Infos über den Verein und eine ausführliche Mappe über jedes Instrument waren für die Veranstaltung unter 3G-plus-Regeln vorbereitet.

Für Anfänger stehen ein paar Leihinstrumente bereit. Falls die nicht ausreichen, vermittelt der Verein unter dem Vorsitz von Reiner Weilmünster den Kontakt zu einem Geschäft mit Instrumenten-Ausleihe. Auch Musiklehrer für Einzel- oder Gruppenunterricht vermittelt der Posaunenchor. Jost: „Es wäre schön, wenn wir eine kleine Anfängergruppe bilden könnten, eine Art Jugendorchester.“

Von Petra Grimm

Saxofonistin Emily Fischer freut sich über das Interesse der Kinder. Der Tag der Musik soll künftig wieder jährlich stattfinden.

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