Fachbereich legt Konzept vor

Prognose: 54 Kinder 2020 ohne Kita-Platz

Babenhausen - In der jüngsten Sozialausschuss-Sitzung drehte sich fast alles um die Betreuung von Kindern im Alter zwischen eins und sechs Jahren. Von Norman Körtge

„Konzept der Stadt Babenhausen 2018/2019 zur Förderung der Betreuung von Kindern von ein bis sechs Jahren in Einrichtungen und in der Kindertagespflege – fünfte Fortschreibung seit 2013“ lautet der etwas sperrige Titel jenes insgesamt 24 Seiten umfassenden Werkes, das Regina Lange, Fachbereichsleiterin „Soziales und Familie“, am Mittwochabend im Sozialausschuss vorstellte. Zu den wichtigsten Daten gehörte dabei, dass derzeit für fast jedes Kind über drei Jahren ein Platz in einer Kindertagesstätte zur Verfügung steht. 567 Plätze gibt es, 575 drei- bis sechsjährige Kinder sind aktuell in Babenhausen gemeldet. Das entspricht einem Versorgungsgrad von 98,6 Prozent.

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Klagen seien nicht anhängig, sagte Lange im Hinblick darauf, dass für Kinder ein Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz besteht. Dennoch bleibt der Anspruch, einen Versorgungsgrad von 100 Prozent zu erreichen. Und das wird wohl eher schwieriger als leichter. Denn die Prognose bis 2020 weist einen immer höheren Fehlbedarf aus. So werden voraussichtlich 2019 32 Plätze fehlen, 2020 sogar 44. Für das Kita-Jahr 2018/19 kann Lange allerdings Entwarnung geben. Allen Eltern, die sich um einen Platz beworben haben, kann auch einer angeboten werden. Allerdings mit der Einschränkung: Es kann sein, dass es nicht immer die Wunsch-Kita ist. Der steigende Bedarf an Kita-Plätzen resultiert unter anderem durch die Kinder aus den zahlreichen Neubaugebieten.

Unter ihrem Ziel, einen Deckungsgrad von 50 Prozent zu erreichen, liegt die Stadt bei der Betreuung von Unter-Dreijährigen. 134 Plätze – in Einrichtungen und bei Tageseltern – gibt es derzeit. Bei 310 gemeldeten Kindern entspricht das einer Quote von 43,23 Prozent. In der Prognose fehlen für 2018 28, für 2019 elf und für 2020 zehn Krippenplätze. Die Tendenz resultiert aus der Annahme, dass im kommenden Jahr der Neubau der evangelischen Kita bezugsfertig ist und dann mit zwölf neuen U3-Plätzen aufwarten kann.

Bilder: Ostermarkt in Babenhausen

Unbekannte Größen in den Planungen sind derzeit vor allem die Kindertagesstätten in Hergershausen und Harpertshausen. Im erst genannten Stadtteil ist der Neubau mit sechs Gruppen bereits durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen worden. Die Baukosten dafür belaufen sich auf mindestens 3,6 Millionen Euro. In Harpertshausen, dem kleinsten Stadtteil, könnte die eingruppige Kita hingegen bald geschlossen werden. Der Verkauf der Immobilie ist beurkundet, der Mietvertrag endet Ende 2020.

Kritik zu der vorgelegten Fortschreibung des Konzepts kam von CDU-Abgeordneten Günther Eckert. Er bemängelte, dass es in weiten Teilen lediglich eine Bestandsaufnahme sei. Dementsprechend brachte er für die CDU einen gemeinsamen Änderungsantrag mit den Freien Wählern ein. Darin wird der Magistrat unter anderem aufgefordert, bis Ende Juli ein Konzept für den quantitativen Ausbau der Kita-Plätze vorzulegen.

Ein ausführlicher Bericht zu dem Thema folgt.

Rubriklistenbild: © dpa

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