Saisoneröffnung auf Straußenfarm

Diebische Langhälse

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Ein Straußenei bekommt man nicht jeden Tag zu sehen und erst recht in die Hände.

Schaafheim - Der Winter hat sich noch nicht verabschiedet, dennoch hat die Straußenfarm Tannenhof die Saison für 2018 eingeläutet. Mit riesigen Straußeneiern zum Anfassen, pünktlich vor Ostern.

Trotz des eisigen Windes trägt Straußenhalterin Stephanie Roth am Ende ihrer Führung über die Farm keine Mütze mehr. Zu oft haben die großen Laufvögel sie ihr vom Kopf gezupft. Aber auch ihre Haare sind nicht sicher – die wollen die Strauße auch öfter probieren. Bei der Mütze hat sie nicht nur Sorge, dass sie im Schlamm landet, sondern auch, dass ein Strauß sie verspeisen könnte. „Das größte was man in einem Straußenmagen gefunden hat, war eine 0,33-Liter-Flasche aus Glas, leider hat der Strauß das nicht überlebt“, bedauert Roth.

Es geht wieder los mit den Führungen auf der Straußenfarm Tannenhof bei Schaafheim und zur Mittagsführung sind etwa 15 Interessierte erschienen. Bei dem Rundgang davor und danach sind die Gruppe sogar wesentlich größer, denn die Besucher haben sich trotz der kalten Temperaturen nicht abschrecken lassen.

Über den Winter fanden keine Führungen statt, jetzt beginnt wieder die Saison. Auf Straußenküken müssen Besucher aber noch warten. Roth legt jetzt die ersten Eier in den Brutkasten, sechs Wochen brauchen die Kleinen dann bis sie schlüpfen.

Rund 120 der großen Laufvögel leben zurzeit auf der Farm, im Sommer wenn die Küken geschlüpft sind, können es dann bis zu 150, 160 Tiere werden. Dann wird sich die Anzahl wieder verringern, die Strauße werden gehalten, um sie zu schlachten. Dabei bringt ein so großer Vogel gar nicht so viel Fleisch-gewicht auf die Waage, 30 bis 35 Kilo sind es, die die Roths im Hofladen des Tannenhofs dann verkaufen. Roth verwertet allerdings möglichst alle Teile der großen Vögel, die Haut kann zu feinem Leder verarbeitet werden, die Federn dienen heute noch als Staubwedel und die Eierschalen werden bemalt oder als Lampenschirme verwendet.

Frische Eier könnte Roth sehr viel mehr verkaufen, als ihr zur Verfügung stehen, obwohl ihr Geschmack nicht so sehr von dem der Hühnereier abweicht. Die Straußenhalterin rät zum Verspeisen eines Straußenrühreis Freunde einzuladen. Schließlich enthält so ein Ei rund 1,3 Kilo Eigelb und Eiweiß. „Ich empfehle Rührei, denn beim Spiegelei ist in einer normalen Pfanne das Eiweiß verbrannt bis das Eigelb warm ist“, sagt Roth. Bevor es dann tatsächlich zu den Vögeln geht, lässt Roth ein frisches Ei, Eierschalen und auch die Federn durch die Runde gehen.

Diebischer Vogel – er hat Straußenhalterin Stefanie Roth ihre Mütze vom Kopf gezupft.

Den Vögeln sollte man sich nicht zu sehr nähern. Mit ihren langen Hälsen reichen sie gut über den Zaun. Und sie verspeisen nötigenfalls nicht nur Mützen, sondern auch kleinere Kameras oder auch gerne ein Handy. Die Vögel sind neugierig und sehr verfressen. Die Besucher können die Strauße gut sehen, weil die Halterin sie immer mit Futter nah an den Zaun lockt. So richtig zahm werden sie nicht. „Sie tolerieren uns, weil wir ihnen etwas zum Fressen mitbringen“, sagt Roth, aber so richtig Freundschaft schließen kann man mit ihnen nicht. Strauße sind auch wehrhaft, nicht nur mit dem harten Schnabel können sie sich verteidigen, kräftige Straußenmännchen können mit einem richtig platzierten Tritt sogar einen Löwen töten.

In die Gefahr kommen die Besucher nicht, sie bleiben auf der anderen Seite des Zaunes. Auch ihre Kameras geraten nicht in Gefahr, alle lachen allerdings, als einer der Strauße die Mütze von Roth entwendet. Als sie diese in die Tasche steckt, probieren sie ihre langen Haare. Mit der aktuellen Kälte können die Strauße ganz gut umgehen, wenn es ihnen gar zu ungemütlich ist, verziehen sie sich in ihren Stall.

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Auch an Ostern wird es wieder Führungen geben. Sonn- und feiertags findet jeweils eine offene Führung (wer kommt, kann mitgehen) um 14.30 Uhr statt. Der Hofladen, in dem Besucher die Straußenprodukte kaufen können, hat samstags, sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Für Gruppen können aber auch Führungen außerhalb der Zeiten gebucht werden, in den Osterferien hat Roth schon zahlreiche Termine. Kontakt zur Farm kann man unter Tel.: 06073/980774 aufnehmen. (zba)

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