Videoüberwachung nicht möglich

Sammelplatz wird immer wieder als illegale Müllablade genutzt

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Leser Horst Günther hat zu Wochenbeginn den Kleiderhaufen vor den Altkleidercontainern fotografiert.

Babenhausen - Der Wertstoffcontainersammelplatz am Rande des Wohngebiets Ost ist und bleibt ein Problemfall. Immer wieder wird dort illegal Müll entsorgt. Von Norman Körtge 

„Vorsicht! Wachsamer Nachbar“ steht in großen Lettern auf dem gelben Ortseingangsschild zum Wohngebiet Ost. Genau diese wünscht sich auch Bürgermeister Joachim Knoke, um den Zustand des direkt gegenüber befindlichen Wertstoffcontainersammelplatz in den Griff zu bekommen.
Sowohl in sozialen Netzwerken als auch in Leserzuschriften wird der durch illegale Müllablagerungen verschandelte Platz immer wieder angeprangert. Zwar mag der zu Wochenbeginn dokumentierte Kleiderhaufen vor den Containern nicht extra dort angekarrt, sondern auf der Suche nach Brauchbarem aus dem Inneren gezogen worden sein, wie auch Leser Horst Günther vermutet. Aber auf seinem Foto ist im Hintergrund allerhand illegal entsorgter Müll zu sehen, darunter ein Vogelkäfig. Gestern Vormittag lehnten an einem der Glascontainer Holzbretter, davor lagen teilweise zersplitterte Glasscheiben.

Fast schon dekorativ: Teekanne und Teller auf dem Container.

Spätestens alle zwei Tage, so berichtet Knoke auf Anfrage, fahren städtische Mitarbeiter zu dem Sammelplatz. Und fast immer müssen sie Müll mitnehmen, der dort nicht hingehört. Das Problem ist seit Langem bekannt, aber was fehlt ist die soziale Kontrolle. Direkte Nachbarschaft hat der Sammelplatz nicht. Und dass sich städtische Hilfspolizisten auf die Lauer legen, sei personell nicht möglich. Die ihm von der Politik zur Verfügung gestellten 2,8 Stellen für die Kernstadt und die fünf Stadtteile seien schlichtweg zu wenig, argumentiert der Verwaltungschef. Gegen die immer wieder geforderte Videoüberwachung des Platzes hätte Knoke im Prinzip nichts. „Die würden wir aber nicht durchbekommen“, begründet er. Im öffentlichen Raum sei Kameraüberwachung lediglich an Kriminalitätsschwerpunkten möglich. Bei der vorliegen Müllentsorgung handele es sich aber lediglich um eine Ordnungswidrigkeit.

Unterwegs mit den Offenbacher Müll-Detektiven: Bilder

Die kann aber auch teuer werden, wie Knoke von einem der seltenen Erfolge berichtet. Dank eines aufmerksamen Anwohners konnte ein Müllsünder, der seinen Unrat „An der Bleiche“ ablegte, identifiziert werden. Über 200 Euro Bußgeld musste der so Überführte bezahlen. „Dafür hätte er sich ein ganzes Jahr lang auch eine zweite Restmülltonne leisten können“, rechnet Knoke vor.

Der Bürgermeister appelliert daher auch einmal mehr an die Babenhäuser, gerade an die Bürger im Wohngebiet Ost, verdächtiges am Wertstoffcontainersammelplatz auch der Stadt zu melden und gegebenenfalls Kennzeichen zu notieren.

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