„Drift Trike Challenge“ Schaafheim

Youtube-Stars „The Real Life Guys“ driften auf dem Odenwaldring

Zwei Brüder und vier Auspuffrohre: Die „Real Life Guys“ mit ihrem Drift-Trike.
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Zwei Brüder und vier Auspuffrohre: Die „Real Life Guys“ mit ihrem Drift-Trike auf dem Odenwaldring in Schaafheim.

Auf dem Schaafheimer Odenwaldring driften die Youtube-Stars „The Real Life Guys“ mit anderen Teams in selbst gebauten Dreirädern für den guten Zweck um die Wette.

Schaafheim – Man könnte zu Beginn ja ein bisschen meckern: Typisch Starallüren! Denn die Youtuber und Zwillinge Johannes und Philipp Mickenberger lassen die Organisatoren und Konkurrenten bei der „Drift Trike Challenge“ auf dem Schaafheimer Odenwaldring bis zu ihrer Ankunft geschlagene zwei Stunden warten. Mit Blick darauf, dass der kuriose Wettkampf mit den selbst gebauten Motorbikes einem guten Zweck dient, technisch-kreativer Antrieb für die vielen Fans der 23-jährigen Youtuber aus Bickenbach ist und „The Real Life Guys“, wie sich die Brüder nennen, ansonsten ganz allürenfrei daherkommen, mag man das aber nachsehen. Zumal die „Typen fürs echte Leben“ einen statthaften Grund für ihre Verspätung nennen.

„The Real Gife Guys“ auf Youtube - Zwei Brüder auf dem Odenwaldring in Schaafheim

Bis in die frühen Morgenstunden hätten sie noch an ihrem Untersatz gewerkelt, verraten die beiden – was allerdings ebenso für die Mitbewerber gilt: Auch die Teams von „Support Africa“ und „Livingroom“ haben ihre Fahrzeuge bis zum letzten Moment für den wohltätigen Spaß optimiert. Drift-Trikes also, motorisierte Dreiräder, bei denen die Traktionskontrolle der beiden Hinterräder absichtlich außer Kraft gesetzt ist und die durch geschicktes Gasgeben und Lenken das „Hinterteil“ ausbrechen lassen. Was in Kombination mit den Steuerkünsten des Fahrers lässiges Driften um Kurven oder die eigene Achse ermöglicht.

Warum aber bauen zwei Youtube-Stars, das Subunternehmen der Weiterstädter Hilfsorganisation ADRA sowie eine junge Freikirche aus Mainz je ein Drift-Trike und messen sich auf der Schaafheimer Rennstrecke unter anderem darin, wer sich am häufigsten um sich selbst drehen kann? Weil’s Spaß macht, klar, und weil die beiden Youtuber seit ein paar Jahren dafür stehen, mit abenteuerlichen Projekten Vorbilder für die oft im Teenie-Alter angesiedelten Fans zu sein, um mal weniger vorm Display zu hocken. Und auf dem Odenwaldring ging es auch noch um den guten Zweck. Denn der Gedanke, den „Support Africa“ verfolgt, bringe Business und Wohltätigkeit zusammen, erläutert Mitarbeiter Jan Ebel. So kauft das Unternehmen etwa Uhren aus Überproduktionen und Retouren, kommt so sehr günstig an Ware, deren Wiederverkaufserlös dann in Entwicklungshilfe-Projekte in Afrika gesteckt wird.

Youtuber „The Real Life Guys“: Challenge auf dem Odenwaldring

Mit der Challenge auf dem Odenwaldring, der dem Schaafheimer Motorsportclub gehört und dessen asphaltierter Streckenteil vom Groß-Zimmerner Fahrwerk angemietet ist, sollten viele gewinnen: „The Real Life Guys“ durch eine neue Herausforderung und Videofutter für ihre Abonnenten; „Support Africa“ durch die große Reichweite der Youtuber und damit mehr Aufmerksamkeit fürs ungewöhnliche Geschäftsmodell; und Gastgeber Fahrwerk, gebeutelt durch viele abgesagte Veranstaltungen.

In normalen Zeiten hätten „The Real Life Guys“ wohl ein paar hundert Kiebitze an die Strecke gelockt, doch ob Corona wusste nur ein eingeweihter Kreis vom Spektakel. Bei dem sicher auch Motorsport-Freunde und technikaffine Bastler auf ihre Kosten gekommen wären: Das Hinterteil eines alten Karts in Verbindung mit einem 30-PS-Kawasaki-Motor und dem vorderen Part des zugehörigen Motorrads sieht man ja nicht alle Tage. (Von Jens Dörr)

The Real Life Guys

Die im südhessischen Bickenbach lebenden Zwillinge Johannes und Philipp Mickenberger (23) betreiben seit vier Jahren einen stark frequentierten Youtube-Kanal, der mehr als eine Million Abonnenten hat. Dabei gelingt den Brüdern ein außergewöhnlicher Spagat Denn einerseits locken sie mit ihren regelmäßigen Videos besonders junge Menschen – meist noch jünger als ihre Idole – auf die weltbekannte Plattform und damit vor PC und Smartphone. Andererseits animieren die beiden auf kreative, witzige Weise dazu, gerade die Welt der Bits und Bytes öfter mal gegen das „echte Leben“ („real life“) vor der Haustür einzutauschen und sich dort bewusst in neue Erlebnisse zu stürzen.

Beispiele, die das Duo – teils mit Helfern – schon gegeben hat: Eine selbst gezimmerte Riesenrutsche, die in einem Minipool endet; ein Baumhaus samt Inneneinrichtung; eine Taucherglocke Marke Eigenbau mit Feldversuch im See; und, für manchen vielleicht selbst undenkbar, einen Roadtrip ohne (!) Smartphone in der Tasche.

Der Star-YouTuber Matthew Santoro aus Kanada wurde ausgeraubt, es fehle ihm seine gesamte Einrichtung. Bei den Fans ist er bekannt wegen seiner unterhaltsamen Videos auf YouTube.

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