Für mehr als eine halbe Million Euro

Schützenverein Hergershausen baut neue Schießanlage

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Der Rohbau der neuen Hergershäuser Schießanlage, derzeit im Werden (Foto), soll bis September fertig sein. Danach will der Verein den Innenausbau komplett in Eigenregie stemmen.

Hergershausen - Der Schützenverein Hergershausen stemmt in diesen Wochen ein Großprojekt: Kürzlich begann der Neubau einer Schießanlage neben dem Vereinsheim – und könnte noch in diesem Jahr eingeweiht werden. Von Jens Dörr 

Grund für das mehr als eine halbe Million teure Werk ist das Wachstum im größten Babenhäuser Stadtteil. Hergershausen ist als Wohnort beliebt und dehnt sich aus – auch nach Osten gen Sickenhofen, rund um das Sportgelände des SV Kickers und eben auch des Schützenvereins. „Um den Lärmschutz für das Wohngebiet einzuhalten, mussten wir unseren funktionierenden Schießstand abreißen“, bedauert Vorsitzender Klaus-Dieter Spaniol die Maßnahme, die diesem äußeren Einfluss und keineswegs der Bausubstanz des bisherigen Schießstands geschuldet ist.

Also nimmt der 130 Mitglieder zählende Verein im 61. Jahr seines Bestehens viel Geld in die Hand, um neben seinem weiterhin bestehenden Vereinsheim bald auch wieder seinem Sport nachgehen zu können. Derzeit ist dies mangels Schießstand nicht möglich, trainieren die aktiven Schützen der Hergershäuser in Dieburg. Dem Dieburger Verein bezahlen die Hergershäuser dafür einen Obolus.

Einfach einige Monate Pause zu machen, komme nicht in Frage, sagt Spaniol: „Unsere Mitglieder bezahlen ja ihren Beitrag, um dann auch schießen zu können.“ Zumal einige der Hergershäuser Schützen ambitioniert sind, mitunter auf Landes- und sogar Bundesebene vorn mitmischen. Ergo errichtet der Verein den 75 Meter langen, mit aufwendigem Lärmschutz und Absaugung gespickten Neubau. Beziehungsweise: Zunächst lassen Hergershausens Schützen errichten. Denn den Rohbau realisiert derzeit ein Bauunternehmen.

„Wenn’s so weitergeht, ist der Rohbau im September fertig“, blickt Spaniol voraus. Dann gehen die Mitglieder in Eigenregie in die Spur: „Den Innenausbau wollen wir komplett selbst stemmen.“ Auch am Dach wolle man etliche Arbeitsstunden – insgesamt kalkuliert Spaniol derzeit mit 4 000 bis 5 000 – an Eigenleistung einbringen. Je nach dem, wie viele es tatsächlich werden, sinkt oder steigt der Finanzierungsbedarf. Nach derzeitigen Berechnungen koste der Schießstand samt Aufenthaltsraum und der Erfüllung der für solche Bauten existierenden (Lärmschutz-)Vorgaben 560.000 Euro. Land und Landkreis haben Zuschüsse bewilligt, der Verein bringt eigenes Geld ein, muss aber auch einen Kredit aufnehmen. Die Höhe stehe noch nicht fest, so Spaniol.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Abhängig davon, wie groß der Enthusiasmus der Mitglieder bleibt („Beim Abriss war die Begeisterung groß, wenn das anhält, könnten wir noch in diesem Jahr fertig werden“), dauert es noch einige Wochen bis Monate, ehe die Ziele mit Luftdruck über zehn Meter Distanz, mit der Kleinkaliber-Pistole über 25 und mit dem Gewehr gar über 50 Meter hinweg anvisiert werden können.

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