Altes Gebäudeensemble in der Bummelgass’

Sicherheitsbedenken: Bauaufsicht ordnet Sperrung an

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Was geschieht mit dem Gebäudeensemble Fahrstraße 13-15? Der ehemalige Spielzeugladen, der seit 2010 leer steht, ist von der Kreis-Bauaufsicht sicherheitshalber abgesperrt worden. Statische Arbeiten sind notwendig.

Babenhausen – Ein großer Bauzaun in der Bummelgass’ kündet von einer neuen und wohl bald noch wachsenden Baustelle: Der ehemalige Spielwarenladen Ott ist auf Initiative der Bauaufsicht des Landkreises sicherheitshalber abgesperrt worden. Von Thomas Meier

Bürgermeister Achim Knoke erklärt, der Kreis habe die Stadt in die Maßnahme mit eingebunden. Es seien „statische Arbeiten von höherer Stelle“ angeordnet worden. Sie sollen die Standsicherheit des Gebäudes sicherstellen. Diese Arbeiten, so der Verwaltungschef, „sollen zeitnah erfolgen.“
Bis März 2010 hatte Burkhard Ott im Gebäudeensemble Fahrstraße 13-15 einen weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannten Spielwarenladen betrieben. 43 Jahre verkaufte er dort Modelleisenbahnen nebst passendem Zubehör. Bis aus dem Spessart kam die Kundschaft. Doch mit 66 ging der Einzelhändler, der keinen Nachfolger fand, in den Ruhestand. Bis heute tat sich in und an dem Anwesen wenig. Zwar wurde es verkauft und man hörte, dass Büros darin geschaffen werden sollten, doch der Leerstand blieb.

1810, als das Großherzogtum Hessen nach den napoleonischen Kriegen entstand und erste Kartierungen erfolgten, gab es die Anwesen Fahrstraße 13 und 15 bereits. Ria Fischer beruft sich in ihrem Buch über Babenhausen und seine Häuser auf die alten Akten. Wann sie gebaut wurden, bleibt offen. Doch da 1754 schon 100 Wohnhäuser in Babenhausen standen, sei es „durchaus wahrscheinlich, dass die beiden zentralen Gebäude in irgendeiner Form auch schon da waren. Nicht so wie heute, schon damals wurde immer wieder an- und umgebaut,“ sagt hierzu Georg Wittenberger, Leiter des Stadtarchivs.

Er recherchierte, dass die Fahrstraße 15, das kleine Anwesen, das direkt an die Gaststätte „Schwartzer Löwe“ angrenzt, 1810 einem jüdischen Mitbürger gehörte, der das zweistöckige Wohnhaus mit Torbau und Schuppen bis 1841 nutzte. Die Fahrstraße 15 mit den großen Schaufenstern war von 1892 bis 1957 in Besitz von Adam Lorenz Grünewald. Und das Gebäudeensemble schließlich gehörte 1957 Anna Kurz, geborene Grünewald. Die Nachfolge besitzerin baute den unteren Stock zum Fachgeschäft um, bevor es von Karl Ott/Eheleute ab 1963 bis zur Schließung 2010 genutzt wurde.

Bilder: Seebeben in Sickenhofen

Auf den beiden Gebäuden selbst liegt zwar kein Denkmalschutz, wohl aber gilt für sie ein bestehender Ensembleschutz. In jedem Fall wird also die Untere Denkmalbehörde involviert sein, wenn es um Arbeiten zum Bestandsschutz oder eine Sanierung geht.

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