Neue Anlaufstelle

Sozialpolitik aus dem Quartiersbüro

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Christiane Hucke von der Diakonie will zukünftig das Erloch bewegen und den Menschen helfen. Ein Büro direkt im Erloch konnte aufgrund hoher Mietkosten nicht realisiert werden.

Babenhausen - Mit dem Quartiersbüro in der Ziegelhüttenstraße 21 gibt es eine neue Anlaufstelle, die Entwicklungen im Erloch fördern und seinen Bewohnern bei Fragen und Problemen helfen will. Jetzt wurde das Büro mit einem Tag der offenen Tür vorgestellt. Von Michael Just 

Über 70 Nationen leben in Babenhausen. Vor allem das Wohngebiet Erloch, neudeutsch gerne als „Quartier“ bezeichnet, ist durch seine Vielfalt,- aber auch durch seine sozialen Probleme bekannt. Sie stellen eine Herausforderung für das lokale Gemeinwesen dar. Im neuen Quartiersbüro hat Koordinatorin Christiane Hucke fortan ein offenes Ohr für alle Fragen, die die Entwicklung im Westen der Stadt und auch persönliche Lebensumstände betreffen. Am Freitag freuten sich unter anderen Bürgermeister Achim Knoke, Kreis-Sozialdezernentin Rosemarie Lück sowie Tobias Lauer und Edda Haack vom Diakonischen Werk Darmstadt-Dieburg über das Angebot.

Wie der Bürgermeister sagte, habe das einstige Integrationsprojekt „DRIN“ der evangelischen Kirche Hessen-Nassau und der Diakonie Hessen den Anstoß für das Büro gegeben. Schon 2016 hätten erste Gespräche mit der Diakonie als Träger stattgefunden, um das Projekt „Gemeinwesenarbeit in Babenhausen“ zu initiieren. Zusammen mit dem Landkreis stellte man einen Förderantrag an das hessische Sozialministerium. Das hält Gelder für Integrationsprojekte parat. Nicht zuletzt aufgrund der damaligen Unterbringung von Flüchtlingen in der Kaserne gab Wiesbaden schon in der ersten Jahreshälfte 2017 für die Zuschüsse grünes Licht. So lässt sich das Büro nun zu 75 Prozent aus Landesmitteln bezahlen, den Rest teilen sich Diakonie und Kreis.

„Die Situation im Erloch beschäftigt natürlich auch uns. Mit dem Quartiersbüro machen wir im Kleinen große Sozialpolitik“, hob Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück heraus. Bei allen Beteiligten ist die Hoffnung groß, dass das Erloch zukünftig bei Fragen zu Wohnen, Kinderbetreuung, Ausbildung oder beim Lösen persönlicher Finanzprobleme einen Sprung nach vorne macht. Hucke wird fast täglich im Büro sein. Das will nicht nur als Anlaufstelle sondern auch Impulsgeber agieren. Mit Projektbeginn im Juli 2017 wurde schon einiges verwirklicht. Dazu zählt ein offenes Café fürs Erloch, die Aufklärungsaktion „Ohne Moos nix los“ an der Flanagan-Schule oder der Aufbau eines Netzwerks mit Schulen, Kitas und sozialen Einrichtungen. Zudem wurde eine Steuerungsgruppe einberufen.

Der Motviation, die mit dem Projekt „Gemeinwesenarbeit in Babenhausen“ einhergeht, wird am eigens kreierten Logo sowie dem Motto „Alle miteinander!“ sichtbar. Für Bürgermeister Achim Knoke und Stadtverordnetenvorsteher Friedel Sahm geht mit dem Büro ein nachhaltiger Schritt zur Stadtentwicklung einher, der Verbesserungen bei der Lebensqualität und dem interkulturellen Miteinander bringt. Um die Arbeit des Büros auf breite Beine zu stellen, laden dienstags ergänzend die Migrationsberatung von Claudia Koch oder mittwochs die Ausfüllhilfe für Formulare von Gülserem Sahm zum Besuch ein.

Bilder: Tag der offenen Kaserne in Babenhausen

Der Erfolg der Anlaufstelle und deren zweiten großen Leitgedanken „Babenhausen integriert!“ hängt nicht unwesentlich von der Beteiligung aus dem Erloch ab. Laut Hucke hat Gemeinwesenarbeit keine allgemeingültigen Antworten. Vielmehr organisiere sie Prozess und Austausch. Ergebnisse würden an die kommunalpolitischen Gremien weitergegeben.

Bürgermeister Knoke bezeichnete den Weg insgesamt als spannend, da man nicht genau wisse, was mit Hilfe des Büros alles passiert. Eine arbeitslose Hucke befürchtet er nicht: „Die Aufgaben dürften sich eher häufen als versanden“, so Knoke.

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