Stadtverordnete beschließen geänderten Bebauungsplan

Ärger um Wildpinklerspielplatz in Babenhausen beendet

Der Spielplatz an der Potsdamer Straße war Gegenstand eines Rechtsstreits sowie nun einer Bebauungsplan-Änderung.
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Der Spielplatz an der Potsdamer Straße war Gegenstand eines Rechtsstreits sowie nun einer Bebauungsplan-Änderung.

Als Wildpinklerspielplatz hatte die Spielfläche an der Potsdamer Straße in Babenhausen vor gut drei Jahren nach einem Beitrag in der Online-Ausgabe der Hessenschau sogar landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Nun haben die Stadtverordneten mit einem geänderten Bebauungsplan weitere Streitpunkte aus dem Weg geräumt.

Babenhausen – Einstimmig haben die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung einen Schlussstrich unter einen vor fünf Jahre begonnenen Streit gezogen. Hoffentlich. Denn mit dem Satzungsbeschluss für eine Änderung des Kernstadt-Bebauungsplans „Ost III“ sollte das entstandene Konfliktpotenzial rund um den Spielplatz an der Potsdamer Straße aus der Welt sein. Als Wildpinklerspielplatz hatte das Areal vor gut drei Jahren nach einem Beitrag in der Online-Ausgabe der Hessenschau sogar landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Dabei waren Kinder, die am Zaun zum Nachbargrundstück ihre Notdurft verrichteten, nur ein Teil des Ärgers, der auch zu einem Fall für das Verwaltungsgericht wurde. Denn es ging ebenso um lärmende Spielgeräte, Lärm in den Abend- und Nachtstunde und auch um die Frage, ob der 2015 eingeweihte Mehrgenerationenspielplatz an dieser Stelle überhaupt rechtens ist. Denn dort ausgewiesen war lediglich ein kleiner Kleinkinderspielplatz. Mit dem Bewegungsparcours, vor allem für Senioren gedacht, und einem großen Areal mit Klettergerüst für Sechs- bis 14-Jährige war dort allerdings einiges mehr entstanden.

Von einem „Schwarzbau“ sei gar die Rede gewesen, erinnerte FWB-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Heil in der Stadtverordnetenversammlung. Er wollte dann auch wissen, ob mit der Änderung des Bebauungsplan und den damit einergehenden Maßnahmen der Rechtsstreit wirklich beigelegt ist. In den geführten Gespräche sei versucht worden, alles auszuräumen, berichtete dazu Erster Stadtrat Reinhard Rupprecht, der letztendlich aber auch nicht komplett ausschließen konnte, dass das Kapitel doch noch nicht abgeschlossen ist. Zeit für Gespräche gab es jedenfalls reichlich: Bereits im August 2018 beschlossen die Stadtverordneten die Offenlage des geänderten Bebauungsplans.

Zweifelsohne hat sich in den vergangenen Jahren bereits einiges getan, um die Situation vor Ort zu befrieden. Unter anderem ist der Bewegungsparcours schon vor zwei Jahren demontiert worden und die zwischen zwei Holztürmen befestigte „Laufkatze“, mit der größere Kinder an einem Seil entlang durch die Luft flitzen können, ist abgebaut. Von ihr gingen jene mechanischen Geräusch aus, die zu den Beschwerden führten. Stattdessen verbindet nun eine Balkenbrücke die beiden Türme.

Außerdem hängte die Stadt ein neues Hinweisschild mit zahlreichen Verbots-Piktogrammen auf – darunter auch eben eines, das Wildpinkeln verbietet. Zudem wurden die Öffnungszeiten eingeschränkt. Ursprünglich war der Spielplatz bis 22 Uhr freigegeben, nun endet die Verweilzeit auf dem Areal unweit des Baugebietes Lachewiesen I um 20 Uhr.

In der nun beschlossenen Bebauungsplan-Änderung wird zum weiteren Schutz der angrenzenden Wohnbebauung eine Fläche von 25 mal zehn Meter als sogenanntes Abstandsgrün festgesetzt. In diesem eingezäunten Areal sind bereits eine Reihe an Sträucher und Büsche sowie ein Feldahorn gepflanzt worden. Neben dem räumlichen Abstand zur Spielplatzfläche ist damit ein Sichtschutz auf die Terrasse des Nachbarhauses entstanden. Außerdem ist nun auch der Spielplatz in seiner Größe legalisiert.

Nicht realisiert worden sind Forderungen nach einem Abschließen des Spielplatz-Areals außerhalb der Öffnungszeiten und das Aufstellen von Toiletten. (Von Norman Körtge)

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